UrheberRechte

Urheberrechte


Nach kontinentaleuropäischem Rechtsverständnis und damit auch nach deutschem, liegen alle Rechte eines Werkes unbedingt bei dessen Urheber. Um Urheberrecht genießen zu können, muss ein Werk eine gewisse Schöpfungshöhe erreichen.

Was hat das für das Spiel bei GiO zu bedeuten? Die Spielwelt von GiO und der Nod\'s last Chapter setzt sich aus vielen einzelnen Versatzstücken unterschiedlichster Urheber zusammen. Damit ist nicht nur gemeint, dass frühere Spielleiter aus womöglich früheren Chroniken Urheberrechtsansprüche haben (haben sie!), sondern dass auch die Beiträge der Spieler zur Spielwelt unter Umständen (Schöpfungshöhe!) Urheberrecht genießen können.

Unter normalen Umständen sollte das niemals ein Problem darstellen. Die Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte --mit der MD-Historie existiert die Spielwelt von GiO jetzt 18 Jahre, demnächst könnten Spieler einsteigen, die bei Spielbeginn noch nicht geboren waren!-- zeigen jedoch, dass der Ausnahmezustand leider viel häufiger auftritt, als es der Spielleitung lieb sein kann. Rückwirkend lässt sich kaum eine allgemeinverbindliche Regelung durchsetzen, für die Zukunft bedarf es aber einer solchen. Wichtig ist hier wieder einmal eher der Geist und die Absicht einer solchen Regelung als ihre konkrete Formulierung.

Es kann zwischen Spielern und einer Spielrunde immer wieder mal zu einer Trennung im Bösen kommen, es kann passieren, dass ein Spieler kommentarlos das Spiel verlässt, und es bleibt ungeklärt, was mit seinen Spielbeiträgen geschehen soll. Eine Spielleitung steht womöglich vor dem Problem, die losen Handlungsstränge abzubinden oder zu einem Ende zu führen, ohne auf den Darsteller eines Charakters zurückgreifen zu können. Oftmals finden sich Möglichkeiten, solche Enden ohne großen Aufwand herbeizuführen, dann jedoch gibt es wieder die Fälle, wo ein Charakter eine überwältigende Bedeutung für die Spielwelt erlangt hat, dass es nicht ohne konkrete Darstellung mehr möglich ist, dessen Beitrag zum Spiel zu einem angemessenen Ende zu bringen.

'Angemessenes Ende', 'Beitrag zum Spiel', 'überwältigende Bedeutung' -- das sind alles Begriffe, die immer und für jeden Einzelfall genauerer Definition bedürfen. In einem Rechtsstreit könnte man damit als Spielleitung kräftig auf die Nase fallen. Einfacher ist folgende Regelung: Mit der Teilnahme am Spiel gewährt der Spieler als Urheber aller mit seinem Charakter verbundenen Inhalte der Spielleitung und allen folgenden Spielleitungen, ob durch Nachfolge innerhalb derselben Spielrunde oder einer abgespaltenen Spielrunde, uneingeschränkte Nutzungsrechte an diesen Inhalten zur Organisation und Gestaltung des Spiels, einschließlich dem Recht zur Veränderung dieser Inhalte sowie der Neubesetzung der Rolle unter Erfüllung aller Ansprüche, die eine Spielleitung zum Zeitpunkt der Neubesetzung an eine Neubesetzung oder deren Funktion stellt. Als Spieler gibt man explizit nicht seine Rechte daran auf, man kann also weiter mit den erstellten Inhalten tun und lassen, was man möchte. Die Spielrunde darf die Inhalte aber bspw. abseits der Organisation des Spiels nicht kommerziell verwerten.

Dies ist erstmal ein Vorschlag, der gerne diskutiert werden darf, er muss sowieso von der Spielleitung als verbindlich verkündet werden. Desweiteren erfordert er die Zustimmung jedes Spielers, so er denn weiterhin mitspielen möchte. Zukünftig würde eine solche Belehrung über die Urheberrechte dann auch zu jedem Neuspielergespräch gehören.
 

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