DisziplinStaerke

Stärke


Stärke 1Stärke funktioniert automatisch und erhöht den Grundschaden eines Charakters um dessen Disziplinstufe. Des weiteren kann der Charakter auch mehr heben und höher springen (siehe WW-Grundregelwerk).Stärke 2

Kraftakt / SchadenGewichtSpringen (Höhe)
120 kg1 m
250 kg2 m
3150 kg4 m
4300 kg6 m
5600 kg9 m
61.000 kg12 m
72.000 kg15 m
84.000 kg18 m
Schaden und körperliche Leistungen durch Kraftakt

Was kriegt ein Opfer oder Zeuge dieser Kraft davon mit?


Nun, der Anwender erscheint kräftig -- richtig kräftig. Bis zu dem Punkt, wo man nicht mehr glauben mag, daß derjenige seine Kraft wirklich allein seinem Körper entlockt. Das hängt aber direkt von der verwendeten Stärke ab.

Auswirkungen auf die Psyche des Charakters


Wenn man sich etwas mit Gewalt nehmen kann, warum sollte man erst reden. Der Nutzer dieser Disziplin verliert das Verständnis für das Maß der Dinge, wird überschwenglich, leicht rauhbeinig und hat wenig Verständnis für das Streben der Schwächeren und deren Probleme dabei.

Steigerung


Stärke 3Diese Disziplin zu steigern ist nicht ganz einfach. Ein Lehrling dieser Schule wird sich auf den Aspekt konzentrieren müssen, daß sein toter Körper längst allein kraft seiner Gedanken zu Bewegungen fähig ist. Benutzt man im Normalfall nur die vorhandenen biologischen Möglichkeiten seines Körpers, so erweitert die Disziplin diesen Krafteinsatz um den unbedingten Willen des eigenen Geistes.

Eine ähnliche Art und Weise, Kraft einzusetzen, ist einigen vielleicht schon bekannt: Das fernöstliche Chi gilt als Quelle der Kraft und kann für simple Demonstrationen sehr schnell erlernt werden. Aber auch im Abendland kursieren Geschichten von Menschen, die in Notsituationen zu ganz erstaunlichen Kraftakten in der Lage waren. Der Zustand der Verzweifelung scheint Grenzen im Geist niederzureißen, die ein Anwender dieser Disziplin nach Belieben überschreiten kann -- denn er hat begriffen, daß aus Willen Kraft abgeleitet werden kann.

Der Lernvorgang verläuft sehr ähnlich: Der Schüler muß lernen, daß nicht Gewicht oder Stabilität ausschlaggebend sind, sondern allein sein Wille, daß etwas angehoben, bewegt oder zerstört wird.

Ihre Fingernägel bohrten sich tief in ihr Fleisch, die Gelenke knackten jedes einzelne Mal, wo sie die Hand entspannte und wieder zur Faust ballte. Sie kannte jeden Muskel in ihrem Leibe, wußte, wie sie ihn anzuspannen hätte -- aber was er ihr heute nacht zeigte, war ihr neu. Nicht elementar auf ihren Körper zu schauen, stattdessen die Funktion, die Bewegung zu erfühlen, die sie ausführte, ohne einen bewußten Gedanken vorausgeschickt zu haben.

Knickknack!

Er hatte ihr gezeigt, wie er mit dem Anspannen eines einzelnen Muskels seine Schulter auskugeln konnte. Er hatte auch erzählt, er hätte sich sogar schon einen Knochen gebrochen auf diese Art und Weise.

Knickknack!

Der Weg sollte das Ziel werden. Nicht die Hände, die Finger verkrampfen, nein, einfach nur schließen, durch nichts wieder öffnen lassen. Seine Hand tastete immer wieder über ihre Finger, versuchte fortwährend, die Finger an der Bewegung zu hindern. Er war rücksichtsvoll, er vermied es, seine übermenschliche Stärke einzusetzen. Sie wußte, er könnte jederzeit ihre Faust wieder öffnen, wenn er es darauf anlegte. Aber das war heute nicht die Aufgabe. Er hatte es ihr gestern nacht demonstriert. Erstaunt sah sie zu, wie er ohne Anstrengung ihre fest geballte Faust öffnete als sei sie eine Getränkedose.

Knickknack!

