MAvSalmKyrburg

Freiherr Marcus Anselm von Salm-Kyrburg


Wer den Rohrstock zurückhält, liebt das Kind nicht.

Der Fürst von Dresden, Kind des Archonten FLvHabsburg und Erschaffer des vormaligen Berliner Fürsten FMvSalmKyrburg, ein konservativ gekleideter älterer Herr mit einem leichten Gehfehler, ist ein fast steinernes Monument des 19. Jahrhunderts - streng, tugendhaft, integer, von unerschütterlicher Haltung. In vielerlei Hinsicht repräsentiert er den Clan des Zepters wie er einmal war. Keiner mag den Mann sonderlich, aber man läßt sich von ihm führen, denn er würde eher sterben, als seine Verbündeten zu verraten oder wider seine Prinzipien zu handeln. Gerade aus diesem Grund ist sein Verhältnis zu seinem Vor- und seinem Nachfahren recht gespalten, repräsentieren diese doch eher den Diplomaten- als den Soldatentypus der Ventrue. Doch die Vergangenheit hat gezeigt, dass in Zeiten der Not das Netzwerk dieser Blutlinie eisern zusammenhält, aller internen Streitigkeiten zum Trotz, oft auch gegen den eigenen Clan. Das Relikt Salm-Kyrburg regiert jetzt seit beinahe 5 Jahren Dresden und noch hat seine Herrschaft niemand in Frage gestellt. Aber alles Alte muß einmal vergehen, wenn es sich nicht mit der Zeit verändern kann.

Das Haus Salm -- Adel verpflichtet. Nur zu was?


Die Salm-Kyrburger Nebenlinie der Saulus-Ventrue hat in Deutschland und Österreich zahlreiche Sprößlinge und Verbündete. Ihre Geschichte ist schon zu sterblichen Zeiten stark mit der Entwicklung des Deutschen Reiches verbunden. Während kainitische Fakten über das Wirken der illustren Gesellschaft entweder hinlänglich bekannt oder aber gut verborgen sind, soll dieser kleine geschichtliche Abriss vor allem anderen Charakteren von Stand einen Überblick darüber verschaffen, was sie über dieses in den heutigen Geschichtsbüchern eher obskure Adelsgeschlecht wissen könnten.

1499 Erste urkundliche Erwähnung eines Rheingrafen Karl-Florentin von Salm mit Jagd- und Wildrechten in den Vogesen.

1623 Rheingraf Philipp Otto zu Salm wird in den erblichen Reichsfürstenstand erhoben. Sein ihm garantiertes Land, die Grafschaft Salm, liegt in Badonviller in den lothringischen Vogesen.

1743 Eine Nebenlinie der Familie unter Friedrich II von Salm wird mit der Grafschaft Kyrburg (dann: Fürstentum Salm-Kyrburg) um die Stadt Kirn im heutigen Rheinland-Pfalz belehnt.

1766 Das erweiterte Gebiet der Hauptlinie, jetzt Fürstentum Salm-Salm, wird zu einer von Frankreich umschlossenen Exklave des Heiligen Römischen Reiches.

1789 In Folge der französischen Revolution wird das Fürstentum Salm-Salm von französischen Kräften annektiert und die Fürstenfamilie von Konstantin Alexander von Salm-Salm flieht zurück ins Heimatland. Sie beziehen die Burg Anholt in Isselburg auf dem heutigen Gebiet Nordrhein-Westfalens.

1794 Das Fürstentum Salm-Kyrburg wird nun auch von Frankreich annektiert und schließlich sogar offiziell an dieses abgetreten. Der am Pariser Hof residierende Kopf der Nebenlinie Friedrich III. von Salm-Kyrburg wird von Revolutionären hingerichtet. Seine Sprößlinge fliehen aus Frankreich zu den Verwandten der Hauptlinie Salm-Salm nach Deutschland.

1798 Die beiden Fürstenhäuser entscheiden sich ein Condominium der Herrschaft zu bilden, um nach dem Verlust all ihrer Ländereien und ihres Vermögens ihre Macht zu konsolidieren.

1801 Durch den Frieden von Lunéville werden die französischen Annexionen durch die Partnerstaaten der Zweiten Koalition anerkannt, um den verletzten Frieden von Campo Formio von 1797 wieder herzustellen. Das Haus Salm und alle seine Nebenlinien verlieren damit jeglichen legitimen Anspruch auf ihre linksrheinischen Ländereien. Als Entschädigung für ihre Verluste werden ihnen im Zuge der Säkularisierung von Kirchenpfründen zusätzlich zur Grafschaft Aholt noch Ahaus, Bocholt und Werth aus dem Fürstbistum Münster überlassen. Diese werden alle zur Realunion vereinigt.

