TageBuch20061118

18.11.2006: Augenblicke -- ein Tribut an Pythia


Ein junger Toreador aus der Hansestadt an der Elbe, LorenzWalkstaetter, hatte geladen, um einen Tribut an Pythia zu entrichten, der Namensgeberin der Pythischen Spiele. Das Thema lautete 'Augenblicke', und die Eingeladenen waren ermuntert zu diesem Thema Werke ihrerselbst zu präsentieren.

Ungewöhnlich für einen derart unbedeutenden Artgenossen hat es nicht nur die drei Ahnsherren Arcangelo Diachiami, Hagen und Friedrich Leopold von Stein und neben Hagen auch noch zwei weitere Fürsten --Daria Angela Magnus und Barbara Hopster-- zu der Einladung gezogen, die Gäste stammten zum Teil auch aus dem weit entfernten Süden der Bundesrepublik, aus Regensburg.

Der Abend verlief sehr gesittet und dem Thema Kunst und ihr Genuß durchaus angemessen. Die zahlreichen Gäste unterhielten sich sehr angeregt über die unterschiedlichsten Themen, es wurden neben den Bilder und Photografien auch Gesangseinlagen präsentiert, die den Abend weiter auflockerten.

Es zeigte sich aber recht schnell die übliche Aufteilung der Gäste nach ihrer Abstammung: Hagen war wohl der einzig anwesende Brujah, so daß seine Gesellschaft häufiger wechselte. Die Gangrel Cloé Angel Witten, Leandra Feodora Lilienfein und Thor Klauendenker regelten einige Sachen unter sich, was dann auch zu Handgreiflichkeiten führte. Und während Thor als Schoßgangrel des Ahnsherren von Stein ungestraft davonkam, büßte Lilienfein ihren Stand bei Corelli und im Clan Toreador ein -- wohl eine verspätete Rechnung ihrer Bemühungen vom letzten Mal. Für sie schien der Abend mit diesen Ereignissen dann gelaufen zu sein.

Die Malkavianer waren sehr damit beschäftigt den 'Doch nicht'-Tod von Viktor Gideon Alburn zu zelebrieren, ignorieren und verarbeiten. Was immer eben gerade passend schien. Doch irgendwas schien mit dem von den Toten wieder Auferstandenen nicht zu stimmen, wie Alara Cunningham verbreitete. Doch niemand schenkte ihr Gehör. Dafür durfte zu späterer Stunde FvSchleensee umso mehr Gehör genießen -- wenn auch im negativen Sinne. Für seinen Bruch des Elysiums wenige Wochen zuvor kam er dann aber doch glimpflich davon: Nur sieben seiner Ghule kostete ihn sein Vergehen, das andernorts gerne mit dem Endgültigen Tode geahndet wird.

Sehr zur Freude des Gastgebers und seiner Familie war kein Nosferatu zugegen -- zumindest hielt er sich sehr bedeckt, sei er denn überhaupt dagewesen. Die Toreador waren sicher nicht betrübt über den Umstand -- und unter Berücksichtigung der Tatsache, daß jeder der Anwesenden von einem Toreador vorgeschlagen worden sein mußte, ist die Abwesenheit sicher nicht verwunderlich. Dennoch erlitt die Familie den größten Verlust an diesem Abend:

Es war gegen Mitternacht, die Gesellschaft hatte sich ausgelassen den angebotenen Vergnügungen hingegeben, als das Licht verlosch. Offensichtlich gehörte dieser Punkt nicht zum Programm, denn aufgeregte Stimmen deuteten anderes an. Dann, wenige Sekunden nach dem Verlöschen, zündeten Blendgranaten. Mit verheerenden Folgen, wie sich zeigte, denn einige Artgenossen hatten instinktiv ihre Fähigkeiten eingesetzt, um im Dunkeln besser sehen zu können. Die plötzlich aufflammende Helligkeit mußte ihnen förmlich die Netzhäute aus den Augäpfeln gebrannt haben, so laut klangen ihre Rufe und Schreie vor Schmerz. Doch weiter schien nichts zu geschehen; es gab keinen Angriff, keinen Überfall, niemand kam zu Schaden. Erst als das Licht wieder anging, zeigte sich das Ausmaß des Schadens, der angerichtet wurde -- nicht die Gäste sondern zwei Kunstwerke waren das Ziel gewesen. Auf barbarische Art und Weise zerrissen, lagen sie am Boden. Es dauerte jedoch noch einige Augenblicke, bis die Artgenossen dies feststellten, wurde sich doch zuerst um die Geblendeten gekümmert -- einge waren derart mitgenommen, daß sie abtransportiert werden mußten.

Eine Viertelstunde später wurde zumindest die Täterschaft aufgeklärt: Zoe Thorn, abtrünnige Toreador und mutmaßliche Sabbatsympathisantin, meldete sich per Telefon und erkundigte sich, ob ihr Beitrag zum Thema des Abends gut angekommen war und entsprechend aufgefaßt wurde.

Nach diesem Anschlag war die Stimmung jedenfalls mehr denn ruiniert. Nicht, daß einige diesen Anschlag gebraucht hätten, nein -- die Ahnsherren von Stein und Corelli hatten beide wohl mit der Ankunft eines weiteren Ventrue zu kämpfen, jeder auf seine. Doch der Vicomte Antoine Adrien de Gramont war sich keiner Schuld bewußt -- ihn führte seine Vergangenheit hierher und seine Zukunft auch wieder fort, doch von Stein ließ dies nicht gelten. Seine Vorbehalte gegen sein französisches Familienmitglied äußerte er jedenfalls lautstark, ungewöhnlich für ihn, sich durch jemanden anders als die Marosas derart reizen zu lassen. Der Rest der Ventrue schien weitaus weniger Anstoß an dem Neuankömmling zu nehmen.

Zumindest die Tremere hatten an diesem Abend Grund zur Freude, ergab sich ihnen doch endlich mal wieder die Möglichkeit, ein Treffen abzuhalten, und daß es in der Öffentlichkeit stattfand, schien sie nicht sonderlich zu stören. Die vorzeitige Verabschiedung von Wilhelm von Miller aufgrund seines Augenleidens hat aber auch dort zu leichten Verstimmungen geführt.

Irgendwann, als niemand mehr den Anschein von guter Stimmung und Freude an der Gesellschaft der anderen Vampire aufrechterhalten wollte, klang die Veranstaltung dann auch aus.
 

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