TageBuch20071103

03.11.2007: Warten auf den großen Kürbis oder auf Geisterjagd im Plänterwald


Es war Peter Hoffmann, der einige Tage nach Halloween, die Berliner Kainiten in den Plänterwald rief mit der Bitte ihn doch einige Ohren und auch Augen zu leihen.

Diesem Ruf folgten dann allerdings doch nur einige wenige Wagemutige, mehr oder weniger warm eingepackt und mit Decken oder Sitzmöbeln ausgerüstet, die wohl auf der verzweifelten Flucht vor der eigenen Langeweile weder den abgelegenen Ort noch das mittlerweile schon ungemütlichere Wetter fürchteten. So fanden sich, wenn auch erst reichlich spät, Leandra Feodora Lilienfein, die Geschwister Medea und Fabian Schwertfeger, Dante und das Tremere-Trio Theodor von Hallenstein, Luisa Jael Graves und Hallensteins Ghulin [Hier Name einfügen] ein.

Am auf Nosferatu-Art stimmungsvoll mit Friedhofslichtern dekorierten Treffpunkt unweit der Spree eröffnete Peterle seinen Gästen dann folgendes: Er habe von einem Herrn Hertz einen Anruf erhalten mit der Information, dass hier am "Alten Eierhäuschen" ein ruheloser Geist umgeht, der keinesfalls den Giovanni in die Hände fallen dürfe. Name, Todesart und genaue Lage der letzen Ruhestätte unbekannt.

Aha. Auf geht's.

Schnell jedoch stellte sich heraus, dass obwohl der eine oder andere Anwesende von sich behauptete schon einmal mit Geistern in Kontakt gestanden zu haben, keiner so wirklich wusste wie diesen denn nun am Besten beizukommen sein, noch wie man eine letzte Ruhestätte ausfindig machte. So wurde der allgemeine hektische Aktivitätsdrang zunächst in Warten, Sitzen und die Umgebung Erkunden umgesetzt, aufgemuntert von gelegentlichem Umhergiften einiger Anwesender in die eine oder andere Richtung.

Nichtsdestotrotz wurde den Meisten bald klar, dass an diesem Ort etwas nicht mit rechten Dingen zu ging. Seltsame Geräusche, umherfliegende Gegenstände und Kainiten, die plötzlich und ohne Vorwarnung in sich zusammensackten, als wären sie, ja, als wären sie von dem Geist in den Tiefen ihrer Seelen berührt worden!

Es mag so einige geben, die nach diesem Abend, nicht mehr so leichtfertig wie vorher über Geister witzeln werden mögen.

Apropos Witzeleien. Nicht weniger dieser gab es auch über nebulöse Giovani-Horden, die, so wurde vermutet, gerade dabei seien den Wald zu umzingeln, um hernach über die cammarillatreuen Geisterjäger herzufallen und ihre nekrophilen Neigungen am den armen Knochen des ortansässigen Geistes auszuleben. Aber statt jener geradezu freudig erwarteten giovannischen Armee erschien dann gerade mal ein einzelner Fußsoldat der Giovanni, welcher sich ebenso unwissend wie alle anderen gab. Behauptete er doch von seiner Tante Carlotta geschickt worden zu sein, um für diesen einen nebulösen "persönlichen Gegenstand" (was damit genau gemeint sei, konnte oder wollte er selbst nicht sagen) zu suchen, den er hier verloren habe.

Trotz der nicht gerade freundlichen Begrüssung durch Peter Hoffman und Leandra Lilienfein und deren Aufforderungen wieder zu verschwinden und sein Glück an einem anderen Abend nochmals zu versuchen, ließ es sich Ronald König nicht nehmen, dennoch zu bleiben und sich auf die Suche zu begeben. Dabei muss man doch bemerken, dass scheinbar nicht allen Anwesenden die Präsenz des Giovanni allzu unangenehm gewesen ist. Einige fanden schnell Anschluss an den durchaus gesprächigen Nicht-Camarillianer.

Es mag gegen Mitternacht gewesen sein, dass der Geist auf dem Höhepunkt seiner Kraft stand und sich für alle sichtbar zeigte. Eine kleine Gruppe, bestehend aus Leandra Lilienfein, Peter Hoffmann, Dante und Luisa Graves machten sich sofort an die Verfolgung und ließen sich von dem Geist zu seinen sterblichen Überresten führen, die sie einsammelten und anschließend Hoffmann überreichten, der sich damit in die Kanalisation flüchtete, bevor der Giovanni den Fund bemerken konnte.

Falls die werte Leserschaft nun zu vermuten versucht ist, der Abend wäre damit schon vorbei gewesen ... nein, das war er nicht.

Minuten nach seinem Verschwinden tauchte Peter erneut aus dem Untergrund auf, um den Giovanni (der noch immer nicht fündig geworden war) ein letztes Mal zur Rede zu stellen. Es gab daraufhin eine kleine unschöne Auseinandersetzung, die für Peter mit einem großen Loch im Kopf endete, aber dafür zum endgültigen Abbruch der Versammlung führte. Der noch folgende Versuch eines Verhörs durch Hallenstein und Schwertfeger, welche versuchten die vergangen Geschehnisse zu rekronstruiren, endete mit der Info: Oh, ich hab solche Kopfschmerzen.
Nacheinander trollten sich alle Anwesenden.

Nun, zum Abschluss möchte ich noch Herrn König zitieren: "Das wird noch ernste Konsequenzen haben."
 

Kategorien: Sessionbericht
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