AusUnseremSpiel

Aus unserem Spiel


Im folgenden findest Du die Berichte und Erzählungen über die letzten fünf Sessions von uns. Alle hier angegebenen Informationen dienen den aktiven Spielern unserer Chronik lediglich zur Erbauung, nicht jedoch zur Verwendung im Spiel.

10.8.2013: Theaterinszenierung und Regierungswechsel




Der Abend begann mit der gekürzten und angepasstend Aufführung des 'Besuchs der alten Dame'. Ein interessantes und agressives Stück, das es nicht ganz verdient hatte, dass die Hauptfigur Alfred Ill zu Bourbons Konterfei verzogen wurde, um in einem interaktivem Gesellschaftsspiel gerichtet zu werden.

Rene Fanget, die Gastgeberin und in der Rolle der alten Dame auch Hauptakteurin des Abends, versicherte einigen besorgten Anverwandten, dass für den menschlichen Schauspieler Ills unabhängig vom Ausgang des Stückes keine Gefahr bestünde. Dass einige einsichtigere Besucher des Abends nach eigener Recherche zu anderen Ergebnissen kamen und der Mann nach einigen Anfeindungen nur bewacht den Ort verlassen konnte, muss in diesem Fall natürlich ein Verständnisfehler sein.

Politisch von wesentlich größerem Interesse war wohl allerdings eher der zweite Teil des Abends: 8 Schläfer, die Überbleibsel eines Münchener Krieges von vor 15 Jahren, erschienen zur Veranstaltung und verlangten nach Erklärungen und ihren ehemaligen Lehen. Hinzu kam die offizielle Absetzung der ehemaligen Fürsten und Proklamation des neuen Fürsten von Bayreuth, gefolgt von einer Neudefinierung der Münchener Gesetze und Neuverteilung der Lehen an verdiente Mitglieder der Domäne, unter anderem den acht erwähnten Schläfern. Angesichts dieses leuchtenden Aufgangs eines neuen Sterns am Regierungshimmel verblasste verständlicherweise das darauf spätere Verschwinden des Malkavianers Alister McDamiens und die Proklamation seines Todes aus bisher unbeklärten Gründen ein wenig.
Wenn diese Aufzählung der Ereignisse euch überstürzt und verworren erscheinen mag, liebe Leser, so in erster Linie deshalb, weil auch ich selbst die Entwicklungen in dieser Art empfand und meinen Eindruck weiterzuvermitteln suche.

München scheint eine schnelle Stadt zu sein, von abrupten Wandel befallen und schwer zu überschauen. Da wir Bewohner Berlins in unserer momentanen Lage allerdings nicht in der Position sein dürften, um Kritik zu äußern, begnüge ich mich mit dem aufrichtigen Statement, dass der neue Fürst von München durchaus die Entschlossenheit und das Durchsetzungsvermögen an den Tag legt, das es in solch wandelbaren Zeiten braucht.
J.
 

Kategorien: Sessionbericht

27.11.2010: Blutbad in Beeskow


"Es war ein merkwürdiges Gefühl. Eben noch mitten im Kampf, dann Schwärze und tiefe Bewusstlosigkeit. Ich fühlte etwas an mir, etwas, was an meiner innersten Substanz zu ziehen schien. Eine Ewigkeit schien der Kampf zu dauern, auch wenn ich nicht wusste, warum ich mich dagegen wehren sollte, oder auch nur wie. Aber dann war es vorbei, ich war frei.

Ich greife vor.

Mein Name ist Stanislav Pjotronov, Ancilla von Arcangelo Diachiami, Kind von Reinhard von Clausewitz aus der Familie der Gelehrten. Zumindest ehemals. Heute war der Tag, an dem ich zum zweiten Mal starb.

Ich greife schon wieder vor.

In der vergangen Nacht hatten wir uns, das sind die Truppen der Kamarilla, gesammelt, um Sarah O'Brien und ihre Baggage zu vernichten. In kleine Trupps waren wir aufgeteilt, DrVTCorelli war mein Offizier, Pucinelli aus Neapel ein Truppkamerad. Vier oder fünf weitere Trupps stießen mit uns vor, und eine Reserve wartete auf ihren Einsatz.

