MaedhbhCowen

Maedhbh Cowen




Zum ersten Mal tauchte dieser Malkavianer im Herbst 2008 mit einer beängstigenden Einladung auf. Er rief auf seiner Einladung 5.9.2008: Give Peace a Chance zu Frieden und zu gutem Miteinander, trozt eines bevorstehenden gigantischen Krieges auf.
So weit so Gut, aber es stellte sich nach kurzer Zeit heraus, dass er in dem Glauben einlud, dass die Mauer noch bestehen würde und die Domäne noch geteilt sei.
Der erste Abend verlief daher recht turbolent und erst, als der Malkavianer überzeugt war, dass er sich im "Hier und Jetzt" befinden würde kehrte allmälig Ruhe in ihn und seine Gäste ein.
Maedhbh (gesprochen übrigens wie das englische Mave) schien nach seiner regelmäßigen Anwesenheit und regen Beteiligung am Domänengeschehen voll integriert. Wenn da nur nicht diese peinlichen und verstörenden Aussetzer in seiner Psyche wären.

Zeitlos


Dieser kleine Beamte da nebenan war eines Sonntags auf die Idee gekommen, eine merkwürdige Aufgabe zu lösen. Er nahm an, daß er recht lange leben würde, sagen wir noch fünfzig Jahre. Die Großmütigkeit, die er sich damit erwies, versetzte ihn in eine glänzende Stimmung. Aber nun wollte er sich selber übertreffen. Er überlegte, daß man diese Jahre in Tage, in Stunden, in Minuten, ja, wenn man es aushielt, in Sekunden umwechseln könne, und er rechnete und rechnete, und es kam eine Summe heraus, wie er noch nie eine gesehen hatte. Ihn schwindelte. Er mußte sich ein wenig erholen. Zeit war kostbar, hatte er immer sagen hören, und es wunderte ihn, daß man einen Menschen, der eine solche Menge Zeit besaß, nicht geradezu bewachte. Wie leicht konnte er bestohlen werden. Dann aber kam seine gute, beinah ausgelassene Laune wieder, er zog seinen Pelz an, um etwas breiter und stattlicher auszusehen, und machte sich das ganze fabelhafte Kapital zum Geschenk, indem er sich ein bißchen herablassend anredete:
»Nikolaj Kusmitsch«, sagte er wohlwollend und stellte sich vor, daß er außerdem noch, ohne Pelz, dünn und dürftig auf dem Roßhaarsofa säße, »ich hoffe, Nikolaj Kusmitsch«, sagte er, »Sie werden sich nichts auf Ihren Reichtum einbilden. Bedenken Sie immer, daß das nicht die Hauptsache ist, es giebt arme Leute, die durchaus respekta bel sind; es giebt sogar verarmte Edelleute und Generalstöchter, die auf der Straße herumgehen und etwas verkaufen.« Und der Wohltäter führte noch allerlei in der ganzen Stadt bekannte Beispiele an.
Der andere Nikolaj Kusmitsch, der auf dem Roßhaarsofa, der Beschenkte, sah durchaus noch nicht übermütig aus, man durfte annehmen, daß er vernünftig sein würde. Er änderte in der Tat nichts an seiner bescheidenen, regelmäßigen Lebensführung, und die Sonntage brachte er nun damit zu, seine Rechnung in Ordnung zu bringen. Aber schon nach ein paar Wochen fiel es ihm auf, daß er unglaublich viel ausgäbe. Ich werde mich einschränken, dachte er. Er stand früher auf, er wusch sich weniger ausführlich, er trank stehend seinen Tee, er lief ins Bureau und kam viel zu früh. Er ersparte überall ein bißchen Zeit. Aber am Sonntag war nichts Erspartes da. Da begriff er, daß er betrogen sei. Ich hätte nicht wechseln dürfen, sagte er sich. Wie lange hat man an so einem Jahr. Aber da, dieses infame Kleingeld, das geht hin, man weiß nicht wie. Und es wurde ein häßlicher Nachmittag, als er in der Sofaecke saß und auf den Herrn im Pelz wartete, von dem er seine Zeit zurückverlangen wollte. Er wollte die Tür verriegeln und ihn nicht fortlassen, bevor er nicht damit herausgerückt war. »In Scheinen«, wollte er sagen, »meinetwegen zu zehn Jahren.« Vier Scheine zu zehn und einer zu fünf, und den Rest sollte er behalten, in des Teufels Namen. Ja, er war bereit, ihm den Rest zu schenken, nur damit keine Schwierigkeiten entstünden. Gereizt saß er im Roßhaarsofa und wartete, aber der Herr kam nicht. Und er, Nikolaj Kusmitsch, der sich vor ein paar Wochen mit Leichtigkeit so hatte dasitzen sehen, er konnte sich jetzt, da er wirklich saß, den andern Nikolaj Kusmitsch, den im Pelz, den Großmütigen, nicht vorstellen. Weiß der Himmel, was aus ihm geworden war, wahrscheinlich war man seinen Betrügereien auf die Spur gekommen, und er saß nun schon irgendwo fest. Sicher hatte er nicht ihn allein ins Unglück gebracht. Solche Hochstapler arbeiten immer im großen.
Es fiel ihm ein, daß es eine staatliche Behörde geben müsse, eine Art Zeitbank, wo er wenigstens einen Teil seiner lumpigen Sekunden umwechseln könne. Echt waren sie doch schließlich. Er hatte nie von einer solchen Anstalt gehört, aber im Adreßbuch würde gewiß etwas Derartiges zu finden sein, unter Z, oder vielleicht auch hieß es >Bank für Zeit<; man konnte leicht unter B nachsehen. Eventuell war auch der Buchstabe K zu berücksichtigen, denn es war anzunehmen, daß es ein kaiserliches Institut war; das entsprach seiner Wichtigkeit.
(Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge - R.M.R.)