Stärke 4Der Weg war das Ziel! Immer wieder schoß ihr dieser Gedanke durch den Kopf, während sie automatisch die Hand zur Faust ballte und wieder zurück. Sie war ja nicht schwach. Jahre harter Arbeit zu Lebzeiten hatten sie kräftig und sehnig werden lassen -- so mancher sterblicher Mann heutzutage war gegen sie ein Schwächling, von den Frauen ganz zu schweigen.

Knickknack!

Doch diese Form der Kraft war ihr unbekannt -- nicht ganz, aber größtenteils. Sie erinnerte sich an damals, an die Augenblicke kurz vor ihrem Tod. Verschwommen erinnerte sie sich an die Kraft der Verzweifelung, die sie damals durchfuhr, als sie sich gegen diesen Engel des Todes zur Wehr setzen wollte. Von sich herunter hatte sie ihn geworfen, wußte sie doch, daß Versagen den sicheren Tod bedeutete. Und gestorben war sie.

Knickknack!

"Du kannst aufhören", hörte sie ihn sagen, "Du solltest Deine Hand erstmal wieder schonen. Machen wir eine Pause, heil Deine Hand, wir machen in einer Viertelstunde mit dem ganzen Arm weiter." Sie schaute auf ihre Hand und erschrak, als sie feststellte, daß die Fingerglieder in extrem unnatürlichen Winkeln abstanden.


Stärke 5

 

