TageBuch20060304

4.3.2006: Gerichtsverhandlung


Ruben Alexander Carrol, Aristide Gillette und Leandra Feodora Lilienfein sind angeklagt ... und sogar Besuch von außerhalb ist dabei. Zum Erstaunen vieler haben sich sogar Fürsten in Berlin eingefunden, um der Verhandlung beizuwohnen, nämlich Fürstin Magnus von Hamburg und Hagen aus Bremen.

Dies ist nicht die letzte Überraschung des Abends, denn nur zwei der Angeklagte sitzen zusammengesunken auf den ihnen zugewiesenen Stühlen; Ruben Alexander Carrol und Leandra Feodora Lilienfein. Aristide Gillette ist nirgendwo zu erblicken. Wie sich später herausstellen sollte, hat er sein Urteil durch Fürst Hans Kohlhase bereits erhalten. Es wird ein paar Wochen dauern, bis er genug genesen ist, um sich wieder am gesellschaftlichen Leben der Domäne zu beteiligen.

Nach ein paar einleitenden Worten durch Fürst Kohlhase übernimmt Stanislav Pjotronov die Seite der Anklage, Ahnsherr Arcangelo Diachiami die Verteidigung. Alle Gäste haben im Raum schweigend Platz genommen und verfolgen das Schauspiel.

Anklage:
Ruben Alexander Carrol wird des Bruchs der 3. Tradition angeklagt. Er habe ohne Erlaubnis den jungen Okkultisten erschaffen, in vollem Bewußtsein seines Verbrechens.

Verteidigung:
Der Bruch der Tradition geschah nicht nur unter besonders starkem psychischen Streß, sondern auch, um zum Wohl der Domäne weiterhin Informationen aus dem Okkultisten herauszubekommen. Ruben gesteht die Tat in vollem Umfang und zeigt Reue.

Urteil:
Sicher aufgrund der exzellenten Leistung der Anklage und Verteidigung, ein jeder mag jetzt seine Schlüsse ziehen, wird Ruben Alexander Carrol nicht zum Tode, sondern nur zu zwanzig Jahren im Griff des Kalten Schlafs verurteilt. Zudem erlaubt man Herrn Corelli, ihn auf seinem Weg zu begleiten und zuvor ausbluten zu lassen, bevor er eingemauert wird.

Ruben Alexander Carrol wird fortgeführt und die Verhandlung unterbrochen.

Plötzlich taucht ein Clansbruders von Leandra auf. Sein Verhalten gegenüber den Ahnsherren und insbesondere dem Fürsten mag von zweifelhafter Hilfe für seine Clansschwester sein, denn nach einer ruppigen Vorstellung muss er vom Fürsten deutlich in seine Schranken verwiesen werden.
Nachdem sich alle beruhigt haben, wird die Verhandlung fortgesetzt.

Anklage:
Leandra Feodora Lilienfein wird des Bruchs der 6. Tradition angeklagt, denn sie hatte dem von Ruben gerade Erschaffenen bereits nach wenigen Augenblicken in der Welt der Unsrigen das Leben genommen.

Verteidigung:
Scheinbar ist nicht klar, wer die Verteidigung von Leandra führt, so dass Herr Stanislav Pjotronov ihr selbst die Verteidigung übergibt.
Sie schildert die Situation und gibt an, unter der Macht der Beherrschung gestanden zu haben. Da das Kind jedoch erst wenige Minuten zählte, wirkt dies auf alle wenig glaubhaft. Es wird gefragt, ob einer der ebenfalls bei der Tat Anwesenden die Geschichte bestätigen kann und es erhebt sich die Geißel der Domäne und gibt das von Ihm beobachtete zu Protokoll - es bestätigt das von Leandra vorgetragene. Der Okkultist habe ihr in die Augen geblickt und zu Ihr gesagt, dass sie ihre Klauen ausfahren möge. Dies tat Leandra dann und er nutzt sie gegen sich. Es wird die Vermutung ins Feld geführt, dass nicht nur Leandra unter der Macht der Beherrschung stand, sondern auch der Okkultist fremdgeleitet war. Nur so seien seine Kräfte zu erklären.

Schließlich erhebt sich noch einmal Herr Corelli, der nun wohl auch für Leandra die Verteidigung übernimmt.

Seine Argumentation weicht jedoch klar von der der beiden Vorredner ab. Man möge es nicht so kompliziert machen. Leandra ist freizusprechen, da sie im Namen der Geißel ein illegitim erschaffenes Kind getötet hat. Hierbei sei es nicht von Interesse, ob dies aus freiem Willen geschehen ist, es zähle nur, dass Sie im Rahmen der Befugnisse der Geißel gehandelt habe.

Urteil:
Nach diesem kurzen und einleuchtendem Plädoyer bleibt nur eines: Leandra Feodora Lilienfein wird freigesprochen. Sie sei von allen als unschuldig und ohne Makel in dieser Sache zu betrachten.

Trotzdem verlassen die Gäste die Gerichtsstätte mit gemischten Gefühlen. Nicht zwei sind sich vollkommen einig darüber, ob die Urteile über die beiden Neonaten tatsächlich so nachvollziehbar sind ...
 

Kategorien: Sessionbericht
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