TageBuch20100327

27.03.2010: Ende eines Narren


Die Einladung war schon eine Herausforderung für Leif Dankwart, der sich je nach Stimmungslage ja so gerne als Nachfolger oder als Inkarnation Lokis sieht -- eine Veranstaltung zu Ehren Lokis und seiner Nachfolger.

Die Einladung von Dr. Rudolf Schüssler, Luigi Vittorio Lucheni und Zodiak lockte zahlreiche Gäste ins Schloss Marquardt. Dem aufmerksamen Gast jedoch entging nicht, dass die versprochene Loki-Ausstellung eher bescheiden ausfiel, als sei sie -- nur Vorwand. Vorwand für etwas Anderes, etwas Größeres.

Etwas, was Dankwart nicht auffiel, als er, gefangen in seinem Größenwahn, ankam. Und er wurde begleitet von einer Abordnung der freien Gangrel unter Führung von Heinrich Alexander von Ley, die für seine Sicherheit sorgen sollten. Die gelöst-lockere Stimmung kippte, erholte sich aber kurz danach wieder. Dankwart führte mit seinen Geschwistern und ausgewählten anderen Artgenossen kurze, manchmal jedoch sehr intensive Gespräche.

Es lässt sich im nachhinein schwer bestimmen, womit es anfing. Irgendwann brach das Chaos aus, erst langsam, dann griff es immer weiter um sich: Winter Duncan gehörte wohl zu den Ersten, und wenn nicht, dann war sie die Auffälligste, bei der man die Veränderung beobachten konnte. Ambrosius Hieronymus Klein erwischte es auch, ebenso Gäste aus anderen Ecken Deutschlands: Sie wussten nicht mehr, wer sie waren, gaben an, Manifestationen nordischer Geister und Götter zu sein, Helfer und Helfershelfer, Gefolgsleute und Kumpanen von Loki zu sein.

Man sagt Malkavian nach, ihr Wahnsinn sei ansteckend.

Wer noch einen Beweis brauchte, hatte ihn hiermit bekommen.

Niemand hätte geahnt, dass es solche Formen annehmen kann.

Niemand hätte geahnt, dass Leif Dankwart derart mächtig ist.

Aber er hielt sich ja auch für einen Gott. Nun ist das unter Malkavian oder Vampiren allgemein nicht sonderlich weit verbreitet, aber im Rahmen des Erwartbaren. Aber was kann man dagegen tun?

Ab einem gewissen Punkt überschlugen sich die Ereignisse: Fräulein Tipp wurde Opfer von Dankwarts unnatürlicher Kontrolle über Feuer und erlitt furchtbare Brandwunden, Neshaid Hakim Al-Assam bekam ebenfalls seinen Teil ab. Und hiernach zeigte er allen Blutsverwandten eine Seite von sich, die sie zuvor noch nicht gesehen, nicht erahnt hatten und vermutlich auch gerne verzichtet hätten kennenzulernen.

Der Hüter des Elysiums hat das Elysium durch Leif Dankwart als gebrochen erklärt und die Erlaubnis gegeben, den elysialen Frieden mit allen Mitteln wieder herzustellen. Daraufhin begann das Gefolge der freien Gangrel die Veranstaltung zu verlassen, da sie ihren Teil der Arbeit als erledigt ansahen. Nur das engagierten Eingreifen von Winter Duncan und Fräulein Tipp überzeugte sie davon, dass es besser sei, die Angelegenheit hier und heute zu beenden. Von Ley und seine Leute wechselten die Seiten und stürzten sich in den Kampf.

Al-Assam beschwor die Kräfte des Blutes herauf, dunkelrote Blutschwaden schossen von Dankwart in seine Richtung, während dieser sich vor Schmerzen krümmte. Er und sein Pantheon verschanzten sich in einen Raum, kämpften mit Feuer und vampirischen Kräften, verhöhnten die Camarilla und alle anderen als minderwertig, während sie gleichzeitig in ihrer scheinbaren Göttlichkeit aufgingen.

Es endete mit Dankwarts Vernichtung, andere sagen Diablerie. Zodiak hing an seinem schlaffen Körper und saugte die letzten Regungen des Lebens aus ihm aus. Die beeinflussten Mitglieder des Pantheons wurden wieder normal -- oder doch nicht? Etwas schien manchen zu bleiben.

Während die Gäste ihre Wunden leckten, sich Sorgen um das Geschehene machten, verließ ein sehr zufriedener Zodiak seine eigene Einladung. Er habe gelächelt, sagt man, und allen damit einen Schauder über den Rücken gejagt.
 

Kategorien: Sessionbericht
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