TageBuch20041031

31.10.2004: Pythische Spiele + Gegenparty


Geschätzte Damen und Herren,

S.E. der Ahnherr Arcangelo Diachiami beuaftragte mich, Ihnen das folgende Rundschreiben auf dem elektronischen Wege zugänglich zu machen, da die Nemesis aus Rücksicht auf die weitgereisten, nicht noch einmal zu einem Abend der gemeinsamen Verkündung rufen wird. Bei persönlichen Anfragen an S.E. stehe ich Ihnen jederzeit zur Verfügung.

i.A.
Charles Antoine Sieyès,
Blutdiener S.E.

Meine lieben Rosen,

Wir sind voller Stolz und einem Gefühl großer Glückseeligkeit ob Eures Einsatzes, Eurer Kreativität und Eures Strebens nach Exzellenz auf dem Feste Pythias in diesem Jahr.

Eure Worte, Taten und Werke wurden sorgfältig beobachtet und bewertet und Wir schreiten nun daran, Unser Urteil abzugeben.

Mit einem Zustrom neuer Mitglieder sind die Gilden weiter dabei, wieder zu erblühen und unseren Clan in alter Pracht und neuen Wegen erstrahlen zu lassen, ein Werk, das Ihr ermöglicht und Wir zu unterstützen suchen.

So wollen Wir nun namentlich die nennen, die sich verdient gemacht haben und Ihr Werk beurteilen und würdigen, als auch zurechtweisen und belehren, dort wo es angebracht erscheint.

Ihre Exzellenz Fürstin Daria Angela Magnus, Servitrice unserer Familie, hat sich in Unseren Augen hervorgetan und durch Ihr Wirken, den Clan unsäglich bereichert und Seine Zukunft in diesen Deutschen Landen maßgeblich mit gesichert, eine Atmosphäre geschaffen, in der Kultur und Umgangsformen prosperieren können. So verleihen Wir ihr in Anerkenntnis ihres Werkes die Mitgliedschaft in der Gilde Fautori und erheben sie gleichsam in den Rang eines Synergates. Ebenso hat Ihre Kunst die Leitthemen ihres Lebens und ihrer Herrschaft wirksam aufgegriffen und auf gleich zweierlei Weise miteinander kontrastiert. Ihr Werke zeigen sowohl Fähigkeit, als auch Kunstverständnis, vor allem aber Selbsterkenntnis. So verleihen Wir ihr die Mitgliedschaft in der Gilde Pygmalion und erheben sie in den Rang eines Synergates. Möge Sie als Beitragender mit Wort und Tat in beiden Gilden ein Vorbild für die Jüngeren und eine Stütze der Älteren sein. Wir ermahnen sie jedoch im Guten, beim Entgegenkommen gegenüber den Jüngeren die Maßgaben ihrer Standeswürde stärker zu beachten.

Ihrer Exzellenz Fürstin Gräfin Annabell Magnis, Servitrice unserer Familie, wird, obschon auf den Spielen nur in Präsentation ihrer Person vertreten, für Ihr Gesamtwerk im letzten Jahr geehrt. So bestätigen Wir sie als Technites der Gilde Minerva in ihrem Rang und Ihren Würden und verleihen Ihr für Ihr erfolgreiches Bemühen um die Gesellschaft den Rang eines Padeuma der Gilde Fautori. Wir setzen große Hoffnung in Ihre zukünftige Entwicklung, verleihen aber gleichzeitig Unserem Ansinnen Ausdruck, sie möge sich ihrem Clan mehr öffnen, damit die Blüte nicht ungesehen verkümmere.

Der Gräfin Johanna Jacqueline-Leandra de Légat, Servitrice unserer Familie, die Uns in diesen Zeiten exzellente Beraterin und große Dame der Gesellschaft ist, Uns würdig zu vertreten, ein Lob für Ihre unermüdliche Arbeit im Dienste der Gilde Nemesis ausgesprochen und so bestätigen Wir sie mit Freuden als Synergates der Stylos der Gerechtigkeit und in all ihren anderen Rängen in den entsprechenden Styloi. Wir weisen die Dame jedoch darauf hin, dass die Erfordernisse neuer Zeiten eine Adaption erfordern und das zum Wohle des gesamten Blutes, einige persönliche Anliegen zurückgestellt werden sollten, bis der richtige Zeitpunkt gekommen ist.