Auf dem Weg durch ein kleines Waldstück wichen wir auf einen anderen Weg aus und stießen mit dem Trupp von Siegfried Arend zusammen, in dem auch Dr. Rudolf Schüssler, Ginger Farlay und Wilhelm von Deust waren. Statt einen seiner Späher zu entsenden, schritt Arend selbst voran und löste prompt eine Mine aus, die ihm ein Bein zerfetzte. Dr. Corelli nutzte gleich die Gelegenheit und schnappte sich die drei Irren, da unsere beiden Irren Maedhbh Cowen und Mario Malkat leider nicht konnten -- hatten wohl Besseres zu tun.

Wenige Minuten später trafen wir auf die ersten selbstmörderischen Gegner. Das Handgemenge dauerte nur wenige Augenblicke, ebenso wie das darauffolgende und das darauffolgende und ... -- Sarah schien jede Menge Kanonenfutter zu haben, das sie uns entgegenwerfen konnte. Und bei den anderen Trupps sah es nicht anders aus. Es müssen 20 ihrer Anhänger in der ersten halben Stunde gefallen sein. Verluste auf unserer Seite? Vielleicht ein wenig Blut, mehr nicht.

Erst als wir den Wald verließen und auf eine weite Fläche kamen, wurden die Kämpfe doch herausfordernder, die Gegner zäher, ihr Vorgehen schlauer. Und unsere Fehler offensichtlicher. Die ersten zwei von uns fielen hier, Wilhelmina Reitner und Klaus von Klitzing.

Wir wurden vorsichtiger, sicherten nach allen Seiten ab, immer nur einzelne Schritte voran, sicherten die neue Position und verteidigten uns gegen die zusehends zahlreicheren und zäheren Gegner. In diesen Minuten wand sich mein Glück von mir ab: Eine Gangrel durchbrach meine Verteidigung, unterlief meine Aufmerksamkeit und zerfetzte mit ihren Klauen meinen Körper, das tote, nutzlose Fleisch ... ich schweife ab.

Auch diese Angriffe wurden zurückgeschlagen, jetzt weniger mit meiner Hilfe. Gierig stürzte ich mein Blut hinunter, um Knochen wieder zusammenzufügen, Sehnen und Muskeln wiederherzustellen und wieder kampffähig zu werden. Ich hätte in diesem Augenblick aufhören sollen, es wäre vernünftig gewesen. Aber ich machte weiter.

Und weiter schritten wir auch voran, ließen uns ein wenig zurückdrängen, um dann wieder vorzustoßen. Linie an Linie standen wir uns gegenüber, unfähig den ersten Streich zu wagen, bis sich der Gegner auf eine erhöhte Stellung zurückzog, wo wir auch endlich Sarah stellten.

Dieses Mal ohne zu zögern, stürzten wir uns auf sie. Schon bald zeichnete sich ab, dass der Gegner unserem Ansturm nicht gewachsen sein konnte. Der schon arg mitgenommene Oberst bedrängte Sarah immer weiter, aber es schien knapp zu werden. Knapp, sehr knapp. In diesem Kampf konnten wir ihm nicht helfen. Dann traf es mich erneut und ich stürzte in die Schwärze.

In dem Augenblick, als ich mein Bewusstsein wiedererlangte, wusste ich, dass er mich gerettet hat, oder was von mir noch zu retten war. Ich blickte auf meinen Körper hinab, ich sah Sarah und von Münchhausen umschlungen im Tanz der Diablerie. Nur ein wenig später und meine Seele, meine innerste Substanz wäre von ihr verzehrt worden.

Ich sah mich um. Der Gegner lag größtenteils danieder. Mein Körper begann den langsamen Zerfall in den Zustand seiner Verwesung, wäre er nicht vor mehr als hundert Jahren widernatürlich zurück ins Unleben gerufen worden. Erschrocken stellte ich fest, dass die Fänge der Bestie in meinem Nacken, die sich seitdem dort festgesetzt zu haben schien, nicht mehr zu spüren waren. Ich war frei.

