TageBuch20070519

19.05.2007: Rückkehr der Harpyie


Einem Besucher dieser Einladung dürfte es schwerfallen, über sie zu erzählen. Wieso? Es liegt in der Natur der Sache einer Erzählung, einen linearen Verlauf abzubilden, keine Verzweigungen zuzulassen. Wessen Geschichte dieses Abends könnte man erzählen? Ist es schon bei einfacheren Einladungen mit weniger Gästen schwer möglich, allen Blicken auf diesen Abend gerecht zu werden. Eine Erzählung ist Einschränkungen unterworfen, die ein Erzähler, will er nicht einfach nur berichten, versuchen muß zu überwinden. Und so will ich dieses doch probieren.

Zuallererst muß einen Besucher erstaunen, daß so viele Artgenossen vor Ort waren, manchem vielleicht sogar zuviele. Doch der werten Gräfin Johanna Jacqueline-Leandra de Légat muß dies doch ganz recht gewesen seien, ebenso wie der Gastgeberin Angelique de Bonvallé, die zu Ehren der Gräfin und ihrer Rückkehr geladen hatte. Neben einer Delegation aus der Freien und Hansestadt Hamburg, die von Sofie Konstanze Freifrau von Liliental angeführt wurde und ihre beiden Sprößlinge Jakob Rhis und LorenzWalkstaetter sowie Sunnja Marie Libell aus dem Blute der vormaligen Fürstin über die Hansestadt und JFvTrepnitz enthielt, gab es auch Gäste aus anderen Teilen des deutschsprachigen Raumes. Offensichtlich hatte Wilhelm von Miller, der ebenfalls anwesend war, Geschwister aus Haus und Clan über diese Einladung informiert, die dann sogar den weiten Weg aus der Domäne Teutoburg (in Gestalt von MariaWoermann) und aus Regensburg (Arthur Letz) angetreten hatten. Man hat mir gegenüber erwähnt, daß ein junger Gangrel wohl aus Regensburg gekommen sei, von Per Stenström geschickt, ein Gangrel namens Dante. Aber ob der schieren Masse an Artgenossen, so muß ich zugeben, ist mir doch der Überblick ein wenig abhandengekommen. Die beiden angereisten Tremere fanden in ihren Geschwistern Luisa Jael Graves und Theodor von Hallenstein neben dem bereits erwähnten Herrn von Miller wohl geeignete Gesprächspartner -- welch Wunder, daß Tremere miteinander klüngeln, aber was Tremere können, können Brujah noch viel besser: Der unangemeldet angereiste SMASH gesellte sich zu seinen Berliner Geschwistern Larissa Fiebig, Thorben William Maria Jack und Damien Bannickburn und verbrachte den Abend mit diesen bei lustigen, gesellschaftstauglichen Spielen wie 'Ich kann ein Lied rülpsen' -- gerüchteweise zu dem Zeitpunkt, als Arcangelo Diachiami, der in Begleitung des Ventrue Vicomte Antoine Adrien de Gramont erschienen war, den Ahnsherren aus der Familie des Mondes Ludovice Olivier LeNoir aus Magdeburg empfangen wollte.

Aber ich greife vor. Wie es solche Anlässe so mit sich bringen, reichen sich die hohen Vertreter der Gesellschaft die Klinke in die Hand. Neben den bereits genannten durfte sich Madame de Bonvallé auch über Gräfin Sophie Madeleine Salentin de Bouvoire und Viktor Gideon Alburn freuen. Wahrhaft überraschend für die Gastgeberin und ihren Ehrengast dürfte nach all der Zeit, wo die Toreador so schwach vertreten waren, gewesen seien, daß zwei Schwestern anwesend waren, die erst seit kurzem ihren Wohnsitz nach Berlin verlegt hatten, Elena de St.-Etienne und Medea. Ganz zu schweigen Herrn Rhis, den es wohl ebenfalls nach Berlin zieht.

Man kann wohl wirklich nicht erwarten, daß, wenn soviele Artgenossen von solchem Stande aufeinandertreffen, es ohne offensichtliche Politikbemühungen abgeht, die sich in dem Zusammentreffen der Gräfin De Légat und der Freifrau von Liliental, dem Zusammentreffen des Ahnsherren Corelli und der Freifrau sowie dem Gespräch zwischen den beiden Ahnsherren manifestierten. Dieses waren zumindest die Ereignisse, die auch dem tauben und blinden Beobachter kaum verborgen geblieben wären. Welchen Ausgang diese Mühen hatten, erfuhren nur wenige Eingeweihte.

Andere Treffen an diesem Abend fanden in größerer Diskretion statt; man munkelt, daß die ehemalige Fürstin Hamburgs wohl einen Glücksgriff gelandet hätte, zumindest erschien ein hier nicht näher zu benennender Ahnsherr weitaus entspannter, nachdem er ein wenig Zeit in Gesellschaft einer gewissen jungen Toreador verbracht hatte. Doch auch Herr von Miller demonstrierte offen sein gesteigertes Interesse an der Schwester des Herrn de Lesseps und verbrachte wohl einen angenehmen Abend mit einer liebreizenden Dame und angenehmen Gesprächen.

Nicht wenige warfen die Frage auf, mit welchem charmanten Herren wohl die Gräfin ihre Zeit verbringe, ließ sie sich doch bis zum Ende der Einladung nicht mehr sehen -- und wer sonst als ein charmanter Herr könnte sie wohl von all den Gästen, die ihretwegen kamen, ferngehalten haben? Vielleicht ein charmantes Fräulein? Wer weiß das schon so genau ...

Ach, es gab an dem Abend soviele kleine Geschichtchen, aber keine große Geschichte, keine Ereignisse von epischem Ausmaße, und es ist mir schlichtweg nicht möglich, alles zu kennen. Bislang habe ich drei weitere Gäste nämlich nicht erwähnt, Leandra Feodora Lilienfein, die Geißel der Domäne, Alara Cunningham und JosefSchuster, einem Verborgenen aus Nürnberg. Ich bin mir sicher, auch ihre Geschichten wären interessant und es wert, erzählt zu werden, doch sind sie mir leider unbekannt.

Und so muß ich schließen und das, wo ich meinen eigenen Anspruch noch durchaus im Gedächnis habe, in der Gewißheit, daß ich vieles, viel zu vieles unerwähnt gelassen habe. Ich kann nur konstatieren, daß ich meinem eigenen Anspruch nicht gerecht geworden bin. Ich hoffe, meine Leser sehen mir das nach.
 

Kategorien: Sessionbericht
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