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30.09.2017: Einladung von Klara Wagner - Die vergessene Kunst des Briefes





She wrote upon it:
Return to sender, address unknown.
No such number, no such zone.
We had a quarrel, a lover's spat
I write I'm sorry but my letter keeps coming back.
Return to sender - Elvis Presley


Berliner Unterstadt, den 24. September 2017

Einladung zum Salonabend

Hochehrwürdige Herrin der Domäne,
hochverehrte Älteste,
sehr verehrte Magistrate,
verehrte Bürger Berlins,

wenngleich uns die Moderne eine Vielzahl schöne und gleichsam nützliche Errungenschaften gebracht hat, ließ sie uns doch auch, oft bedenkenlos, jene Gebräuche zurücklassen, welche diesen vorher gegangen waren.

Erinnern Sie sich noch, wann Sie den letzten Brief erhalten haben? Also nicht eine E-Mail, eine SMS oder eine WhatsApp-Nachricht. Ich meine einen echten Brief, auf Papier, womöglich sogar per Hand geschrieben, vielleicht parfümiert und voller Gefühl und Gedanken frankiert und zur Post getragen.

Und war es nicht ein soviel wahrhaftigeres Gefühl einen solchen dann aus dem Briefkasten zu fischen, ihn ehrfürchtig ins Haus zu tragen und in aller Ruhe und mit Bedacht zu öffnen und die Worte darin in sich aufzunehmen. Ein Brief war ein Zeichen der Anteilnahme, die wir am Leben des Anderen genommen haben. Vor allem brauchte es Zeit, zum Schreiben und zum Lesen - und welche Währung wäre wichtiger als diese, die Zeit, die wir anderen widmen.

Ich möchte Sie daher einladen, sich einen Abend mit mir in diese alten Zeiten der langsamen, aber wahrhaftigen Kommunikation zurückzuversetzen und die Kunst des Briefeschreibens zu würdigen.

Wir wollen dies in dreierlei Hinsicht tun.

Zum Ersten wäre ich geehrt, wenn Sie meine Einladung mit einem Beitrag Ihrerseits bereichern wollten. Haben Sie einen Brief, der ihr Herz, auch nach vielmaligem Lesen, immer noch anrührt? Und würden Sie es wagen diesen mit der Gesellschaft zu teilen? Dann will ich Ihnen auf meiner Einladung gern den Moment einräumen dieses Kleinod meinen Gästen und mir vorzutragen und uns einen Teil Ihres Herzens zu offenbaren.

Zum Zweiten möchte ich, wie es früher gelegentlich üblich war, den Abend um eine nonverbale Ebene erweitern und werde zu diesem Zwecke ein kleines Postsystem unter Ihnen, meinen Gästen, etablieren, auf dass wir den Brief als Vertrauten und Träger unserer innersten Geheimnisse wiederentdecken mögen.

Zum Dritten ist es mir eine Überaus große Ehre Ihnen ankündigen zu können, dass die Unterstützung meiner Familie es mir erlaubt hat für Sie drei Briefe zusammenzutragen, welche Sie zu besagtem Abend ersteigern können.
Um Ihnen zu ermöglichen sich besser auf die Auktion vorzubereiten, möchte ich Ihnen hier schon einen kleinen Eindruck von deren Inhalt vermitteln, ohne allzu ins Detail zu gehen.

Unbekannt an Lukas Gates, Ancilla der Gangrel und Archont des Justicaren Karol van der Voort (2017) - Aktuelles aus der Domäne Berlin
Wilhelm Waldburg, Ahnsherr der Ventrue und ehemaliger Fürst über Berlin an sein Kind Siegmund Striebeck (1937) - Ein Einblick in das Haus Breidenstein
Henriette Schimmelpfennig, Ancilla der Nosferatu an den Clan Nosferatu (2015) - Ein von Neuem aktuelle Warnung

Im Sinne einer stillen Auktion werden Sie den ganzen Abend über Gelegenheit haben Ihre Gebote in einem ausliegenden Heftchen zu notieren. Etwas eine Stunde vor Ende des Abends wird das Ende der Auktion verkündet werden und die Gewinner werden benannt.


Es wäre mir also eine große Freude Sie zahlreich am 30ten September ab 20 Uhr in den bekannten Räumen des Tagungszentrums Jugendklub Koca begrüßen zu dürfen.

Mit freundlichen Grüßen,

Klara Wagner
Neonatin aus der Familie der Verborgenen

 

Kategorien: Sessionankündigung
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