Und ich war nicht allein. Um mich herum standen zahlreiche Geister, die Sarah umzingelten, von Ley und Jester und Münchhausen und alle anderen anfeuerten, Sarah endlich in den Endgültigen Tod zu schicken. Als Jester ihr dann den finalen Schlag versetzte --der Oberst schrie noch, dass Jester das nicht dürfte--, stürzten sich die anderen auf den Seelenkörper, der ihrem Fleischeskörper entwich und -- es ging zu schnell, als dass ich feststellen konnte, was passierte, aber von ihr blieb nichts übrig.

Ich beobachtete, wie Arend meinen toten, verrottenden Körper schulterte und vom Schlachtfeld trug. Ich konnte hören, wie sie vor der Bombe warnten. Und ich überlegte, wie ich ihnen folgen könnte. Kaum hatte ich den Gedanken gedacht, verschob sich meine Perspektive, immer Arend hinterher. Ich bekam mit, wie sie davon ausgingen, dass meine Seele immer noch an meinen Körper gebunden sei, dass ich nur in Starre läge. Ich versuchte ihnen zuzurufen, dass das nicht der Fall sei, aber sie konnten mich nicht hören.

Bis zum Sammelpunkt des vorigen Abends folgte ich ihnen, beobachtete und lauschte. Ich konnte mich der gedrückten Stimmung nicht wirklich anschließen, denn immerhin ging es mir ja gut, tatsächlich sogar besser als seit ... seit meinem vorigen Tod. Erst hier bekam ich das volle Ausmaß unserer Verluste mit -- oder besser: ihrer Verluste, denn ich fühlte mich längst nicht mehr ihnen zugehörig.

Die Nosferatu und den Tremere habe ich bereits erwähnt. Jetzt erinnerte ich mich wieder, wie in den Augenblicken vor meiner eigenen 'Vernichtung' das Blutsband an Juri riss. In dem letzten Ansturm sind auch Wilhelm von Deust, LexPhilander und Thorben William Maria Jack gestorben, auch wenn ich ihre ... Seelenkörper nicht gesehen hatte. Dass meine ehemaligen Artgenossen bei der Verkündung meiner 'Vernichtung' so bestürzt waren, war schon fast schmeichelhaft, wurde aber ein wenig dadurch relativiert, dass sie bei der Verkündung von Lex' Vernichtung ebenso bestürzt waren. Ein wenig mehr hatte ich mir schon erhofft. Andererseits: Ich konnte dabei sein, wie mein Tod bekanntgegeben wird! Als wenn das nichts wert sei.

Der Oberst erhob Anklage gegen Münchhausen, dass er ihm Sarah streitig gemacht habe, aber gegen Jester wollte er gleich klare Verhältnisse schaffen. Es erstaunte mich, dass ich mich über das Eingreifen von Fräulein Tipp nicht sonderlich verärgert war. Eigentlich gar nicht. Auch Jesters Bitten und Betteln berührten mich nicht sonderlich. Das folgende Durcheinander mit gezogenen Waffen, Liedern der Ruhe und hemmungslosen Einsatz körperlicher Kraft möchte ich nicht zu eingehend beschreiben -- irgendwie geht mir das jetzt näher, als ich es gewohnt bin.

Aber das war nichts im Vergleich zu dem Auftritt von Lucas Gates. Ich hätte ihn schon damals umbringen sollen, an dem Abend, wo er sich als Archont des Justikars vorgestellt hatte. Damals hätte mich das kaum Überwindung gekostet. Jetzt? Jetzt schaudere ich bei der Vorstellung von Gewaltanwendung. Der Justikar hatte die Festsetzung von Heinrich Alexander von Ley angeordnet, wegen diverser hanebüchener Anklagepunkte, die einen Justikar so überhaupt nicht interessieren sollten. Das war ein abgekartetes Spiel, das war die Beseitigung eines Komplizen, das war die Kamarilla von ihrer hässlichsten Seite. Ich sah den Zorn in Viktors Augen, ich sah die Ungläubigkeit in Leandras Gesicht und ich sah die Empörung, die Enttäuschung, die Verzweifelung all meiner 'ehemaligen' Artgenossen.

