TageBuch20080628

28.06.2008: Schlag gegen den Sabbat


Das Vortreffen


Dicht gedrängt kam die Berliner Camarilla und sogar kampfesmutige Unterstützung aus Teutoburg und Magdeburg war zu verzeichnen. Es gab einen Plan für die Schlacht und man schien guten Mutes. Doch dann kam das böse Erwachen. Der Clan des Mondes verkündete durch Viktor Gideon Alburn, man werde sich nicht an den Kampfhandlungen beteiligen, denn Mauschelei, Verrat und sogar Mordpläne gegen den merkwürdigerweise abwesenden Konsul und ursprünglichen Organisator Leandra Feodora Lilienfein wären von Anwesenden gesponnen worden und zersetzten die Wehrkraft und Treue der Camarilla. Getuschel, offene Empörung, lange schon gehegte Verdachtsmomente äußern sich in schelen Blicken zu allen Seiten. Jeder verdächtigt jeden. Sind die Verräter schon in der Mitte?

Sind es gar Aristide Gillette und Freiherr Maximilian von Salm-Kyrburg selbst, die den Fürsten hintergangen und sich in der Rangleiter nach oben geputscht haben? Das behauptet zumindest Stanislav Pjotronov, der erscheint, empört mit seinem Clan spricht und schließlich geht, wilde Todesdrohungen gegen seinen Clansbruder hinterlassend. Die Gastgeber aber schweigen eisern, die Gesichter hart wie Stein vor kaum verhohlener Wut. Jede Seite in diesem Konflikt versucht sich den Mantel der Rechtschaffenheit umzulegen, keinem scheint es ganz zu gelingen? Welcher Schattenkrieg tobte in den vergangenen Wochen hinter den Mauern der fürstlichen Residenz? Schließlich sind alle Ankläger fort, um sich selbst zu sammeln und zu beraten, und der geschrumpfte Trupp der Streitkräfte wird mit Propaganda darauf eingeschworen, jetzt zusammenzuhalten und gegen den wahren Feind vorzugehen. Mit Unsicherheit blickt man der nächsten Nacht entgegen.

Die Schlacht


Haus und Clan Tremere alarmierten früh in der folgenden Nacht alle Beteiligten. Der Sabbat veranstalte an mehreren Orten in der Stadt ein finsteres magisches Ritual, dass, falls vollendet, vielleicht zur Vernichtung aller Blutsverwandter Berlins führen könnte. Man müsse jetzt handeln, um das Schlimmste zu verhindern. Die Kampfgruppen teilten sich und eilten in Mannschaftsfahrzeugen ihren vorausbestimmten Einsatzorten zu, während weitere engagierte Bürger, in die Straßen Berlins hinausgingen, um mit den unter ihrer Kontrolle stehenden Menschen zusammen, die Masquerade vor schwerem Schaden zu bewahren.

Aristide Gillette, Simon Lion, Thorben William Maria Jack, Damien Bannickburn, Winter Duncan, Vigor, Jester, Dante, Theodor von Hallenstein, Hans Bergener und Freiherr Maximilian von Salm-Kyrburg, sowie Tatjana Wolff und ihre 4 köpfige Teutoburger Mannschaft machten sich auf den Weg, dem Feind an seinen Schauplätzen entgegenzutreten.

Im Schillerpark wartete eine Abordnung von etwa 8 bis an die Zähne bewaffneten Sabbatianern darauf, ihren Ritualmeister zu schützen und sich der Camarilla mit der vollen finsteren Kraft ihrer Gaben entgegen zu werfen. Im Kampfgetümmel ereilte den bereits schwer verwundeten Damien Bannickburn der Tod durch einen fliehenden Sabbatianer, bevor er von seinen Kameraden in Sicherheit gebracht werden konnte. Bis auf zwei Flüchtige wurde das Rudel aber zerstört und das Ritual aufgehoben.

Im Goethepark gab es noch eine kleinere Sammlung von Sabbatianern, die aber eher Späher zu sein schienen, denn nachdem der Erste nach wenigen Streichen gefallen war, zerstreute sich das Rudel sehr schnell und griff nur noch sporadisch aus dem Hinterhalt an. Alle 4 Sabbatianer wurden vernichtet Obwohl 3 Ritualkreise gefunden wurden gab es keinerlei Hinweise auf die Anwesenheit von mehr als einem unheiligen Priester, den trotz des von ihm heraufbeschworenen Feuers auch der schnelle Tod ereilte.

