UeberVampire

Über Vampire


Es gibt viele unterschiedliche Beschreibungen, Definitionen von Vampiren (WikiPedia:Vampir). Als wohl einziger gemeinsamer Nenner kann genannt werden, daß sie sich auf die eine oder andere Art von der Lebenskraft von Menschen ernähren. Meist findet diese Ernährung statt, indem dem Opfer seine Lebenskraft in Form von Blut geraubt wird. So stellt auch bei den meisten Vampirmythen das Blut eine Schlüsselrolle.

In Bram Stoker\'s Dracula --das ja letztendlich ein Erotikroman war-- konnte der werte Graf Dracula noch bei Tageslicht umherwandeln; in neueren Interpretationen des Themas Vampir müssen sich Vampire vor der Licht der Sonne fürchten, so auch bei Anne Rices Vampir-Chroniken.

Kain tötet AbelModerne Filme betrachten Vampirismus oft als eine biologisch verursachte Krankheit, so z.B. die Blade- und die Underworld-Filmreihen. Bei Anne Rice ist es die übernatürliche Verschmelzung eines Schutzdämonen mit der blutrünstigen Königin Akasha, die diese zur ersten Vampirin (der "Königin der Verdammten") macht, während bei Bram Stoker eindeutig der Fluchcharakter des Vampirismus betont wird -- ein Sterblicher, der sich von Gott abwendet und damit bestraft wird, sich bis in alle Ewigkeit von dem Blut der Lebenden zu nähren. Wer ein wenig in christlicher Mythologie sucht, wird schnell fündig, daß es eine alttestamentarische Geschichte gibt, die die Entstehung der Vampire thematisiert: Adams und Evas Sohn Kain erschlug seinen Bruder Abel und wurde damit nicht nur zum ersten Brudermörder, sondern gar zum ersten Mörder der Welt. Daraufhin verbannte ihn Gott und strafte ihn mit dem Kainsmal und den Flüchen, bis in alle Ewigkeit leben zu müssen, sich von Blut zu nähren und die Sonne zu fliehen.

In den literarischen Vorlagen werden den Vampiren einige besondere Eigenschaften zugesprochen, so z.B. Gewalt und Zerstörung, Herrschsucht und Schrecken, Falschheit und Feigheit, mystisches Wissen und Wahnsinn, Bestialität und Verführung.

Dies ist die Grundlage des Vampirseins, wie es in der World of Darkness von White Wolf benutzt wird: Da es nur wenige derart alte Vampire gibt, die von den Anfängen erzählen können, ist der Ursprung der Vampire unter den Vampiren höchst umstritten. Manche glauben an die alten Legenden von Kain und Abel, andere halten Vampire für eine Laune höherer Mächte oder auch nur der Natur, wiederum andere glauben daran, daß mächtige Magie diesen Fluch in die Welt setzte, der auf eine rituelle Art und Weise weitergegeben werden kann.

LilithDie o.g. Eigenschaften werden übrigens in den beiden Welten der Dunkelheit von White Wolf unterschiedlich zugeordnet. So findet man die Verführung und die Leidenschaft in der Maskerade-WoD bei den Toreador, während die Daeva (als designierte 'Nachfolger' der Toreador) in der Requiem-WoD Leidenschaft und Gewalt darstellen, was zuvor die Brujah waren. Es ist also nicht einfach und kann auch noch auf weitere unterschiedliche Weisen interpretiert werden.

Vampire sind im Leben Menschen gewesen; in ihrem neuen Zustand zwischen Leben und Tod besitzen Vampire jedoch anders geartete Bedürfnisse als Menschen. Sie müssen sich nähren, aber Essen und Trinken wie Menschen können sie nicht mehr, sie brauchen das Blut der Lebenden, um ihren Zustand zu erhalten. Die Lebenskraft anderer ermöglicht ihnen, als lebende Tote, als Untote unter den Menschen zu wandeln.

Auch wenn Vampire noch Schmerzen empfinden können, so müssen sie Stahl, Stock und Stein nicht mehr fürchten -- stattdessen reagieren sie ängstlich und vorsichtig, wenn es um Feuer und Sonnenlicht geht. Als Wesen, die nicht mehr auf eine Gemeinschaft angewiesen sind, als einzelne Jäger, wachen sie sehr eifersüchtig über ihre Beutegründe und --in neuerer Zeit-- auf ihren Stand in einer Gesellschaft aus Raubtieren und Monstern. Sie sind leicht zu reizen und neigen schnell zu Gewalttaten.

Einer Legende nach soll Lilith, die erste von Gott geschaffene Frau, Kain aufgenommen und gelehrt haben, mit der Mißgunst Gottes umzugehen. Und so soll er die drei Flüche erfahren haben, die ihn in die Nacht und zum Blute zwang.

Auch die Erschaffung eines neuen Vampirs ist verschieden interpretiert worden. Gängige Methode ist, das Opfer blutleer zu trinken und ihm dann vom eigenen, vampirischen Blut zu trinken zu geben (so wird es auch bei Vt M gemacht). Bei Bram Stoker reichte es, das Opfer eines Vampirs zu sein, um nach drei Tagen selbst blutdurstig aus dem Sarg aufzuerstehen - ein Glück für uns, daß der gute Graf geschnappt wurde, wäre doch die Welt ansonsten innerhalb weniger Monate komplett von sehr durstigen Vampiren bevölkert gewesen. Bei Anne Rice, zumindest in den Büchern, ist es der Lebenswille, der Opfer von Kind unterscheidet: das Opfer muß sein ganzes Selbst, seine "Seele", dem Vampir überantworten, der sie sozusagen aufbewahrt, bis der Akt des Tötens vorbei ist und die Verwandlung beginnen kann.

tbc
 

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