TageBuch20080723

23.07.2008: Wahlverwandschaften


Im Rosengarten, einst Richtort so mancher Fürsten der Stadt, trafen sich Hans Bergener und Medea zum Plausch. Der eine erwartete eigentlich den merkwürdig ausbleibenden Simon Lion, der anderen passte dass gerade recht, suchte sie doch ein Gespräch im Stillen, um große Politik zu machen und die nächsten Schritte gegen die gemeinsamen Rivalen zu planen.
Man war über den Smalltalk kaum hinaus, da hörte man leise Schritte auf dem Kieß und hielt, sich beobachtet fühlend, inne, starrte herausfordernd in die rasch kälter werdende Nacht. Aus der Dunkelheit zwischen den Rosensträuchern am Säulenhain schälte sich eine hagere Gestalt umhüllt von einem altmodischen Opernmantel. »Bonsoir, Madame, Monsieur. Ich möchte mich Ihnen wirklich nicht aufdrängen, aber ich kann nicht umhin zu fragen... Sind wir von einer Art?
Und damit begann die Verwirrung. In einem kurzen Interview, sehr souverän von Herrn Bergener durchgeführt, konnte dem Unbekannten entlockt werden, dass sein Name Mathieu de Cheveignei sei, er etwa hundert Jahre alt sei und schon sehr lange unerkannt in Berlin lebe. Von Bezeichnugen wie Camarilla oder Fürst habe er noch nie gehört - in der Tat sei er noch nie einem anderen Vampir begegnet.

Etwa zu diesem Zeitpunkt gesellte sich der Gangrel Jester, zu der bunt gemischten Gruppe, die sich verbal begaffte, nachdem er auf dem Weg durch den Park im Rosengarten vertraute Stimmen wahrgenommen hatte. Er, der er selber nicht in der höfischen Gesellschaft großgeworden war, konnte den verblüfften Kainiten der Camarilla durchaus schlüssig erklären, dass eine Geschichte, wie die des neuen Herren, durchaus plausibel sein könnte, sich auch bei den Gangrel so schon oft genug zugetragen habe.

Man beschloss also, dem Herren das kleine 1x1 der Camarilla im Schnelldurchlauf zu erklären und ihm mögliche Fragen zu beantworten, worauf hin er dann auf Wunsch der beiden anderen Anwesenden Medea übereignet wurde, die ihn auch zum Fürsten bringen sollte.

So waren ersteinmal klare Verhältnisse geschaffen und man wandte sich einander wieder im Gespräch zu, beriet sich und suchte nach Möglichkeiten die vielen ambitionierten Pläne der aufstrebenden Neonaten in die Tat umzusetzen. Nach Zwiegesprächen unter Einzelpersonen wurde der Abend schließlich friedlich beendet und man ging zufrieden seiner Wege.

Herrn Lions Verbleib hingegen, war auch zum Ende der Nacht noch merkwürdig ungeklärt...
 

Kategorien: Sessionbericht
There are no comments on this page.