TageBuch20080829

29.08.2008: Gerichtsfarce in Sachsen-Anhalt


Comte Matthieu Marie de Montluçon, Fürst über Sachsen-Anhalt, lud zu Gericht durch den hohen Herren Gilbert Despaignart vom Geschlecht der Gelehrten, einem Mann, der durch ein jahrhundertelanges Studium der Jurisprudenz hervorzustechen weiß. Und so waren die Erwartungen hoch, denm Ahnsherren Recht sprechen zu hören, daß sogar ein wenig B-Prominenz aus Berlin den Weg nach Magdeburg-Rothensee, den Ort des Gerichts, angetreten hat: Konsul Leandra Feodora Lilienfein erschien in Begleitung ihrer alten Pariser Bekanntschaft Julian Jascheroff von Calenberg und ihrem Blutsbruder Jester. Botschafter Stanislav Pjotronov hatte neben diesen dreien aber auch noch Juri inklusive seiner Hure und Jakob Rhis auf die Gästeliste gesetzt. Erwartungsvoll tauschten sich die Gäste mit den Residenten der Domäne aus, in der Hoffnung mehr über die Fälle zu erfahren.

Die Anklagen waren im Vorfeld sehr diffus gehalten: 7 Angeklagte in vier verschiedenen Fällen. Klaus von Klitzing wurde des Verrates beschuldigt und der üblen Nachrede am Fürsten. Zuerst sah es so aus, als fände sich kein Kläger, denn scheinbar hat man seinen Fall mehr oder weniger anonym eingereicht, doch dann ergriff Zarah Antonowa Marosa das Wort und übernahm die Klage. Sie warf ihm vor, aktiv und mit Unterstützung aus Berlin am Thron des Fürsten gesägt zu haben. Von Klitzing sah sich nicht in der Lage, diese Vorwürfe zu entkräften, und so wurde er seines Amtes als Gouverneur enthoben und zur weiteren Bestrafung Ancilla Frau Graf aus seinem Blute unterstellt. Diese Anklage kam nur zustande, da von Klitzing aufgrund seines vertraulichen, nahezu freundschaftlichen Verhältnisses zu der Marosa-Schwester sie ins Vertrauen zog und seine Unzufriedenheit mit der Politik des Fürsten mitteilte. Von Klitzing wird in seinem weiteren Leben doch sicherlich vorsichtiger sein, wen er als 'Freund' bezeichnet -- und wen besser nicht. Der Schaden, der Frau Marosa hingegen zuteilwurde, dürfte schwerer wiegen als das Urteil, hat sie sich doch als Opportunistin und als wenig vertrauenswürdig bewiesen. Als 'Freund', so mag man argumentieren, wäre es ihre Pflicht, ihrem 'Freund' sein Fehlurteil auszureden. Die Anwesenden waren sich jedenfalls größtenteils einig, daß diese Anbiederung beim Fürsten sie mehr gekostet haben mag als sie gewonnen hat.

In der darauffolgenden Pause konnten sich die Gemüter wieder ein wenig sammeln, bevor Frau Marosa erneut das Wort erteilt wurde. Dieser Fall stellte den Beginn einer Reihe von drei Fällen dar, die dieselben Vorfälle beinhalteten.
 

Kategorien: Sessionbericht
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