AntikeGilden

Gilden in der Antike


Die Pythischen Spiele der Sterblichen


Die ursprünglichen pythischen Spiele wurden in mykenischer und hellenischer Zeit alle 4 Jahre abgehalten und bildeten ein Pendant zu anderen, heute noch allgemein bekannten Festen, wie bspw. den Olympischen Spielen. Patronin und Namensgeberin der hier besprochenen Spiele, die dem Gott Apollon geweiht waren, war dessen oberste Prophetin und Hierophantin, die Pythia - eines der legendären Orakel der alten Zeit.

Bei den Pythischen Spielen wurden die Körperkünste gefeiert, indem athlethische Wettbewerbe zu Ehren des Gottes abgehalten wurde, während die Geisteskünste Ausdruck in Gesangs- und Oratorenwettbewerben fanden. An den Abenden der eine Woche währenden Spiele wurde dann unter sehr viel Wein und (so sagt man) ausgiebigen sexuellen Ausschweifungen den dunkleren Aspekten des Apollon gehuldigt. Es dauerte nicht lange bis die im Mittelmeerraum sehr zahlreich und mächtig vertretenen Mitglieder des Clans Toreador diese Idee adoptierten, um ihren, damals gerade frisch geschaffenen, Gilden ein Forum zum Austausch zu bieten.

Die Gilden in Hellas und Rom


Die Beschäftigung mit dem Banalen ist für jeden wahren Künstler eine fürchterliche Verschwendung seiner Zeit. Sie behindert das Streben nach der wahrhaftigen Kunst, der Essenz der Welt. Darum ist es im Interesse eines jeden, sich im Streben nach Vervollkommnung seiner Kunst mit denen zu umgeben, die größer sind denn man selbst, statt auf ewig umgeben von Kleingeistern und Schmeichlern seine Lebenszeit mit banalen Dingen zu verschwenden - und so sein gottgegebenes Talent zu verschleudern.

Dies müssen die Gedanken gewesen sein, die ursprünglich zur Gründung der Gilden geführt haben. Dies freilich und die damalige antike Weltauffassung, dass die Ästhetik eine mathematisch erfassbare Größe beinhaltet, dass Wohlproportion der äußeren Gestalt ebenso wie Melodik in späterer Zeit starren Gesetzen gehorcht, gottgegebenen, heiligen Grundsätzen, denen man sich sorgsam und durch handwerkliche Perfektion nähern kann. Dies kennzeichnet die Antike: Die Wiederspruchslosigkeit zwischen Mathematik und Kunst, die Suche nach einer göttlichen Zahl, einer universellen Formel, das fanatische Streben nach Perfektion - und damit das immer fortwährende Einschränken der Gestaltungsmöglichkeiten, das erst viele Jahrhunderte später endgültig durchbrochen und in ihr Gegenteil verkehrt werden sollte.

Damals gab es drei Gilden, die miteinander konkurrierten und die Spiele nutzen wollten, um ihre Berechtigung auf den Führungsanspruch innerhalb von Clan Toreador zu legitimieren:
Die Gilde Apollon widmete sich den flüchtigen Künsten, dem Schauspiel, der Rede, der Perfektion des Körpers und der Schulung des Geistes.
Die Gilde Athena widmete sich den bleibenden Künsten, dem Erschaffen von Bauwerken, Schmuck und Kunstwerken sowie den Prinzipien der Mathematik und Geometrie.
Die Gilde Calliope widmete sich der Inspiration von Künstlern; unter ihr fanden sich Musen, Autoren, Komponisten, Mäzene, Gesellschafter etc.

Die Unterteilung und Konzentration des Clanes auf die Gilden erlaubte es Clan Toreador, sehr viel koordinierter und umfassender auch die menschliche Gesellschaft zu beeinflussen und somit den Clan zu stärken. Die “Styloi” wurden die Gilden genannt, und wahrhaft: Sie waren zu Säulen geworden, auf denen die Macht des Clanes ruhte, und abgesehen von einigen Vereinbarungen, die sie mit Clan Brujah hatten, regierten die Toreador frei über Hellas.

Die damaligen Pythischen Spiele waren essentiell von denen der Menschen nicht zu unterscheiden. Zwar wurde bei Nacht gefeiert (was fast einen Hohn des Sonnegottes Apollon darstellt) und sportliche Wettbewerbe unter Vampiren sind aufgrund der Kräfte des Blutes eher lächerlich, aber man hielt sich an die allgemein bekannte Tradition. Den einzigen Bruch mit dem Althergebrachten stellte wohl die freie Teilnahme von Frauen dar, da immerhin ein Großteil der Ahnen damals weiblich war.

Nicht nur Prosa und Poesie, Tanz, Theater und Musik waren die Disziplinen jener “Olympischen Kämpfe”, sondern auch Geschichtserzählung, Philosophie und Astronomie - denn Mathematik und Kunst waren eins, waren Magie, waren Natur und trugen als solche die Heilige Saat der Welt in sich.

Wettstreit und Belehrung --Agon und Didaskon-- wurden zu den beiden leitenden Prinzipien der innerclanlichen Beziehungen - und blieben es für die kommenden Jahrtausende.
 

Kategorien: Toreador, Spielinhalt
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