JohannLudwigMaximilianDortu

Johann Ludwig Maximilian Dortu


Oh ja, natürlich, Monsieur. Sie haben ja so recht. ...Warum ich schmunzele? Nun, ich könnte vielleicht versuchen, Ihnen die Natur ihres Fehlers zu verdeutlichen, aber irgendwie habe ich das Gefühl, das wäre, als würfe ich Perlen vor die sprichwörtlichen Säue. ... Jetzt zürnen Sie doch nicht und pochen auf Ihren Status. Das ist unter unserer beider Würde, wenn ich davon ausgehe, dass Sie so etwas in der Richtung besitzen.

Maximilian Dortu, bürgerlich-republikanisch orientierter Rechtsanwalt und legendär gewordener Freiheitskämpfer der Revolution von 1848 fand seinen Weg erst vor ein preußisches Standgericht und dann in die Reihen des Clans Brujah. Doch das Blatt des Revolutionärs wandelte sich schnell, als ein Älterer ihn und seine Talente für sich beanspruchte und fort an diente er seinem neuen Mentor, dem Ahnherren ChristophDurier als Sekretarius des Potsdamer Zirkels, also genau der feudalistisch-hierachischen Organisation, die seit altersher die Geschicke des Brandenburger Landes manipulierte und den Puppenspieler hinter allem darstellte, was Dortu je bekämpft hatte. Über die Jahrzehnte wurde in dieser unerträglichen Lage, gesichert allein durch ein mächtiges, quälendes Blutsband, aller Idealismus zu beißendem Spott, jedes echte Gefühl verborgen hinter einer Fassade herablassender Dienstbarkeit an seine Auftraggeber und vernichtender Kritik an den oft blauäugigen Kainiten Berlins. Selbst die Toreador, die Könige der Gesellschaft, fürchteten den hageren Mann im addretten Gehrock, der Seitenhiebe verteilte wie andere Hallo sagen. Doch dann geschahen zwei Dinge: Der Potsdamer Zirkel wurde durch die Freien Gangrel vernichtet und Dortu entflammte in beiderseitiger Liebesbeziehung zu der Ventrueneonatin Gräfin Sophie Madeleine Salentin de Bouvoire. Dortu ergriff beide Gelegenheiten, rief die Republik Potsdam aus, als Bollwerk gegen die Gangrel einerseits und eine feudale Gesellschaftsordnung andererseits, und, den Erschaffer Sophies gesellschaftlich aus dem Weg räumend, erlaubte sich nach so langer Zeit endlich wieder die Freuden privaten Glücks. Allein, die hehren Ziele der Republik gingen nach nur 9 Monaten des Bestehens unter in bürokratischem Chaos und ratsinterner Korruption. Dortu stand noch als Präsident an der Spitze, bis Berlin befreit war und dankte dann ab, gab mit kaum verhohlenem Zynismus die Domäne in die Hände der Ventrue. Auf der Zeremonie der Amtsübergabe wurde er dann überraschend für alle außer ihn und den Clan des Zepters zum Archonten Reinhardt von Trottas ausgerufen, speziell mit der Eindämmung der überhand nehmenden Anarchie in Magdeburg betraut.
Dortu, der nicht mehr hier, dessen Einfluss aber noch spürbar ist, wählte den Weg des Dienens, als er erkannte, dass man nur korrupt herrschen kann. Zurück lässt er die Gräfin, die seitdem mit spitzer Zunge und weiblichem Charme scheinbar sein Werk weiterführt.

Kategorien: Charakter, Brujah, Camarilla
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