GiO20081018

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======18.10.2008: "Identität -- Aus den Tiefen ..."======
>>Datum: 2008-10-18
Zeit: 20 Uhr MESZ (nur für den Fall, daß die Zeitumstellung zwischen Eintrag und Termin kommt)
Spielort: KoCa
Organisation: MasinAlDujaili
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Nächster Termin: {{calendarlink link="next"}}
Voriger Termin: {{calendarlink link="prev"}}>>"Christoph? Komm zu mir!" forderte VAAdGramont seinen Bediensteten auf. Er hatte sich nie an die Bezeichnung //Leichenfresser// für die vitaeberührten und gebundenen Menschen gewöhnen können.

"Oui, Monsieur!" antwortete Christoph Bayer und eilte ohne zu hetzen zu seinem Herren. Er wich ihm selten weit von der Seite, wenn er nicht gerade in der Gesellschaft seiner Artgenossen war. Sein Herr hatte ihm erklärt, daß es dort nicht sicher sei für ihn, wenn er auch ohne zu zögern sein Leben für seinen Herren gäbe. Aber der Verlust seines langjährigen Begleiters wöge schwerer als jede kleine Verletzung, die seine Artgenossen ihm zufügen könnten, hatte dieser ihm erklärt. "Wie kann ich Ihnen dienen, mon sieur?"

"Du erinnerst Dich doch daran, daß ich letztes Jahr zu einer Reihe Salons lud? Zum Thema Heimat."

"Naturellement, mon sieur, naturellement! Ich habe die Einladungsschreiben für Euch aufgesetzt." Ein Lächeln huschte über seine Gesichtszüge, ein Lächeln, daß dem Vicomte nicht entging. Dennoch mußte er ihn mit einem Blick zurechtweisen: Solch Benehmen war ungebührlich. Aber in ihrer trauten Umgebung erlaubte er es sich, keine weiteren Maßnahmen zu ergreifen, und Christoph wußte das.

Langsam und gedehnt setzte der Vicomte an: "Magnifique! Du wirst demnächst erneut Einladungen vorbereiten. Ich benötige sie bis Ende September, denn ich gedenke sie, mit nach Hamburg zu nehmen -- dort werde ich meine beabsichtigten Gäste finden. Es ist an der Zeit, meine jungen Artgenossen ...", er pausierte kurz, während ihm das Bild seines alten Freundes ArcangeloCorelli durch den Kopf schoß[1], "... oui, es ist an der Zeit, meinen jungen Artgenossen zu zeigen, woher ihr //Ich// kommt." Sein Blick wanderte nach innen, während er einen Gedanken hin- und herwälzte, der ihm offensichtlich ein wenig Amüsement bereitete. "Sie werden es nicht schön finden, mit ihrem Ich konfrontiert zu werden."

"Selbstredend werde ich alles Notwendige veranlassen." Mit einer unbeholfen wirkenden, aber lange einstudierten Bewegung[2] beförderte er einen Notizblock und einen Dokumentenstift zutage. "Zeit und Ort?"

"Ich dachte an dieses ... Tagungszentrum. Es versprüht so etwas Jugendliches, Vergängliches, wie geschaffen für einen kurzen Einblick in sich selbst. Wie wird es genannt? Koca, ist es nicht so? Beantrage bitte das Koca. Und ich dachte an den 18. des //octobre// diesen Jahres, so ab ... wann geht die Sonne unter? Nun, zwei Stunden hernach sollten reichen."

"Habt Ihr besondere Wünsche an Papier und Gestaltung?"

"Blütenweiß, normal, ohne Wappen. Kein Décor. Ein leichter Anklang von Kälte in der Wahl der Schrift, man solle mir nicht nachsagen, falsche Erwartungen geschürt zu haben. Eine einfache Faltkarte in einem weißen Umschlag." Er überlegte kurz. "Eine allgemeine Anrede, einerseits für den einfachen Hobereau, andererseits für geschätzte Mitglieder unserer Gesellschaft, zuguterletzt eine neutrale. Jeder Empfänger einer Einladung soll eine solche neutrale Einladung zusätzlich erhalten, die er an einen weiteren Artgenossen reichen kann." Seine Miene zerfurchte sich, dann seufzte er schwer. "Es gefällt mir nicht, daß ich solcherart unliebsam überrascht zu werden vermag, aber ich kann nicht jedem Untertanen seiner Exzellenz eine persönliche Einladung zuteilkommen lassen -- was sollte man von mir denken? Das Risiko muß ich leider eingehen." Christoph dachte sich dies bereits und erfreute sich daran, den Gedanken seines Herren erraten zu haben. Dessen Gedanken kehrten zu den Anweisungen zurück. "Ich brauche von ersteren beiden Formen jeweils exactement gleich viele Kopien, sagen wir acht."

"Was darf ich den geladenen Gästen ausrichten?"

"Ich bitte um Bestätigung. Ich werde für Getränke in ausreichender Menge und Qualität sorgen. Sollte ich hinzufügen, daß ich keine Waffen wünsche? Wie formuliert man so etwas angemessen? Nun, es ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit und bedarf keiner Erwähnung. Dieses sollte aber erwähnt werden: Im November und im Januar werde es Folgesalons geben, dieser Salon stellt also einen Auftakt dar. Der Titel lautet 'Identität', diesen solltest Du unterbringen."

"Sehr wohl, mon sieur! Ich werde dies alles veranlassen und Euch bis übernächste Nacht Ansichtsexemplare vorlegen." Sein Mobiltelefon vibrierte, und er blickte drauf. "Der Veterinär ist angekommen, mon sieur ..."

Vicomte de Gramont erhob sich leichtfüßig aus seinem Sessel, schloß seine Jacke und griff nach dem Gehstock. "Dann sollten wir dem armen Tier bei seinen letzten Augenblicken beiseitestehen, Christoph. Begleite mich ..." Ohne die Reaktion seines Bediensteten abzuwarten, verließ er den Raum. Er wußte, Christoph konnte gar nicht anders, als ihm folgen zu wollen.

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[1] Betrachtet Vicomte de Gramont seinen alten Weggefährten tatsächlich als jung? Oder gibt es eine andere Deutung, daß er dabei an Arcangelo denken mußte?

[2] Die Effizienz dieser Bewegung lag nicht in der Tätigkeit an sich, sondern darin, die Hand in Reichweite seines Schulterholsters zu bekommen, wo normalerweise Pflock und Pistole zu finden waren, die jetzt natürlich nicht darin steckten, und zugleich einem potentiellen Gegner den Eindruck zu vermitteln, Christoph sei unbeholfen.
=====Einladungstext=====
Neben dem Text hier, den ich bald veröffentlichen werde, wird es noch ein paar PDF-Dateien geben. Selbstverständlich wird es auch besagte papierene Einladungen geben. Sie werden aber erst zu den [[NlC20081003 Pythischen Spielen 2008]] ausgehändigt.
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