Bruderkrieg


Mein lieber Maedhbh, holte er pathetisch aus, glaubst du ich sehe nicht, was du mit mir spielst. Du weist, dass das hier alles zu deinem besten ist oder? Oliver ging langsam in dem kleinen Zimmer auf und ab. Der ehrenwerte Herr Lucheni lässt uns dor wohnen. Da ist jetzt unsere Heimat. Du solltest dankbar sein. In dem kleinen Zimmer, stand nur wenig. Ein Bett - sehr zerwühlt, ein Schreibtisch – leer, bis auf das kurze Ende eines Kabels, das lose aus von einer Steckdose auf den Tisch gefädelt war, Staub – der nur von einigen Fußspuren zum Bett, von dort zum Schreibtisch und zurück zur Tür durchzogen war. Und natürlich der große hölzerne Schrank, der protzig in der Zimmermitte stand. Ein leises wimmern war von dort zu hören. Aber Segniore Lucheni ist böse, Schüssler ist böse und DU bist auch böse. Nun war es ruhig im Zimmer. Hörst du Oliver, du bist ein Monster. LUISAAAA... LUISAAAA... Der Schrei verstummte. Langsam öffnete er einen kleinen Spalt des Schrankes und sah durch den Spalt. Ein leises Zischen war zu hören, es war kaum bemerkbar, aber doch da. Dann ein klicken, wie von einem Schalter. Dann ein heißer Strahl aus brennendem Gas, der sich langsam durch die Oberfläche seine Hand fraß. Eine Deodorantflasche und ein Feuerzeug, der Flammenwerfer des kleinen Mannes. Oliver hielt die sprühende Deoflasche direkt an den Spalt. Es kostete ihn Kraft, aber es war die einzige Möglichkeit diese kleine Heulsuse Maedhbh für immer auszulöschen.

