TageBuch20100109

09.01.2010: Hofhaltung von Sehested


Carl Jørgen Sehested hielt Hof und den Kreis seiner Besucher klein. Aber das schützte ihn nicht vor Arcangelo Diachiami und einigen ernsten Worten seitens seines Bruders im Blute, Vicomte Antoine Adrien de Gramont.

Anlass für die Gespräche zwischen den dreien waren die diplomatischen Verwicklungen, die eine Verurteilung von Yerodin mit sich brächten, in einem Prozess, der von den Nosferatu in höchstem Maße dilettantisch angestoßen wurde, wegen eines Verbrechens, dass nicht im Herrschaftsgebiet von Sehested stattfand, sogar im Gegenteil: Die Tat war vollkommen rechtens, wo sie verübt wurde, wie der von Winter Duncan verlesene Brief von Oberst Heinrich Alexander von Ley bestätigte.

Und dennoch sah sich Fürst Sehested zuständig.

Yerodin sei sein Untertan, beharrte er, er habe in seiner Domäne mit seiner Tat geprahlt, und er könne sowas nicht dulden. Wer noch eines Beweises bedurfte, dass hier zwei gänzlich unvereinbare Kulturen aufeinander trafen -- hier war er. Der Konflikt in der moralischen Duldbarkeit einer Tat schürte Probleme, die die Domäne von Hans Kohlhase an die vorderste Front eventueller Vergeltungsmaßnahmen führte.

Für die Gäste aus Berlin blieb in Erinnerung, wie der Fürst alleine vorne in seinem Thronsaal saß, nicht auf dem Platz in der Mitte -- sondern seitlich. Als würde der Protagonist erst noch die Bühne betreten müssen. Als müsste der Fürst erst noch seine Distanz zum Thron überwinden.
 

Kategorien: Sessionbericht
There are no comments on this page.