MittelalterGilden

Gilden im Mittelalter und zu Beginn der Neuzeit


Der Erste Gildenkrieg


Wie alles vergeht, mussten aber auch die Gilden vergehen. Nachdem sie 1500 Jahren bestand hatten, zerbrach das dahinsiechende Römische Reich und die Lange Nacht begann. Nach einem Streit der Gilden Apollon und Athene hörten diese auf, miteinander zu kommunizieren, und wurden Todfeinde, während die Gilde Calliope zwischen den Fronten gefangen war.

Es begann der Erste Gildenkrieg.

Die Gilden im Mittelalter


Um das Jahr 800 herum wurde von einigen beherzten Ahnen, die Mitglieder in mehreren Gilden gewesen waren, die Gilde Nemesis (nach der griechischen Göttin der Gerechtigkeit) ins Leben gerufen, um als Schlichter, Parlamentär, Kritiker - kurz, als Gilde der Gilden - den schon 300 Jahre währenden Ersten Gildenkrieg zu beenden.

Die Gilde Apollon bestand noch fast in ihrer alten Form, nahm nach der vollständigen Zerstörung der Gilde Calliope aber nun auch das Werk der Musen, Autoren und Komponisten für sich in Anspruch.
Die Gilde Athena war durch einen internen Zwist in zwei stark verfeindete Lager zerfallen: Die Gilde Minerva, welche sich ganz der Kunst als den Menschen in jedem Tun und Sein umgebende Kraft widmete, in Form der "Alltagskunst", und die Gilde Pygmalion, deren antirömische Kraft ganz auf den Erhalt der einzigen, ursprünglichen, wahrhaftigen, heiligen Kunst gegen die pragmatische, “zum Zierrat verkommene” Kunst richtete.

Von den vorsichtigen ersten Versuchen, wieder Pythische Spiele zu begehen, ist nicht viel überliefert. Was wir wissen, deutet darauf hin, dass sich Lager von Toreador waffenstarrend gegenüberstanden, während ihre besten Protegés Troubadourwettkämpfe austrugen, sich in der Heraldik bewiesen und ihre Webwerke zeigten.

Über allem wachte die Gilde Nemesis. Sie nahm für sich in Anspruch, allein über das Werk aller Gilden richten zu können, und da sich die Gilden ihr beugten, wurde so der Legitimitätsstreit der Künste verhindert und man konnte - wenn auch anfänglich zaghaft - in Frieden kooperieren.

Die Gilden von der Renaissance bis in die Viktorianische Ära


Um das Jahr 1400 erhob sich eine neue Gilde, die verkündete, rechtmäßige Erbin der Gilde Calliope zu sein und der Gilde Apollon mit Streit drohte, sollte man ihre Anspruch nicht anerkennen. Nach langem Streit entschied die Gilde Nemesis salomonisch: Die Gilde Apollon behielt das Recht, die Autoren und Komponisten ihr eigen zu nennen. Es sollte der Gilde Fautori jedoch gegeben sein, die Förderer der Künste zu vereinnahmen und den gesellschaftlichen Rahmen für eine Kultur und Gesellschaft zu schaffen, in der die Künste gedeihen konnten.

In dieser Zeit wurden durch die Nemesis ebenso die Ränge der Gilden, die in verstümmelter Form noch aus den Zeiten Hellas überliefert waren, neu konzipiert, um der ruchlosen Intrige einen Riegel vorzuschieben und die Ambitionen der Gildenmitglieder in geregelte Kanäle fließen zu lassen:
Der Blastema ist der Anwärter einer Gilde. Es obliegt ihm, zuzuhören und Fragen zu stellen, um seinen Geist und seine Fähigkeit zu schulen.
Der Paideuma ist der Aufgenommene einer Gilde. Er ist ein anerkanntes Mitglied, steht aber erst am Anfang der Realisation seines Potentials.
Der Synergates ist der Beitragende einer Gilde. Er leistet entscheidende Beiträge zum Wohl der Gemeinschaft durch sein Werk und mag den Jüngeren Rat geben.
Der Technites ist der Geschulte einer Gilde. Seine Werke sind nahe der Vollkommenheit und er konzentriert sich nun auf das Erspüren und Verändern von Details.
Der Gnostes ist der Wissende einer Gilde. Er vertritt die Mitglieder einer Gilde auf lokaler Ebene, und seine Tätigkeit ist vor allem im Lehren angesiedelt, da er auf seinem Gebiet Perfektion erreicht hat.
Der Didaskalos ist der Belehrende einer Gilde. Er ist erfahren und vermag es, über das Werk der Jüngeren zu richten. Er koordiniert die Geschicke der Gilde für einen großen Landstrich (bspw. Mitteleuropa).
Der Phoiboleptos ist der Großmeister einer Gilde. Das Ausmaß seiner Perfektion lässt sich nicht mehr in Worte fassen. Woran er forscht, weiß niemand. Für jede Gilde gibt es nur einen dieses Status. Er kontrolliert sie weltweit.

Der Vorschlag zu einer Statusveränderung wird von dem Betroffenen selbst gemacht. Daraufhin stellen seine Älteren ihm eine Aufgabe, die er zu erfüllen hat. Schafft er dies, so treten sie mit dem Anwärter vor ein Mitglied der Gilde Nemesis, dem sie den Kasus schildern und der dann über eine Veränderung des Status befindet.

In der Renaissance bürgerte es sich ein, diese Anträge, Aufgaben und Entscheidungen zu einem Hauptthema der Pythischen Spiele zu machen. So geriet der Aspekt des Lernens vor dem Aspekt des Wettstreites immer mehr in den Hintergrund. Der Gildenstatus bedeutete immer mehr gesellschaftliches Ansehen als Profession in einer Kunst. Man wurde übersättigt und sicher.

Die Pythischen Spiele wurden vor allem zu einem gesellschaftlichen Event in der Form großer Bälle, auf denen man sich präsentierte, seine Neonaten und Ghule Vorführungen geben ließ und sich ausgelassenen Ausschweifungen hingab. Aus Dünkel wurden die Rivalitäten der Gilden immer größer, und obwohl Clan Toreador so aktiv und kreativ wie nie zuvor war, nagte der Wurm der Dekadenz an allem.
 

Kategorien: Toreador, Spielinhalt
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