Herrn DariusQAnthos, Servitore unserer Familie, lassen Wir auf diesem Wege unsere Anerkenntnis für seine Ambitioniertheit zukommen, eine solch lehrreiche und provokante gesellschaftliche Satire zu inszenieren, wie er dies auf den Pythischen Spielen tat. Da seine Gedichtvorträge außerhalb der Konkurrenz stattfanden, werden wir davon absehen seine Vortragskünste zu bewerten, die tatsächlich auch noch der Ausreifung bedürfen, erkennen aber sein scharfes Auge für gesellschaftliche Realitäten in der Wahl seiner Schriften an und verleihen ihm daher den Rang eines Padeuma der Gilde Fautori. Wir weisen jedoch entschieden daraufhin, dass zwischen Satire und Beleidigung ein schmaler Grat verläuft, den Herr Anthos besser nicht überschreiten sollte.

Dem Herrn Rapaijas Fraben, Neonato unserer Familie, sprechen wir Unsere Bewunderung für seine unbeirrbare Courage dafür aus, Kunst zu entdecken und zu fördern, selbst wo sie einem großen Kreise nicht gefallen mag. Die Fähigkeit, sich im Dienste der Bewahrung des Bewahrenswerten über die Konventionen hinwegzusetzen, verdient Unsere Anerkennung. So verleihen Wir ihm den Rang eines Blastema der Gilde Fautori. Wir erlegen ihm jedoch die Aufgabe auf, jene Musik, die er präferiert und fördert, in einem Projekt vom Verstande her auch den Älteren zugänglich zu machen, um sein Können zu beweisen, die Synthese aus Tradition und Moderne herstellen zu können.

Der Dame Ira Hakinson, Neonata unserer Familie, sei gesagt, dass Ihre Zweifel gut und gerechtfertigt sind, Wir aber in der Lage waren, bis in das Herz ihrer ungewöhnlichen Werke vorzudringen wußten und in Anerkenntnis der transportierten Inhalte sie für würdig befinden, den Rang eines Blastema der Gilde Pygmalion zu erhalten. So Ihre Werke auch bewegend waren, würden wir uns in Zukunft wünschen, ihre Umgangsformen einer Schulung unterzieht.

Herrn HALs, Neonato unserer Familie, Werk überraschte uns. So wenig konkret und aesthetisch Uns seine Bilder auch erschienen, umso mehr inspirierte Uns seine Rückkehr zu dem althergebrachten Konzept, Mathematik und Kunst zu einer perfekten Einheit verschmelzen zu lassen. Den Pythischen Spielen ein Geschenk zu machen, dass im Konzept geboren wurde in den Urzeiten, als auch sie ihren Anfang nahmen, zeugt von Bildung und Respekt. Der Herr mag sich darum fortan Padeuma der Gilde Pygmalion nennen, wenn es auch notwendig ist, dass er lerne, seine Werke nicht nur zu schaffen, sondern auch überzeugend zu präsentieren.

Die Dame Angelique de Bonvallé, Neonata unserer Familie, erhält von Uns eine scharfe Rüge bezüglich der Vernachlässigung ihrer Pflichten gegenüber den Jüngeren im Vorlauf der Pythischen Spiele. Jedoch überzeugte uns Ihre Präsentation, dass sie auf dem Wege der Förderung tatsächlich die Atmosphäre schuf für die Werke des einst schwer leid geprüften Manuel von Meinhardis. Daher bestätigen Wir sie im Range eines Synergates der Gilde Fautori, allerdings mit der Auflage, dass sie Ihre Würdigkeit mit einer passenden gesellschaftlichen Inszenierung binnen des nächsten halben Jahres beweisen möge, so ihr nicht der Rang entzogen werden soll und sie Padeuma heißen möge.

Die Dame Liane Fetijane, Neonata unserer Familie, hat Uns im Vorlauf der Spiele häufig auf das unbotmäßigste konfrontiert und lässt in Ihrem Auftreten die nötige emotionale Reife und Zurückhaltung für einen Titel in der Gilde Fautori vermissen. Wir setzen darum auf Rat des Konzils unserer Servitori Ihren Rang in der Gilde aus, bis sie ihre Fähigkeit zur Kooperation an einem Salonabend unter Führung der Dame Vera Correa bewiesen hat. Jedoch loben wir sie für die Perfektion des Werkes, welches Sie kreiierte um Uns zu brüskieren. So hat sie es geschafft im Moment der Schmach, gleichzeitig auch Ihre künstlerische Integrität zu erhalten. Wir bestätigen daher in Anerkennung ihren Rang als Synergates der Gilde Minerva.

Die beiden vorausgenannten Damen werden beide ermahnt, ihren unziemlichen Streit alsbald beizulegen oder mit der Konsultation eines Servitore schlichten zu lassen. Das weiterhin ein derart öffentliches Spektakel daraus gemacht wird, ist nicht duldbar. Demut und Würde sind wichtige Tugenden, die beide noch erlernen müssen. Die eigene Trauer oder Schuld mag groß sein. Es steht zu begreifen, dass sie nicht der Mittelpunkt der Welt ist oder dazu gemacht werden sollte.

