TageBuch20100717

17.07.2010: Hofhaltung


Wieder einmal fand sich die Prominenz Berlins und Potsdams ein, um Fürst Hans Kohlhase die Aufwartung zu machen, sowie seine jungen und jüngsten Untertanen. Die Stimmung war jedoch von anfang an merklich angespannt: Warum war der Fürst Dresdens, Freiherr Marcus Anselm von Salm-Kyrburg, hier zur Hofhaltung? Und warum verbreitete er schlechte Laune? Seine Familie wurde darüber vermutlich im kleinen Kreise unterrichtet, der Rest konnte nur abwarten.

Und warten musste man. Kohlhase führte vor der Eröffnung noch eine Menge private Gespräche, die zuteilen keine Stimmungsbesserung brachten. Als er dann doch anfing Hof zu halten, ließ er zuerst durch seine Konsule eine Zusammenfassung der Entwicklungen der letzten Jahre vortragen. Nach einer kurzen Pause sprach der Fürst sein neues Urteil über Simon Lion in Anbetracht des Richtspruches des Justikars.

Darauf folgte der gesellschaftliche Höhepunkt des Abends, der Freispruch von Ginger Farlay. Kohlhase führte ein öffentliches Gespräch mit ihr und bat auch um Fragen aus dem versammelten Hof. Keine ihrer Antworten schien ihn oder irgendeinen der Anwesenden zu befriedigen -- und doch: Er sprach sie frei. Keiner wusste, was er in ihr gesehen hatte, außer einer laufenden Gefahr.

Dann folgte es Schlag auf Schlag: Absetzung von Zodiak als Hüter des Elysiums, ersetzte durch Alexander Michael Hus, Absetzung von Beate Güldenberg als Geißel und ersetzt durch Winter Duncan und zum Schluss Absetzung von Angelique de Bonvallé, dem Herold der letzten anderthalb Hofhaltungen. Der Fürst ließ zuerst offen, ob er den Posten neu besetzen wolle.

Nachdem das Personalkarussell so auf Touren gebracht wurde, gab es eine Pause. Und nach dieser traten ehemalige Anhänger der freien Gangrel vor Kohlhase, um seine Herrschaft anzuerkennen. Soweit war das noch nachvollziehbar, aber dann trat der alte von Salm-Kyrburg vor. Und übergab Kohlhase Dresden und die umliegenden Ländereien. "Ein Ventrue beugt sich nicht der Gewalt, aber er beugt sich der Notwendigkeit", gab er zu Protokoll -- es stand jedem am Hofe frei, darüber zu denken, wie er will.

Nach einer Pause gingen die Lehensvergaben an Leandra Feodora Lilienfein, Ruben Alexander Carrol und die jungen Brujah fast ebenso unter wie die Ernennung von Ruben zum neuen Herold, nachdem er diesen Abend über genau jene Rolle meisterte.

Das wäre eigentlich das Ende gewesen. Wenn nicht, ja, wenn nicht ein kleiner Zwischenfall im vorgelagerten Park noch einmal für Aufregung gesorgt hätte: Es sei wohl zu einem Angriff gekommen. Und die Handschrift dieses Angriffs glich der des Attentäters, der erst wenige Wochen zuvor den Berliner Artgenossen aufgelauert war. Mit Beklemmungen und mulmigen Gefühl verließen die Gäste den Hof und kehrten in ihre --hoffentlich-- sicheren Zufluchten zurück. Der Attentäter war auch diesmal nicht gefangen worden.
 

Kategorien: Sessionbericht
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