TageBuch20100116

16.01.2010: Wiedersehen und wieder sehen


Vorurteile wollte Cailean O\'Donnell, Vorurteile bekam er. Es scheint ein beliebtes Hobby zu sein, Vorurteile zu haben und zu pflegen. Was wurde auf dem Jähzorn, auf der Aggressivität, auf der leichten Reizbarkeit der Brujah herumgeritten. Aber auch der Wahn der Malkavian bekam sein Fett ab.

Wenn es nur dabei geblieben wäre!

Abgesehen von ein paar Spuknachrichten, die aus dem Nichts aufzutauchen schienen, verlief Caileans Einstand, seine Wiedersehensfeier, sehr zivilisiert, etwas, was man über die wenigsten derartigen Einladungen von Brujah wohl behaupten kann. Das Thema des Abends wurde freudig aufgenommen, schon kurz nach Beginn klebten überall Zettel, vollgeschrieben mit Vorurteilen oder auch nur schlechten Witzen. Aber das war egal, denn wichtig war, dass sich Caileans Gäste amüsierten. Was sie auch, trotz der Irritation durch die Nachrichten, taten.

Bis das Licht ausging. Oder irgendwie soetwas.

Viel zu verdutzt, um zu verstehen, was gerade passiert ist, viel zu erschrocken von dem Bild, das sich ihnen zeigte, brach unkoordiniertes Chaos aus: Viktor Gideon Alburn und Simon Lion lagen in der Mitte des Raumes zusammengesunken, die Arme aneinandergenäht, ein Pflock quer durch beide hindurch, und Alburn mit ausgestochenen Augen.

Schuldzuweisungen, Mutmaßungen, Ratlosigkeit, wie mit den beiden zu verfahren sei, Hilflosigkeit, was jetzt angemessen ist -- all das brach sich Bahn. Und haben die mysteriösen Nachrichten etwas damit zu tun? Wer hat sie eigentlich geschrieben.

Man einigte sich darauf, die beiden erst voneinander zu trennen und dann den Pflock zu ziehen. Beide stellten in dem misshandelten Zustand eine ernste Gefahr dar, sollten einer von ihnen ausrasten, oder gar beide.

Die Demütigung stand beiden ins Gesicht geschrieben. Nachdem sich die erste Aufregung gelegt hatte, machte man sich daran, ihre Geschichte in Erfahrung zu bringen, und den Nachrichtenschreiber ausfindig zu machen. Dieser konnte dann auch bald gestellt werden: Maedhbh Cowen!

Nur dem besonnenen Einsatz einiger Fürsprecher ist es zu verdanken, dass der Mob ihn nicht gleich auf der Stelle lynchte. Aber wie sich herausstellte, hatte Cowen mit der Überraschung nichts zu tun.

Blieb die Frage: Wer dann?

Und wenig überraschend kam sehr bald, angestoßen durch Maria Patricia Gralewski und Thorben William Maria Jack, die Sprache auf deren Entführung, auf deren Misshandlung, und auf die geheimnisvollen Drohbriefe, die einige in den letzten Monaten erhalten hatten.

Kaum einer verließ leichten Herzens die Einladung. Allein der Gedanke, dass der Attentäter, der Briefeschreiber wohl so bald nach einem Anschlag keinen neuen unternehmen würde, beruhigte.

 

Kategorien: Sessionbericht
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