Aber ich sah sie auch nichts machen. Ich sah sie zusehen, wie der Oberst abgeführt wurde. Ich sah meine eigene Feigheit in ihnen."

Eine Träne rann über seine Wange.

"Hast Du es verstanden?" fragte er Stanislav. Stanislav kannte ihn nicht. Er war einfach da gewesen, als er wie versteinert die Szenerie um Oberst von Ley betrachtete.

Stanislav nickte. Mit schwerer, belegter Stimme antwortete er: "Ich denke schon."

Der andere lehnte sich zurück und musterte Stanislav mit seinen schwarzen Augen lange, minutenlang, stundenlang. Zeit spielte keine Rolle und machte eh, was sie wollte. Dann verzog sich sein Gesicht zu einem Lächeln, ein kaltes Lächeln. "Jedes Mal höre ich wieder diese Antwort von Dir, und jedes Mal weiß ich, dass Du nichts verstanden hast."

Jedes Mal? Was sollte das bedeuten. Stanislav wollte protestieren, aber der andere schnitt ihm das Wort ab: "Also wieder: Auf ein Neues!"

Der andere verschwand. Die Szenerie um ihn herum verschwand. Ein Sog packte ihn, riss an ihm, zerrte an ihm, fegte durch sein Innerstes und löste alles von ihm. Als erstes wurden ihm seine Erinnerung genommen, dann sein Wissen und seine Gefühle, und zuguterletzt wurden ihm seine Namen genommen.

1881, Zaryzin, das spätere Stalingrad. Es war früh am morgen des 21. Februar, als Darya Ivanova einen Jungen zur Welt brachte. Sie weinte, sie schrie, es war ihre erste Geburt, zwei weitere sollten noch folgen. Aber sie war auch glücklich. Und mit dem strahlenden Gesicht einer frischgebackenen Mutter nahm sie ihren Sohn aus den Händen der Hebamme entgegen. Im schweren, vom ländlichen Dialekt geprägten Russisch sagt sie ihrem Mann: "Er soll Stanislav heißen, Pjotr! Nach meinem Großvater. Stanislav, mein kleiner Stanislav!"

Kategorien: Sessionbericht

07.08.2010: Der Wunsch nach einem ruhigen Abend


„Ich weiß, es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich eine Einladung ausgesprochen habe. Drei Jahren ... nun ja. Was soll ich sagen?!? Ich fand es viel schlimmer, dass meine Gäste so lange auf sich haben warten lassen! Lass mich überlegen ... zuerst kam Daria Angela Magnus, die zwei Gastgeschenke mitbrachte, von denen das eine Zündstoff für eine hitzige Debatte über Offenherzigkeit und Vegetarismus lieferte und das andere --ebenfalls entflammbar-- mich nach einem kleinen Wutausbruch wieder beruhigen konnte. Denn entgegen dem Ansinnen meiner Einladung wollten sich nämlich die wenigsten meiner Gäste von den aktuellen Problemen ablenken lassen. Sehr zu meinem Missfallen, muss ich sagen. Ich fürchte übrigens, dass deswegen Fräulein Tipp nie wieder mit mir reden wird. Meinst du, wir sollten ihr Blumen schicken?!?

Mein Lieber, ich wollte doch einen Raum zu schaffen, an dem man sich begegnen konnte, um sich wieder auf die angenehmen Seiten im Leben zu besinnen. Böse Stimmen vermuteten allerdings, ich hätte die Einladung hauptsächlich als private Informationsveranstaltung genutzt, um mich über die Resultate der Hofhaltung zu informieren! Ha! Jeder weiß doch, dass ich politisch vollkommen uninteressiert bin! Bewundernswert übrigens, wie sich Ruben Alexander Carrol zurückhielt, um nicht gleich allen Anwesenden sein neues Amt unter die Nase zu reiben.