Kategorien: Spieltipps, Disziplin
Comments [Hide comments]
2006-10-24 08:49:55
Auf welchen Drogen ist die denn, daß sie nicht merkt, daß er ihr die Finger bricht??? Oder ist das eine Diszi, die ich noch nicht entdeckt habe?
2006-10-24 11:59:39
Die Droge nennt man Trance -- ein Geisteszustand, der zufällig oder bewußt herbeigeführt auftreten kann.
Comment by FleX
2008-05-14 01:45:11
Hier sollte auch eine Anmerkung zu dem Schaden stehen, den man sich durch Anwenden von Stärke selbst erteilt.
Comment by FleX
2008-05-14 01:54:03
Das ist ziemlich fett - all die Charaktere, die mit Körperkraft 5 und Handegemenge 3 aufgestellt wurden machen sich ihren Stärkewert grundsätzlich selbst als Schaden! Man sollte diesen eine Warnung aussprechen nicht zu heftig zuzuschlagen oder zusehen wie sie bei einem maximalen 2er Soak schnell in die Binsen gehen. Ich schätze Fürt Kohlhase hat auch nicht genügend Handgemenge um sich nicht selbst in Starre zu prügeln (beim ersten Celerity-schlag) //rein hypothetisch hatt er alle Werte auf Maximum und will sie auch mal einsetzen: Körperlraft 6 + Stärke 6 (macht 9 Schaden) dank Hangemenge 6 (hypothetischer Maximalwert, man denke an Werte von 5 oder weniger) bleiben Grundsätzlich 3 Schadne übrig. 3 mal 9 ergibt für ihn selbst 3 mal 3. da kommen bei Widerstand 6 gerade noch 3 durch, aber durch schon etwas Handgemenge und Widerstand weniger werden daraus 6 oder 9 Schaden. Sollte eine solche Disziplin wirklich einen Wert erreichen, ab dem sie wieder ineffizienter wird, als vorher?
2008-05-14 14:49:26
Mal angenommen Du hast Stärke 3, Körperkraft 3, Handgemenge 3 und Widerstand 3. Dann machst Du bis zu 5 Punkte Schaden, durch Dein Handgemenge erleidest Du bis zu 2 Punkte davon selbst. Dank Deiner Absorption geht nur 1 Punkt davon durch. An Deinem Beispiel 'Kohlhase', das überhaupt nicht den reellen Zuständen entspricht: Stärke 6, Körperkraft 6, Widerstand 6, Handgemenge 6. Macht bis zu 9 Punkte Schaden, wovon er bis zu 3 Punkte selber erleidet, er aber auch bis zu 3 Punkte absorbiert. Macht? Genau, 0 Punkte Schaden für ihn. Mit diesen Werten wäre er ziemlich auf der sicheren Seite. Wenn er jetzt anfängt, Blut zu pumpen an der einen oder anderen Stelle, dann muß er damit rechnen, daß er auf einmal mehr Schaden austeilt, als er selbst verträgt. Andererseits können Charaktere, die nicht genug absorbieren und zuviel austeilen, erst einmal Widerstand erhöhen, um die Absorption zu erhöhen.
Comment by Matthias Kühn
2008-05-14 17:34:10
Mal ehrlich... im Kampf wird keiner daran denken "oh, ich hab gepumpt und jetzt hau ich den gangrel, den ich anders gar nicht verletz (siehe Seelenstärkediskussion), endlich zu brei. jetzt muss ich nur nach daran denken, selbst umzuklappen, da meine gebrochene hand mir den rest gibt..." Schöner Gedanke fürs P&P, aber m.A. nüscht im Live-Kampf!
2008-05-14 18:30:49
Ich denke nicht, daß es soviele Charaktere geben wird, die sich tatsächlich nennenswert selbst verletzen beim Zuschlagen. Wie bei so allen Sachen im Livespiel: Wenn man nicht dran denkt, dann gilt es eben gerade nicht. Regeln machen das Spiel nicht deterministischer, sie zeigen eigentlich nur Möglichkeiten. Wann haben wir denn mal jemanden rausgeschmissen, weil er sich nicht an die Regeln gehalten hat? Jeder 'Regelverstoß' kann letzten Endes doch einfach als die Varianz betrachtet werden, die so mancher gerne im Spiel hätte. Ich bin da ganz entspannt. Denn wenn ein Regelwerk für irgendjemanden zu kompliziert sein kann, dann wird es immer für irgendjemanden zu kompliziert sein. Nach wem soll ich mich denn richten? Nach den größten Regelschrecken? Dann muß das Regelwerk auf eine Seite passen und darf keinerlei Feinheiten mehr besitzen. Soll ich mich nach denen richten, die das Regelwerk mal überfliegen und sich 20 % dabei merken? Welche 20 % soll ich denn dann drinlassen? Ich glaube, das beste Regelwerk ist das, was dem Charakter eines Spielers Vorteile gewährt, wenn der Spieler sich an die Regeln hält. Reguläre Nachteile müssen seitens der Spielleitung überwacht werden. Nimm die Regel zum Zielen: Ein Spieler kann wunderbar ohne auskommen. Wenn er sie anwendet, dann kann er aber Vorteile aus ihr ziehen. Die Selbstverletzungsregel ist eher ein Kandidat für das 'Vergessen': Der Spieler müßte selbst an die Nachteile seines Charakters denken. Man kann aber den Spielern bei Erstellung ihrer Charaktere solche Dinge mitteilen. Wenn sie dann in einem von vielen Fällen mal dran denken, das so auszuspielen, dann könnte die Atmosphäre des Spiels schon gewonnen haben. Die Ausraster von Vampiren, der Irrsinn von Malkavian, die Tiermerkmale der Gangrel und die Entstellungen der Nosferatu demonstrieren aber sehr gut, daß nachteilige Regelungen gerne sehr großzügig ausgelegt werden. Gerade im Kampf rechnen ziemlich viele Leute ziemlich wenig mit. Aber das liegt wohl in der Natur des Kampfes. Wollen wir den Kampf soweit vereinfachen, daß es ein stupides Haudrauf wird? Brauchen wir dann überhaupt noch Kämpfe?
Comment by Matthias Kühn
2008-05-15 12:31:13
Stimmt schon! Mehr Regeln drücken dem Spiel automatisch eine größere Varianz in der Auslegung/Vergessen derselben aus. Und ich finde es großartig, dass du dir unablässig Gedanken zur Verbesserung oder auch Anpassung an reale Gegebenheiten der mundanen Welt machst. Also nichts für ungut, aber manchmal schießt du übers Ziel hinaus. Aber Vampire sind nunmal nicht mehr Teil dieser mundanen Welt. Man muß also nicht alles versuchen an die Gegebenheit, unter denen wir als Menschen leben, anzupassen. Zumal wenn die hinzugefügten Regeln ohnehin wahrscheinlich unbeachtet bleiben, kannst du deine Energie woanders sinnvoller einsetzen. Aber zumindest diskutieren wir endlich mal... nicht wahr ;-) Und ja, hin und wieder auf de Fresse, gehört dazu!
Comment by Ze Pp U
2008-05-15 14:13:23
Wo der Matze recht hat.... :P