Die Flamme war längst erloschen und das Gas durch das Feuerzeug in der Menschengrillmaschiene umgewandelt. Doch er stand immer noch vor dem Schrank. Er hatte nicht den Mut die Tür zu öffnen. Was würde er sehen? Die verstümmelte Leiche seines Bruders? Oder doch nur einen Haufen Asche und eine verkohlte Rückwand. Maedhbh, lass doch den Quatsch!, dröhnte die Stimme aus dem Hintergrund, Du weist doch, dass du mich so nicht kriegst! Nicht einmal die Sonne schafft das. Weist du noch damals? Die Stimme bohrte sich in Maedhbhs Kopf. Als Luisa dich verlassen hat? Als sie befunden hat, dass du es nicht wert bist. Hör auf! Hör sofort auf!, brüllte Maedhbh und ließ sich, die Deoflasche fallenlassend, auf den Boden sinken. Na los Maedhbh, es wird bald hell, geh wieder in den Kleiderschrank. Es ist nur zu deinem Besten, säuselte die Stimme aus dem Hinterkopf.

Maedhbh wollte all das nicht wahr haben. Er wollte zurück in die Weiten Irlands, er wollte zurück auf die nebligen Schafweiden Archill Islands. Was tust du da? fragte die Stimme etwas angespannt. Was willst du mit dem Feuerzeug? Maedhbh nahm eine Deodorantdose aus einer Schublade des Schreibtisches und drückte den Knopf, der das Gas entweichen lässt herunter. Dann ging mit einem leisen Knacken das Feuerzeug an und Maedhbh ging auf den Schrank zu, in dem er selbst saß. Der Schrank öffnete sich von innen und als Maedhbh dieser kleinen Bewegung gewahr wurde hielt er den flammenden Strahl direkt auf den kleinen Spalt. Es kostete ihn Kraft, aber es war die eintige Möglichkeit dieser bestie Oliver Einhalt zu gebieten.

Im finsteren Schlaf


Oliver


Ein große weiße unendliche Fläche in alle Richtungen, sonst nichts. Nur Stille.
Die drei Brüder gehen aufeinander zu. Alle aus drei verschiedenen Richtungen. Ihre Schatten treffen sich direkt in ihrer Mitte.

Maedhbh: "Ist das der Himmel?"

Oliver: "Das ist nicht der Himmel, das ist die Hölle." /Während Oliver spricht verwandelt sich das Weiß in eine tobende Feuersbrunst. Als er seinen Satz beendet hatt legt sich das Inferno und verwandelt sich zurück in glattes Weiß.

Rogé: "Lasst uns doch eine vernünftige Erklärung finden. Irgendwo zwischen Physik und Metaphysik wird es eine Erklärung für all das hier geben." /Das Weiß beginnt zu Schwingen. Es sind die schwingenden Schallwellen, von Rogès Worten. Das Weiß schwankt.

Oliver schaut sich gereitzt um und kann Rogé nirgends sehen.

Maedhbh: "Wenn das der Himmel ist, ist Luisa hier irgendwo." /Maedhbh läuft los und nach links aus dem Bild. Er kommt von rechts zurück in das Bild und verharrt.

Oliver brüllt mit donnernder Stimme, während sich erneut Flammenmeere um die Brüder auftun: "Luisa, Luisa ist das alles was du im Kopf hast. Du hast uns in Teufelsküche gebracht. Luisa ist unser Untergang. Luisa macht uns schwach. Maedhbh du bist schwach. Du bist unser Untergang." /Oliver versucht Maedhbh zu packen, fasst aber durch seinen Bruder wie durch einen Geist hindruch. Oliver ist etwas erschreckt und dreht sich zu Maedhbh der jetzt hinter ihm steht um.

Rogé (der immernoch nicht von Oliver gesehen werden kann): "Aber Kinder, das bringt doch nichts. Lasst uns ein produktiver Teil der Gesellschaft werden, so wie zum Beispiel Herr Hus das sagt." /wieder transformieren sich Rogés Worte zu Formen, die sich in großen Wellen über das Weiß ausbreiten und Oliver taumeln lassen.

Oliver föllig außer sich, will Maedhbh von hinten anspringen und landet direkt zu seinen Füßen.

