BuchDerToreador

Das Buch der Blüten: Die Familie Toreador


Wenn man an Vampire denkt --und dabei den Film 'Nosferatu' außen vor läßt--, dann fallen einem wohl Geschöpfe ein, wie sie die Toreador verkörpern: leidenschaftlich, verführerisch, wunderschön und tödlich. Sie sind Charmeure und Hedonisten, eloquent, dekadent und verdorben -- und wirken doch menschlicher als viele Menschen. Traditionelles Wappen des Clans Toreador

Toreador sind feinsinnige und feinfühlige Beobachter, aber Emotionen sind für sie nur Spielzeug. Stärker als alle anderen Vampire leiden sie unter der Unsterblichkeit und baden doch in ihr. Ihr Geschick im gesellschaftlichen Umgang hat sie zu engen Verbündeten der Fürsten gemacht, die meist von den Ventrue gestellt werden.

Die Toreador haben ihren Namen aufgrund einer Legende, die sich um ihre Familiengründerin rankt: Sie habe auf der Insel Minos im Labyrinth mit dem Minotauros –dem Sohn von König Minos, halb Mensch und halb Stier– getanzt, wie auch heute noch die sterblichen Toreros in den Stierkampfarenen auf der Iberischen Halbinsel mit den Stieren ›tanzen‹.
Neuzeitliches Symbol des Clans Toreador: die RoseDer Fluch der Stiertänzer besteht in der Allgegenwärtigkeit, ohne Rast von Augenblick zu Augenblick zu eilen und ständig der Vergangenheit abzuschwören, denn "nichts ist langweiliger als die Zukunft von Gestern". Die Toreador, und zwar jeder einzelne, haben einen Privatkrieg mit der aufkommenden Langeweile auszufechten. Wann immer jedoch ein Augenblick der Sinnesfreude aufkeimt, verfallen sie diesem und sinken in einen trance-ähnlichen Zustand, in dem sie jedes Detail, jede noch so kleine Regung wahrnehmen, sie geradezu aufzusaugen. Währenddessen sind sie nahezu schutzlos und können sich nur unter enormer Willenskraftanstrengung von dem Objekt des Interesses lösen.

Wenn die Toreador jedoch für eines berühmt sind, dann für ihre Hingabe; Hingabe zu Details und Finesse, denn ihr Fluch läßt ihnen keine andere Wahl als beständig nach dem Neuen im Bekannten zu suchen und dieses Bekannte immer wieder und wieder neu –und besser– zu erfinden. Das Ziel dieser Hingabe mag völlig frei gewählt werden, aber immer ist es mit einer Flut an Sinnesreizen verbunden, um den Gedanken an Langeweile gar nie aufkommen zu lassen.

Toreador sind häufig Künstler, aber noch viel mehr Toreador suchen einfach nur die Nähe der Künstler, um von deren beständigen Schaffen zu zehren und sich daran zu weiden. In der Kunst finden sie das ewige Schaffen, das sie für kurze Zeit aus dem Trott der Ewigkeit zu reißen vermag und ihnen die ersehnten Augenblicke verschafft, denen sie sich mit Leib und Seele hingeben können.

"Kunst! Wie hasse ich dieses Wort. Ernsthaft, kaum sagst du "vom Clan Toreador", da kommt garantiert ein abschätziges "Und was ist IHRE Kunstrichtung?". Sorry, Leute, ich bin gut im Bett, ich fotografiere Hühneraugen, ich handkoloriere vietnamesische Briefmarken. ICH BIN KEINE KÜNSTLERIN! Ja, oh Schock, da denkst du doch glatt "Poseur". Und weißt du was? Falsch gedacht. Ich bin. Ich bin in jeder Sekunde, mit jedem Wimpernschlag, von ganzem Herzen und mit ganzer Seele, ich bin die einzige verfluchte Untote in dieser Stadt, die noch am LEBEN ist. Weil ich fühle. Weil alles, was ich tue, mit Leidenschaft getan wird, aus Überzeugung, aus dem Augenblick heraus. Morgen ziehe ich mich wieder nackt aus und betrachte zwei Stunden lang die Homepage der ARD. Oder ich suche mir eine hübsche Ecke und gehe auf den Strich. Oder ich frage meinen Sire, ob er mir beibringt, mit dem Schwert oder dem Messer zu kämpfen. Vielleicht male ich auch was Nettes, oder ich schreibe ein Gedicht, das dir Tränen in die Augen treibt. Aber nicht, weil ich Toreador bin und das von mir erwartet werden sollte. Sondern weil ich es will, weil ich es kann, weil es mir selbst zeigt, daß ich noch BIN." Vera Corrêa

 

Kategorien: Toreador, Spieltipps
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