TageBuch20070602

02.06.2007: Blutige Spiele


Luisa Jael Graves lud zu einem Abend in den Rosengarten (Humboldthain), um die Faszination des Blutes, des Lebenssaftes, den alle Vampire so sehr schätzen, zu thematisieren. Ihr Clansbruder Theodor von Hallenstein hat sie tatsächlich wie angekündigt personell und moralisch unterstützt, aber er war nicht der einzige Gast. Alara Cunningham hat sich mal wieder blicken lassen. Besonders überraschend war aber die Anwesenheit von Juri -- hatten einige Eingeweihte doch eher damit gerechnet, ihn lange Zeit nicht mehr wiedezusehen. Doch heute wußte er sich zu benehmen. Ein Bediensteter von Lyciel Felicitas du Loup war ebenfalls anwesend und bemühte sich zu versichern, daß seine Herrin bald einträfe -- so machte es nichts, daß sich Leandra Feodora Lilienfein und Elena de St.-Etienne ebenfalls verspätet hatten. Auch der Vicomte Antoine Adrien de Gramont fand sich ein, seinen eigenen Aussagen nach aber nicht aufgrund der Einladung sondern aus einem Gefühl der Vertrautheit heraus. Dafür versuchte er aber dem Thema der Gastgeberin Seiten hinzuzufügen, die den Beiträgen der Gäste in seinen Augen zu fehlen schienen.

Die Beiträge der Gäste waren sowieso sehr unterschiedlich: Frau de St.-Etienne brachte ein rohes, blutiges Herz eines Menschen (so sagte sie zumindest) als Beitrag vor. Frau Cunningham ließ ihrer poetischen Ader freien Lauf, ebenso wie Herr von Hallenstein, dessen Werk wohl eine Art Tradition bei ihm besitzt, da er es wohl jedes Jahr an einem Tag der Trauer rezitiere. Frau Graves selbst dozierte kurz über Methoden des Blutnachweises bei der forensischen Arbeit und führte sogar ein kleines Experiment an einem gut durchbluteten Organ durch, freundlicherweise nicht von einem Menschen (so sagte sie zumindest). In der Zwischenzeit waren auch die Gangrel Gab und Raph eingetroffen, um sich an den Vorträgen zu -- laben. Sie sahen jedoch davon ab, ihrerseits etwas beizutragen, sehr zur Erleichterung von Frau Lilienfein, wie mancher zu beobachten glaubte. Frau Lilienfeins Beitrag, ein Note des Cyrano de Bergerac, wurde von Frau Graves vorgetragen und bestach mit einer gewissen -- Skurrilität, möchte man sagen.

Die Gesellschaft begann sich in den Weiten des Rosengartens zu verlaufen, nachdem alle Beiträge vorgeführt waren. Doch irgendwann konnte der Bedienstete von Frau du Loup tatsächlich vermelden, daß sie wohl käme und auch etwas beizutragen gedenke. Nicht wenige waren in einem Zustand zwischen Ehrfurcht und Schrecken gefangen, als Frau du Loup dann anfing, blutgefüllte Schweineblasen oder ähnliches --man konnte es bei den Lichtverhältnissen nicht erkennen-- auf einen Teller zu entleeren. Offensichtlich nutzte sie diese Eingeweide, um daraus die Zukunft der Gastgeberin lesen zu wollen. Was vermag eine Malkavian wohl tatsächlich zu deuten?

Zu noch späterer Stunde dann stieß auch Medea zum Kreise dieser Gesellschaft und verkündete, einen eigenen Beitrag zum Besten zu geben, drei kurze Szenen aus Elektra von Hugo von Hofmannsthal, wo das Thema Blut in wohl allen möglichen Interpretationen angeschnitten wird.

Doch scheint es wohl keinen Abend ohne Gewalt zu geben: Dieses Mal war es Frau du Loup, die wohl zu dem Schluß kam, daß Juri ihrem Bediensteten gegenüber nicht respektvoll genug war, und ihn kurzerhand einen Pflock durchs Herz trieb.
 

Kategorien: Sessionbericht
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