Maedhbh: "Oh du bist gefallen Bruder..."

Oliver überkommt ein im unbekanntes Gefühl. Er spührt, dass er verliert. Er schreit. Alles wird Weiß.

Ein große weiße unendliche Fläche in alle Richtungen, sonst nichts. Nur Stille.
Die drei Brüder gehen aufeinander zu. Alle aus drei verschiedenen Richtungen. Ihre Schatten treffen sich direkt in ihrer Mitte...
Maedhbh


Maedhbh sieht sich in einem langen schwarzen Tunnel. Er tastet sich langsam und ängstlich voran. Er sieht in weiter Ferne ein Licht. Ein heller Schein, der ihn beinahe zu blenden droht.
Ein weißer Punkt. Ein Stern. Maedhbh geht weiter auf das Licht zu. Es wird größer, ein warmes Gefühl von Lebensfreude und Sicherheit überkommt Maedhbh je näher er dem Licht entgegengeht.

Er erkennt Umrisse. Eine Gestalt, eine weiß gekleidete Frau. Sie flimmert vor dem hellen schein des Lichtes, der direkt hinter ihr seinen Ursprung zu haben scheint. Er tritt näher. Es ist Luisa. Sie ist in weiße römische Gewänder gehüllt uns lächelt freundlich in Maedhbhs Richtung.

Ihre Hand erhebt sich und sie streckt sie Maedhbh entgegen. Maedhbh will sie erreichen und Milimeter bevor er sie berühren kann wird er nach hinten gerissen. Etwas zieht ihn am Kragen zurück in die Finsternis, es ist wie ein Fall in den Abgrund. Die Wärme weicht der Angst und die Lebensfreunde der Agonie.

Im Fallen sieht er Hus. Er nimmt Luisa an der Hand, dreht den Kopf nocheinmal zu Maedhbh um und grinst furchtbar böse. Hus verschwindet mit Luisa hinter einer Tür, die donnernd zuschlägt. Maedhbh reist sich irgendwie los und rennt auf die Tür zu. Es ist eine große, dunkle, schwere Eichentür. Er reißt sie auf und erblickt auf einem herzförmigen roten Bett Hus, der über Luisa gebeugt ist.

Hus erhebt sich. Er dreht sich zu Maedhbh um. Hus' Mund ist verschmiert von Blut, es rinnt ihm den Hals herab, tropft auf seine Kleidung und den Boden. Er lacht Maedhbh höhnisch aus.

Maedhbh verspührt einen heftigen Schmerz in seiner Brust. Er spührt, wie sein Herz verkampft. Der große Muskel zieht sich zusammen und reißt an den Venen und Arterien. Nach schier endloslangem Todeskampf verfärbt sich der Muskel schwarz und schlägt ein allerletztes Mal.

Die Welt vor Maedhbhs Augen wird Schwarz. Er spührt nurnoch Angst. Er ist allein.
Maedhbh sieht sich in einem langen schwarzen Tunnel. Er tastet sich langsam und ängstlich voran...

Dialog


- I beg you, please don't do this.
I'm not doing this.


We are doing this. This is what we want.
- No.

- I don't want this.
Right. Except you is meaningless now.

- We have to forget about you.
- You're a voice in my head.

You're a voice in mine!

- Why can't I get rid of you?
You need me.

- No. I don't. I really don't any more.

You created me. I didn't create some
loser alter ego to make me feel better.

Take some responsibility.

- I do. I am responsible for all of it
- and I accept that.

- So, please, I'm begging you,
- please call this off.

Have I ever let us down?

How far have you come because of me?!

I will bring us through this.

As always, I will carry you
kicking and screaming

and in the end you will thank me.

Das Ende?


Selbstmörder sterben als Märtyrer für Satan.
Wie gut, dass Märtyrer ihre Belohnung stets nach dem Tode erfahren.
 

Kategorien: Charakter, Malkavian, Camarilla
There are 4 comments on this page. [Show comments]