Sag mal, findest du auch, dass dieses Blau hier im Hintergrund viel zu Yves-Klein-Oscar-de-la-Renta-80er-Jahre-Synthetik-Pullover-mässig rüberkommt? Ist das Aquamarin? Ich brauche mehr ein Blau Richtung Lapislazuli ... aber nicht sowas hier. Verstehst du?!? Wirf das bitte in den Müll! Apropos Müll: Frau Murnau kam auch irgendwann aus der Tonne gekrochen. Ich habe kaum mit ihr gesprochen. So ein Pech.

Mit dir wollte ich übrigens noch über diverse ... sagen wir mal ... Sicherheitslücken sprechen. Nein, nein. Kein Grund zur Besorgnis, aber hatte ich ein sehr verunsicherndes Gespräch mit Dorothea Bishop und Julian Jascheroff von Calenberg. Ach... bitte organisiere mir ein Treffen mit Harry von Arnim-Suckow. Er meinte, er hätte da eine Lösung anzubieten! Die Ventrue kannst du dir sowieso mal als „tendenziell verlässliche Geschäftspartner“ notieren. Der Vicomte de Gramont war auch mein Gast. Und sehr gut elegant angezogen, wie ich fand.

Kennst du diese Momente, von denen man dachte, man hätte mit ihnen längst abgeschlossen und dann wird man doch wieder von der Vergangenheit eingeholt? So einen Moment hatte ich an dem Abend noch ein anderes Mal, als plötzlich Eli, ein alter Bekannter von mir aus Hamburger Zeiten vor mir stand. Denkbar ungünstiger Zeitpunkt, um nach Berlin zu kommen! Neonat des Clans des Mondes. Now you know ... don't talk to him, Sweetheart! Ich frage mich, was ihn tatsächlich herführt. Seine Clansschwester Elisabeth Rust kam ebenfalls vollkommen verspätet an und wirkte den ganzen Abend über merkwürdig abwesend. Und blass. Da fällt mir ein, dass ich mich gar nicht ausgiebig mit Liane Fetijane unterhalten habe!

Tja, alles in allem ein recht bedrückender Abend. Aber ich hab mein Bestes gegeben. Ich wünschte, du wärst dort gewesen!“

 

Kategorien: Sessionbericht

17.07.2010: Hofhaltung


Wieder einmal fand sich die Prominenz Berlins und Potsdams ein, um Fürst Hans Kohlhase die Aufwartung zu machen, sowie seine jungen und jüngsten Untertanen. Die Stimmung war jedoch von anfang an merklich angespannt: Warum war der Fürst Dresdens, Freiherr Marcus Anselm von Salm-Kyrburg, hier zur Hofhaltung? Und warum verbreitete er schlechte Laune? Seine Familie wurde darüber vermutlich im kleinen Kreise unterrichtet, der Rest konnte nur abwarten.

Und warten musste man. Kohlhase führte vor der Eröffnung noch eine Menge private Gespräche, die zuteilen keine Stimmungsbesserung brachten. Als er dann doch anfing Hof zu halten, ließ er zuerst durch seine Konsule eine Zusammenfassung der Entwicklungen der letzten Jahre vortragen. Nach einer kurzen Pause sprach der Fürst sein neues Urteil über Simon Lion in Anbetracht des Richtspruches des Justikars.

Darauf folgte der gesellschaftliche Höhepunkt des Abends, der Freispruch von Ginger Farlay. Kohlhase führte ein öffentliches Gespräch mit ihr und bat auch um Fragen aus dem versammelten Hof. Keine ihrer Antworten schien ihn oder irgendeinen der Anwesenden zu befriedigen -- und doch: Er sprach sie frei. Keiner wusste, was er in ihr gesehen hatte, außer einer laufenden Gefahr.

Dann folgte es Schlag auf Schlag: Absetzung von Zodiak als Hüter des Elysiums, ersetzte durch Alexander Michael Hus, Absetzung von Beate Güldenberg als Geißel und ersetzt durch Winter Duncan und zum Schluss Absetzung von Angelique de Bonvallé, dem Herold der letzten anderthalb Hofhaltungen. Der Fürst ließ zuerst offen, ob er den Posten neu besetzen wolle.