Ruben Alexander Carrol, Neonato unserer Familie, wird von uns angeraten, das Streben seines Gesamtwerkes anders auszurichten. Sein gesellschaftliches Auftreten, sonst stets so exzellent, zerbrach an den Anforderungen der Anwesenden hohen Herrschaften und war nicht in der Lage, die Kriterien zu erfüllen, die einen Synergates der Gilde Fautori ausmachen. Daher setzen wir Ihn in den Rang eines Padeuma herab, damit er sich aufs neue bewähren kann. Jedoch hat er gezeigt, dass seine Fähigkeiten zur charakterlichen Empathie im Rahmen der Darstellenden Künste so hoch ist, dass wir ihn mit Freuden in die Gilde Apollon integrieren und ihm den Rang eines Padeuma darin verleihen.

Die Dame Vera Corrêa, Neonata unserer Familie, hat sich trotz Ihrer Jugend und entgegen der Schwierigkeiten, die ihre frühe Existenz in unserer Familie prägten, exzellent gewandelt zu einem Musterbild an Anstand, Respekt, Contenance und gesellschaftlichem Gespür. Eine solche Veränderung zu sehen erfüllt Uns mit Stolz und Hoffnung ob der Jungen. Für Ihre Leistungen auf gesellschaftlichem Gebiet wird die Dame Correa in die Gilde Fautori aufgenommen und gleichsam in den Rang eines Padeuma erhoben. Sie möge nun lernen, ihren allzu schnell provozierten Wankelmut aufzugeben und auch ohne Stützen sicheren Schrittes die Gesellschaft umzupflügen.

Gustaf Dunant, Cucciolo unserer Familie, ist nun frisch angekommen in unseren Reihen, nach einer langen beschwerlichen Odyssee, die ihn Bedrängnis um Bedrängnis ließ, bis er schließlich geschaffen wurde, um sein Talent für die Ewigkeit zu bewahren. Da sein außergewöhnliches Talent bereits zu sterblichen Zeiten deutlich sichtbar war, wurden Wir durch Vertreter der Gilde Apollon gebeten, Ihm, ohne als Vampir geprüft worden zu sein, den Einlass in diese Stylos zu gewähren. Wir geben dem statt und erklären somit Gustaf zum Blastema der Gilde Apollon. Das er sich auch in unserer Gesellschaft bewähre und als reif zeige, sei nun sein vornehmliches Augenmerk.

Jenen der Jungen, die sich nicht beteiligten, sei Unser Dank für Ihr Erscheinen ausgesprochen, verbunden mit der Hoffnung sie mögen in vier Jahren reif genug sein, sich und ihre Werke ebenfalls zu präsentieren.

Wir sind voller gelöster Freude, ein Gefühl, das einen zu nähren vermag in den Nächten, da Wir das Bollwerk unseres Blutes wider die Horden unserer Feinde auf dem hohen Feld der Politik zu verteidigen suchen, so auch der Friedenspakt mit den Gelehrten und den Zepterträgern einen wertvollen Zugewinn und Schutz für die kommenden Jahre verspricht.

Wir trauern um jene Mitglieder der Gilden, die in diesem Jahr aus unserer Mitte gerissen wurden. Janine Isabelle Nadine Xavier, Neonata unserer Familie und Synergates der Gilde Apollon, sowie Manuel Christian von Meinhardis zu Hessen-Homburg von Hohenzollern, Neonato unserer Familie und Padeuma der Gilde Fautori. Ebenso trauern Wir um jene Jungen, die Teil der Familie waren und von uns gingen. Larissa von Beyenberg, Neonata unserer Familie und Louis du Champagne, Neonato unserer Familie. Beide starben einsam für ihre Taten, doch der Tod hat ihre Ehre reingewaschen. Wir werden ihrer stets mit Andacht gedenken.

Und so auch in diesem Jahr unser Freundeskreis unter den Toten größer geworden ist, so wächst für jede verlorene Knospe eine nach. Der Kreis unseres Lebens endet nicht und so lasst uns die Fackel der Inspiration aus dem Dunkel der Vergangenheit unserer Herkunft in die lichten Gefilde eines neuen Milleniums tragen.

Was ewig bleibt ist nicht der Künstler und nicht einmal die Kunst. Was ewig bleibt ist der zündende Moment, indem der Funke der Inspiration Gestalt annahm.

Wir alle sind seine Gefäße.

Questo e fiore de speranza.

Arcangelo Corelli

Kind des Benedict Noah di Achiami,
Kind des Antonius Publius,
Kind des Caius Petronius,
Kind des Michael,
Kind der Arikel.

Anziano unserer Familie.

Didaskalos der Gilde Nemesis.


Gegenparty


bitte ergänzen
 

Kategorien: Sessionbericht, Bitte ergänzen
There are no comments on this page.