TageBuch20081003

03.10.2008: Vorabendgeplänkel


On the other side


Anfänglich war ich ja eher missmutig gestimmt, als ich mich auf den Weg zu der Einladung der Brujah machte. Missmutig darüber, dass ich nicht auf die Einladung des Ahnsherren Sehestedt eingeladen wurde. Schockiert darüber, dass selbst mein Ahnsherr nicht erwünscht war. Genervt darüber, dass ich meine Manschettenknöpfe anscheinend zu Hause habe liegen lassen und dass ich die falsche Weste eingepackt hatte, die viel zu kurz war.

Meine Erwartungen waren für den Abend nicht allzu hoch aber ich wurde eines besseren belehrt.

Als ich anklopfte wurde mir doch tatsächlich sofort von einem Bediensteten die Tür geöffnet und und die Gastgeberin, Scarlet, war höchstpersönlich zur Stelle, um ihre Gäste zu begrüßen.

Auch wenn die Räumlichkeiten recht schlicht und Schmucklos waren, war es doch zumindest keine alte, zugige Lagerhalle oder ähnliches, was ich eigentlich erwartet hätte. Tatsächliches waren es sowas wie leere Büroräume, die in aller Eile möbeliert worden waren. Wie gesagt, es war zwar nicht das Adlon aber denoch recht gemütlich und angenehm.

Zum Glück waren noch nicht allzu viel Gäste da, sodass die Begrüßungsrunde für mich recht kurz ausviel. So musste ich auch nicht allzu lange mit der vorherrschenden Musik vorlieb nehmen. Ich meine KLassik, schön und gut. Aber Mozart? Ich wollt mich eigentlich nicht gleich wieder schlafen legen.

Schnell konnte ich Scarlet dazu überreden, mich etwas anderes raussuchen zu lassen. Nachdem ich mich durch Stapeln von "Subway to Sally", "Nightwish" und "In Extremo" durchgewühlt hatte, fand ich doch (natürlich zum Schluss) eine CD von Tori Amos. Als dann die ersten Takte erklangen, war meine Laune soweit wieder aufgehellt, dass ich den Abend jetzt auch genießen konnte.

Das Getränkeangebot war zwar nicht unbedingt überragend aber reichhaltig und abwechslungsreich. Und was man der Gastgeberin desweiteren zu Gute halten muss ist, dass sie einige Blutsorten sogar warm hielt, was ihre Frische und Süße nur noch unterstrich.

Was die weiteren Gäste anging, so war es recht gut durchmischt. Zu erwähnen wären hier natürlich der Ancilla HAL aus Marburg, mit dem ich den Rest des Abends zwar nicht mehr allzu viel zu tun hatte aber so wie es aussah amüsierte er sich auch ganz prächtig. Ich lernte die Malkavancilla Frau Faust kennen, die, so hatte es zumindest den Anschein, hochschwanger war. Da ich wenig Lust hatte mich dadurch verunsichern oder in den Wahnsinn treiben zu lassen, ignorierte ich diesen Umstand oder besser gesagt ihre Umstände.

Ich kann mich auch erinnern einem Ancilla der Ventrue aus Teutoburg begegnet zu sein. Allerdings war dieser so unscheinbar, dass ich mir weder seinen Namen merken konnte, noch mich weiter mit ihm beschäftigte. Irgendwann tauchte auch ein mir bekanntes Gesicht auf. Dr. Schüssler und sein etwas enervierender Ghul Ginger.

Ich unterhielt mich recht anregend mit Valerie und Anna Jasmin über den morgigen Abend. Was wir erwarteten und was wir denn so vorbereitet hatten. Ich verlor dann aber auch schnell das Interesse an den beiden und so wie es schien unterhielten sie sich lieber mit Lex, einem Caitiff-Irgendwas-Ding, was den ganzen Abend in einem Englischkauderwelsch daherplapperte. Er war es dann allerdings auch, der einige andere Gemüter an diesem Abend durch seine Präsenz erhietzte und sich ein kleines Klüngel bildete, die sich gegen ihn verschworen. Naja, verschwören kann man nicht ganz sagen, da es doch recht an Subtilität fehlte.

Apropo Subtilität. Zu erwähnen wäre noch der Brujah Carl (oder Karl). Ein tumber Nazibrujah, der mit einem erstaunlichen Blutdurst auf die Einladung kam. Die ach so feinsinnige, schüchterne, tugendhafte Ginger hatte es doch tatsächlich geschafft, irgendetwas zu sagen, was Carl gar nicht gefiehl und er sich aufplusterte, wie ein Fesselballoon. Aber die Luft ging ihm auch ganz schnell wieder aus und er begnügte sich mit einer Gefallensschuld von Schüssler. Schade, die Leidenschaft der Brujah, lässt in letzter Zeit sehr zu wünschen übrig.

Nun ja, wir hatten ja noch Julian, der ja doch noch die Ehre seiner Clansbrüder zumindest ansatzweise zu retten. Kurzzeitig dachte ich doch tatsächlich er will mir an die Wäsche. Aber ein freundliches Lächeln mit viel Zähnen lies ihn dann doch von seinem Plan abstand nehmen.

Ansonsten verbrachte ich den Großteil des Abends in der angenehmen Gesellschaft von Scarlet. Wir unterhielten uns viel und ich muss sagen, dass sie doch tatsächlich eine recht interessante Vertreterin ihres Clans ist. Hat sie doch Verhalten und Umgangsformen einer vornehmen Dame ohne dabei ihre Ideale und die Leidenschaft ihres Clans zu verraten. Wirklich, ich fühlte mich den Abend über sehr gut unterhalten.

Irgendwann, zu später Stunde tauchte dann Hester Sturm auf. Toreadorneonatin und Opfer einer Statusverschwörung. Im Gegensatz zu mir wurde sie dazu gezwungen auf die Sehestedteinladung zu gehen und war darüber gar nicht glücklich. Von dem was sie mir erzählte, war ich in der Zwischenzeit auch recht froh hier zu sein und nicht dort. Nach und nach kamen auch noch andere Gäste, die, so sah es zumindest aus, vor den Ahnen des Abends geflüchtet waren und hofften, vielleicht doch noch zumindest für eine halbe Stunde Amüsement zu finden. Unter anderem Grafin Magnis aus Marburg, Toreadorancilla, die eine recht seltsame Wirkung auf mich hatte.
Ansonsten sind vielleicht noch Frau Lilienfein (Gangrelancilla und Konsul zu Berlin), und Medea, Toreadorneonatin, zu erwähnen.

Alles im allem war es doch ein sehr amüsanter Abend und ich konnte mich nicht beklagen. Trotz des etwas stimmungstiefen Anfangs. Aber wie sagt man so schön: Erwarte das Schlimmste, dann kannst du angenehm überrascht werden, wenn es anders kommt.

 

Kategorien: Sessionbericht
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