Nachdem das Personalkarussell so auf Touren gebracht wurde, gab es eine Pause. Und nach dieser traten ehemalige Anhänger der freien Gangrel vor Kohlhase, um seine Herrschaft anzuerkennen. Soweit war das noch nachvollziehbar, aber dann trat der alte von Salm-Kyrburg vor. Und übergab Kohlhase Dresden und die umliegenden Ländereien. "Ein Ventrue beugt sich nicht der Gewalt, aber er beugt sich der Notwendigkeit", gab er zu Protokoll -- es stand jedem am Hofe frei, darüber zu denken, wie er will.

Nach einer Pause gingen die Lehensvergaben an Leandra Feodora Lilienfein, Ruben Alexander Carrol und die jungen Brujah fast ebenso unter wie die Ernennung von Ruben zum neuen Herold, nachdem er diesen Abend über genau jene Rolle meisterte.

Das wäre eigentlich das Ende gewesen. Wenn nicht, ja, wenn nicht ein kleiner Zwischenfall im vorgelagerten Park noch einmal für Aufregung gesorgt hätte: Es sei wohl zu einem Angriff gekommen. Und die Handschrift dieses Angriffs glich der des Attentäters, der erst wenige Wochen zuvor den Berliner Artgenossen aufgelauert war. Mit Beklemmungen und mulmigen Gefühl verließen die Gäste den Hof und kehrten in ihre --hoffentlich-- sicheren Zufluchten zurück. Der Attentäter war auch diesmal nicht gefangen worden.

Kategorien: Sessionbericht

16.07.2010: Überraschungsparty


Eine eher weniger denn mehr aufschlussreiche Einladung lockte zahlreiche Artgenossen an der Ort des Gangrelangriffs vier Wochen zuvor, weiterhin gesichert durch die Sicherheitsghule von Richard Otto von Trutzfeld und Freiherr Maximilian von Salm-Kyrburg.

Keiner der anderen Gäste traf den erwarteten Gastgeber, jeder ging von jemanden anders aus. In das Rätselraten um den Urheber schaltete sich nur immer wieder die amüsierte Stimme von Daria Angela Magnus, die dazu aufrief, den Abend doch einfach zu genießen. Und es war eine warme Sommernacht, wie gemacht zum Genießen. Es war ein wenig schwül, aber selbst Sterblichen nicht unangenehm. Dennoch spürte man, dass ein Gewitter nahte.

Im Glauben an die Sicherheit entspannten sich die Gäste wie Fräulein Tipp oder Neshaid Hakim Al-Assam dann auch, redeten über verschiedene Geschehnisse der letzten Monate, über Waffen, über die Zeit nach der Gangrelbedrohung, und was sie von der Hofhaltung erwarteten. Hakims Shisha entwickelte sich einmal mehr zu einem Zentrum der Gelassenheit -- Tremere-Hexerei, einmal ganz profan. Auch einige Gäste der kommenden Hofhaltung aus fernen Ecken des Landes ließen sich blicken, Simone Duval, Tatjana Wolff und andere, ebenfalls mit nicht eindeutigen Aussagen zur Natur dieser Einladung. So war es eben: Das Mysterium des Gastgebers beschäftigte weiterhin die Gäste von offensichtlich niemanden.

Es hätte vermutlich Stunden so weitergehen können, doch im Sommer kommen die Gewitter rasch und mit großer Wucht. Und so nutzte man zu Beginn des Gewitters die Gelegenheit, sich zu verabschieden. Niemand legte Wert darauf, seine Existenz durch einen Blitzschlag zu beenden.
 

Kategorien: Sessionbericht

Mehr Berichte sind über den Kalender unseres TageBuchs und Archivs verlinkt. Stöbert doch ein wenig. Findet Ihr zu einer interessanten Session keinen Eintrag, dann schreibt doch einen oder hinterlaßt einen Kommentar zum Thema.

Kategorien: Sessionbericht
There are no comments on this page.