AristideGillette

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Aristide de Lesseps


Wir praktizieren die Einsamkeit hier als Gewerbe, in Quentchen gibt es das Alleinsein unter Vielen zu erwerben. Ein weiterer Händler jener bittersüßen Ware ist also gut aufgehoben im Gesamtbild. Die große Traurigkeit in Folge, das ist schon mehr als Kaufmannswerk, das ist schon Kunst - genug von solcher Muse Geküsste gibt es hier auch. Aber wer würde Böses vermuten wollen, ein Schuft der unsere braven Bürger sieht und Artifizielles vermutet, gar Krokodilstränen. Ich aber lebe schon zu lange hier, bin zu sehr kleiner Schuft und verzichte lieber mit echter Trauer auf falsche Tränen.
- Aristide über Berlin


Aristide de Lesseps nach der Schlacht gegen MaxwellAristide de Lesseps bei Simon Lions PokerabendAristide Gillette, der vor einigen Jahren den Namen seiner als verfemte Sabbatianerin gestorbenen Erzeugerin Corinne de Lesseps annahm, liebte die Literatur und hasste die Gewalt. Leider spielte dem sprichwörtlich leidenschaftlichen Brujah und sprachgewandten Literaten das Schicksal allzu oft übel mit und er musste seine langen, kalten Finger von den Tasten seiner alte Reiseschreibmaschine nehmen und sie in jemandes Gesicht vergraben. Aristide, Kind der Bombennächte von '44 und in den wilden 60ern in die Nacht geführt, ist ein Musterbeispiel für unkonventionelle Karrieren, wie sie nur in Berlin möglich sind. Gezeugt als Anarch, sind seine Lebenslinien seit mindestens 20 Jahren immer wieder mit Berlin verknüpft, bis er schließlich Anfang 2004 nicht nur unverhofft die Fronten wechselte, sondern auch noch Vogt des damaligen Fürsten Maximilian von Salm-Kyrburg wurde, ein Amt, dass er lange Zeit mit grimmiger Effizienz ausführte, bis Gerüchte über eine geistige Manipulation seiner Person zu einem regelrechten Clanszwist zwischen den Gelehrten und den Königen führte, eine der vielen Tropfen, der das Faß des Putsches zum Überlaufen brachte. Nachdem er als Vogt an der Seite des Noch-Fürsten von Salm Kyrburg an der Schlacht gegen Maxwell teilnahm, zog er aus Berlin mit dem Gangrel Ancilla WilliamAllisterThorne aufgrund seiner sich zusehends an die Bestie verlierenden Humanitas fort. Die beiden waren 11 Monate verschwunden, da kam Aristide zurück, ruhiger, ausgeglichener und ungleich kälter. In dem einst so freundlich-charmanten Kainiten schlummert seitdem eine Fremdartigkeit, die so manchen seiner alten Freunde von früher gehörig erschauern lässt, ja sogar seine alte Flamme BeateGueldenberg von ihm fort getrieben hat. Was ist nur dort draußen in Skandinaviens Wäldern geschehen? So lebte der ehemalige Vogt zurückgezogen in Berlin und erschien nur ab und zu zwischen Melancholie und Gereiztheit pendelnd auf Treffen der Kainiten. Das Auftauchen seiner lang vergessenen sterblichen Geschwister Medea und FabianSchwertfeger in vampirischer Gestalt brachte ihn scheinbar ein wenig ins Leben zurück, doch nach der ersten aufflammenden Emotion kehrte allzu bald wieder Ruhe ein. Dem Fürsten HansKohlhase dient Ari heute vor allem durch seine profunden Kontakte zu Polizei und Studentenszene und seine recht schlagkräftige Hilfe im Krisenfall, die nunmehr gänzlich ohne Skrupel eingesetzt wird, wenn es zum Konflikt kommt. Die letzten Monate haben deutlich gemacht, dass er, dem sein Berliner Herr, mehr und mehr fremd geworden ist, sich dessen größten Konkurrenten im eigenen Clan, dem Bremer Fürsten Hagen, durch diplomatische Missionen andienen würde. Böse Zungen behaupten, sein bisheriger Werdegang gleiche so sehr dem seiner Erschafferin, dass auch er früher oder später erst Ancilla werden und dann zum Sabbat überlaufen werde. Zwischen Fronten zerrissen, hier zerren die Freunde LFLilienfein und ViktorAlburn, dort der Clan Brujah, dann noch die Verwandten, ist der Aristide, den Berlin seit dem Herbst 2007 zu sehen bekommt, das Abbild des ausgebrannten Idealisten... ein verbitterter, verschlagener Zyniker, dessen literarische Ärbeit allein noch schwach reflektieren kann, welch warmer, lebendiger Geist dieser Hülle einmal inne wohnte.


Auf den Dächern


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