TageBuch20100220

20.02.2010: Einsame Patrouille und Übungen


Es war bitterkalt auf Berlins Straßen. Die Notaufnahmen der Krankenhäuser waren überlastet mit der Behandlung von Prellungen, Stauchungen, Brüchen und sonstigen Wehwehchen, die sich die Menschen auf den teils spiegelglatten Straßen geholt hatten.

Das hielt mich natürlich nicht ab, weiter mein Ding zu machen. Klar, Streugut war Mangelware, mein Motorrad steht noch bis zum Frühling in der Garage und der Bentley -- nun, den hatte ich drei S-Bahn-Stationen weiter stehen lassen. Der Fahrer fror sich jetzt garantiert den Arsch ab.

Ich war auf Patrouille.

Irgendwo, irgendwann würde ich schon einen aufspüren. Wen genau würde sich wohl erst zeigen, wenn ich einen fände. Ob Sabbati, freier Gangrel oder schlicht Anarch. Es war nicht einfach, von Kneipe zu Kneipe zu ziehen. Aber Neukölln ist eines der besten Pflaster für die Blutsverwandten, um in einer Nacht wie dieser Beute zu reißen.

Noch während ich allein (Sterbliche ausgenommen) im Ä saß, konnte ich ein Fundstück ganz besonderer Art ausmachen: Cailean O\'Donnell lief am Fenster vorbei und erblickte mich. Mit einer Geste lud ich ihn ein, sich zu mir zu gesellen. Vielleicht hatte er ja was entdeckt.

Ja, mich. Wir quatschten eine Weile, redeten über die Berliner Vergangenheit, tauschten Informationen aus und besiegelten den einen oder anderen Deal, da stieß Jester zu uns. Man sollte meinen, dass es in einer Multimillioneneinwohnerstadt nahezu unmöglich sei, dass sich zwei Bekannte treffen, aber gleich drei? Naja, wenn man häufig genug ausgeht, muss auch das mal vorkommen. Und ich vermute, es gibt irgendwas Mystisches in unserem Blut, dass solche Treffen begünstigt. Wäre mal eine Untersuchung wert: Veränderung der Wahrscheinlichkeiten von Konvergenzen durch vampirische Vitae.

Mit Jester kamen jedenfalls auch die Sorgen und Nöte um den Briefeschreiber an unseren Tisch. Durch den Themenwechsel bot sich Cailean an, uns ein paar Tricks im Umgang mit verdunkelten Angreifern beizubringen, wozu er uns in den Görlitzer Park lotste. Dort, allein und in verschneiter Parklandschaft ging es dann ordentlich zur Sache. Man kann wohl von Glück reden, dass weder Jester noch ich uns irgendwelche Knochen gebrochen haben! Was für eine Rutschpartie! Aber eine Lehrreiche.
 

Kategorien: Sessionbericht
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