1802 Gründung des Fürstentums Salm als Gliedstaat des Heiligen Römischen Reiches unter gemeinsamer Herrschaft der Fürstenhäuser Salm-Salm und Salm-Kyrburg. Das Gebiet entspricht dem heutigen Kreis Borken im Münsterland im heutigen Nordrhein-Westfalen. Schloss Anholt bleibt Sitz der Linie Salm-Salm, Schloss Ahaus wird Sitz der Linie Salm-Kyrburg. Hauptstadt des Fürstentums ist Bocholt, wo die Fürstlich Salmische Gemeinschaftsregierung in einem säkularisierten Damenstift ihre Verwaltung unterhält.

1806 Mit dem Zusammenbruch des Heiligen Römischen Reiches wird das Fürstentum Salm ein völkerrechtlich souveräner Staat. Im selben Zug tritt es dem Rheinbund bei. Die Grafschaft Limburg tritt die ehemalige Enklave der Herrschaft Gemen an das Fürstentum Salm-Salm ab. Gleichberechtigte Monarchen sind Konstantin Alexander Joseph zu Salm-Salm und Friedrich IV zu Salm-Kyrburg. Da Friedrich IV noch von der Volljährigkeit entfernt ist regieren sein Onkel Moritz und seine Tante Amalie Zephyrine (deren Heirat mit Erbprinz Anton Aloys die Brücke zum Haus Hohenzollern-Sigmaringen schlug) als vormundschaftliche Regenten.

1808 Der volljährig gewordene Regent steht in Spannungen mit der Familie und sieht sich in der Nähe zu Frankreich. Während seine Verwandten weiterregieren, wird er Oberst in französischen Diensten, ja sogar persönlicher Ordonanzoffizier Napoleons bei dessen Feldzügen.

1810 Illegale Annexion des Fürstentums Salm durch Frankreich unter Napoleon trotz internationaler Garantien. Während die Linie Salm-Salm sich Richtung der Niederlande und dem Aufbau des Außenhandels orientiert, kämpfen die Salm-Kyrburger verbittert für den Erhalt ihrer Ländereien. Den diplomatischen Leistungen der Salm-Kyrburger Regenten in der Vermittlung zwischen Paris und Berlin ist dabei unter anderem das historische Treffen zwischen Napoleon und Königin Louise, das den Fortbestand Preußens auch unter Besatzung garantierte, zu verdanken.

1813 Mit dem Tod des Prinzen Moritz, stellt Amalie den einzig diplomatisch moderierenden Teil der Familie dar, während der offizielle Regent sich gänzlich an Frankreich bindet und dazu bekennt.

1815 Nach Zusammenbruch der französischen Herrschaft wird das Gebiet des Fürstentums Salm auf dem Wiener Kongress nicht wieder hergestellt, sondern dem Königreich Preußen zugeteilt, dass so sein Gebiet bis an die äußerste Westgrenze des ehemaligen Reiches erweitern kann. Die Fürsten von Salm-Salm und Salm-Kyrburg fühlen sich zutiefst verraten. Sie mögen zwar zu Frankreich gestanden haben, doch immerhin haben ihre Leistungen Preußen erhalten. Sie versuchen wieder eine Regierung auf ihren Ländereien zu etablieren und werden vom preußischen Militär in Beugug gezwungen.

1825 Aus Geldnöten verkauft Friedrich IV von Salm-Kyrburg seine münsterländischen Besitztümer an Konstantin Alexander Joseph von Salm-Salm. Die ehemaligen Standesherren ziehen sich mit einem kleinen Salär ausgestattet als grundbesitzlose Adlige ins Stadtleben verschiedener europäischer Metropolen zurück.

1905 Friedrich VI. von Salm-Kyrburg verstirbt in Paris. Da er über keinerlei Nachkommen oder Geschwister verfügt, geht mit ihm die Linie unter.

1920 Mit Inkrafttreten der Preußischen Verfassung der neuen Weimarer Republik verlieren alle Adligen und somit auch die Salm-Salms all ihre standesherrlichen Rechte. Die Fürstenfamilie ist jedoch wirtschaftlich firm und bleibt in der Gegend, engagiert sich stark für den Aufbau der Infrastruktur und des Fremdenverkehrs.

2008 Bis heute residieren die Salm-Salms unter ihrem Oberhaupt Carl Philipp auf Schloss Anholt, wo sie eine der größten deutschen Privatsammlungen von Kunst und Literatur unterhalten.
 

Kategorien: Charakter, Ventrue, Camarilla
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