LFLTageBuch20070602

02.06.2007: Blut




Will man einen Philosophen besonders ehren, gewährt man ihm die Gnade des Freitode, bei dem ihm sein bester Freund küßt und umarmt, während er sich selbst den Dolch ins Herz sticht:

»Der Freund löst seine Lippen nicht von den seinen, bis er erkennt, daß er gestorben ist. Dann zieht er ihm das Messer aus der Brust, schließt die Wunde mit seinem Munde und trinkt von dem Blute, soviel er kann. Sofort folgt der nächste, den ersten legt man schlafen. Ist der zweite gesättigt, legt er sich nieder und macht dem dritten Platz, und so fort, bis alle getrunken haben. Nach einigen Stunden führt man ihnen junge Mädchen zu, und drei bis vier Tage, während sie die Wonnen der Liebe genießen, ernähren sie sich nur vom Fleisch des Toten ernährt, und das ganz roh. So sind sie sicher, daß es, wenn aus diesen Liebesstunden neues Leben entsprießt, ihr Freund ist, der wieder lebt.«


 

Kategorien: Privates IT-Tagebuch von Leandra
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