Der Ort, an dem der Sabbat sein drittes und vermeintlich letztes Ritual aufführte, war in einer Wohnung im Wedding, im Gegensatz zu den beiden anderen Orten, die in Parks gelegen waren. Mehrere schwerbewaffnete Sabbat-Mitglieder hatten sich in der Wohnung verschanzt und verteidigten den Ritualplatz bis zum letzten. Der Angriffstrupp der Camarilla hatte keine andere Möglichkeit, als durch den Einsatz einer Bombe den Sabbat im Ritualraum zu vernichten. Bei dem Angriff wurden neben allen Sabbat-Anhängern auch der ehrenwerten Wilhelm von Miller, Neonate der Tremere, der im Einsatz gefangen genommen worden war, vernichtet. Außerdem fand ein unbekannter Kainit sein Ende, der im Rahmen des Rituals offenbar geopfert werden sollte.

Als die ersten 3 Ritualplätze gesäubert und gesichert waren, enthüllten die verbliebenen Tremere plötzlich, dass sie eine Hauptstätte hätten ausmachen können, an der sich die Führer des Sabbat und alle verbliebenen Kämpfer zu einem verzweifelten Gegenschlag versammelt hätten.

Schon schwer angeschlagen, machte sich die vereinte Streitmacht der Camarilla auf, um den endgültigen Sieg über die Sabbathorden zu erlangen. Durch eine flammende Rede der Generäle inspiriert, griffen die Camarillaner auch verwundet wieder zu den Waffen und stürmten den Ritualplatz, andem Candle, die graueneregende Tzimisce-Priesterin des Lasombra-Erzbischoffs Magnus Steiner, gerade sechs verstümmelte Kainiten opfern wollte. Von dem blitzartigen Angriff überrascht, wurden die Sabbatianer sofort zurückgeworfen und der Ritualplatz konnte gesichert werden. Nun verfolgten einige todesmutige Streiter die fliehenden Sabbatianer, die ihre Priesterin und ihren Anführer beim Rückzug schützen wollten. Doch die Zersplitterung der Truppe im Blutrausch der Raserei machte die Camarilla anfällig und so wurden die meisten in Duelle oder Kleingruppenkämpfe verstrickt. Einige Kämpfer wurden infolgedessen schwer verwundet, während die Hauptstreitmacht noch am Ritualort verweilte.

Nach dem Rückzug der Sabbatführung schien die Schlacht gewonnen und niemand ahnte, dass genau in diesem Moment die letzten Bestien ihren finalen Streich planten. Als sich alles zum Sammelpunkt am Ritualplatz zurückzog, stürmten einzelne Sabbatianer auf die geschwächte Nachhut und es gelang ihnen, die geschwächten Kämpfer zu überwältigen. Obwohl sogleich die letzten Sabbatianer vernichtet wurden, konnten sie doch noch erheblichen Schaden anrichten, da sie Aristide Gillette hinterrücks ermordeten und Winter Duncan fast und einen Teutoburger Ventrue gänzlich in die Arme der Starre trieben.

Freiherr Maximilian von Salm-Kyrburg sammelte die Überlebenden und nahm mit einer ergreifenden Ansprache das Kommando in seine Hände. Er sammelte und disziplinierte die Truppen und ließ sie gemeinsam abrücken, während seine Ghoule die letzten Spuren der Schlacht beseitigten.

Das Fazit der Schlacht bleibt freudig und bitter zugleich. Fast alle in Berlin eingenistete Sabbatianer (weit mehr als erwartet, zum Erschrecken aller) wurden vernichtet. Doch der große Erfolg wurde mit Blut bezahlt. Drei anerkannte Mitglieder der Camarilla fanden den Endgültigen Tod, zwei sind nun im Kalten Schlaf für wer weiß wie lange gefangen.

Bitter ist auch das Bewußtsein der häufigen Hilflosigkeit, den Feind zu erkennen. Rechnet man Peter Love III., seinen Waffenmeister, die vor drei Wochen vernichteten 6 Sabbatianer, den Erzbischof und seine Priesterin zusammen, kommt man auf Sage und Schreibe 50 Sabbatianer, die jahrelang unerkannt in Berlin lebten und wirkten. 50! Mehr als die Zahl der Camarilla-Residenten der gebeutelten Hauptstadt. Und die Hydra mag tot scheinen, doch ihre Köpfe, Magnus Steiner und Candle, die eigentlich Saat des Berliner Übels, sind wieder einmal, wie schon so oft in den letzten 6 Jahren, entkommen.
 

Kategorien: Sessionbericht
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