TageBuch20110304

04.03.2011 (Hamburg): Maison des Traditiones und Fische


Nach langer Zeit der Abwesenheit wieder Hamburg. Zunächst ist es leer, dunkel und ruhig. Puccinelli als Gastgeber ist da, Wortwechsel. Kokany, Walkstätter, später Lunesco belben den Abend nur wenig. Elisabeth und Frau Sturm sorgen für etwas Ablenkung, der Austausch von Neuigkeiten, ein aufgebrachter Teutoburger, nichts neues.

Dann wird es endlich interessant. Ein Kind Fangzahns und ein Hamburger Stubentiger sorgen für einen exogenen Schock um arg langweiligen Gesellschaftsgleichgewicht. Es wird still , angespannte Erwartung füllt den Raum. Noch immer hat der Gastgeber seinen Hut nicht abgenommen. Irritierend. Ähnlich wie der Umstand, dass der Kieler, der in seinem Gebaren einem Meeresbewohner erstaunlich gleicht, uns das Leid des Herrn Fangzahn über den Verlust eines Kindes klagt. Wir alle fragen uns, was er von uns möchte. Immehin führt sein Auftauchen, wenn ich mir das Wortspiel erlauben darf, dazu, dass Friedrich sich endlich blicken lässt, sammt Anhängsel Pfeiffer. Früher haben sich ausschliesslich Dirnen so gekleidet, Hamburg scheint mit weiblichem Führungspersonal kein Glück zu haben. Noch gibt es für einen robusten Trend allerdings nicht genug Datenpunkte. Es sei denn, Mann geht etwas weiter zurück. Die Geschichte Hamburgs ist wie immer Thema, die Gründung der Häuser und ihre Wiedereinsetzung. Interesanter die neue und neuste Geschichte, auch wenn der Fachbereich proportional viel zu viele Mittel bekommt, besonders wenn man Bedenkt, wie gering die Drittmittelwerbung hier ausfällt. Herr Lunesco doziert über die "Drachen", da man doch tatsächlich in einer Großstadt Wandmalereinen mit Drachenmotiv gefunden hat. Der Umstand ist so schockierend, dass Lunesco auch auf Nachfrage nicht in der Lage ist, eine Definition zu geben, sondern die Anwesenden mit Schauermärchen aufzuwiegeln versucht. In der Moralphilosophie ist der Herr aber besser bewandert, und kann ein langes und interessantes Gespräch bieten.

Das Auftauchen Browns rettetet viel, besonder die Damen waren ja für intellektuelle Gespräche nicht zu Gewinnen, daher hatte er eine wichtige Funktion, und konnte Hypothesen über den Streit der Alten aufstellen. Ausserdem hat er Gelegenheit gegeben, etwas von dem Geld, dass er sich in Berlin beim Kartenspiel verdient hat, zurückzugewinne. Man sollte diese Abende zu einer regelmässigen Institition machen.
 

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