VampirEtikette

Vampiretikette


Unter Menschen


Jeder kennt sie, die hochoffiziellen Einladungen, wo nicht nur der Stand aller Anwesenden allen Anwesenden klar und bekannt ist, sondern auch die räumliche Sitzaufteilung diese Standesunterschiede widerspiegelt. Eigentlich sollte jedem in einer solchen Zusammenstellung das Einhalten von gesellschaftlichen Konventionen leichtfallen. Die Dynamiken der Gesellschaft der Camarilla ist dahingehend eine Pflichtlektüre.

Was dort aber nicht beschrieben ist, ist das Verhalten, das ein Charakter an den Tag legen sollte, wenn nicht alles unter Laborbedingungen stattfindet: ein Treffen im Schmutz der Straße, ein Besuch in einer verrauchten Kneipe, eine Begegnung in einem Techno-Club, ein Empfang in einer Botschaft -- es gibt zahlreiche Möglichkeiten, dass sich zwei Vampire über den Weg laufen, manche --die selteneren-- ungeplant, häufiger aber durchaus geplant. Und für solche Gelegenheiten wissen Vampire sicher auch, der Etikette ihrer Gesellschaft untoter Monster gerecht zu werden. Aber leider die Spieler nicht unbedingt.

Bei zahlreichen Spielen unter erschwerten Bedingungen, also in der Öffentlichkeit, in Cafés, in Restaurants oder schlicht unter nicht eingeweihten Menschen, haben sich viele Spieler schon erfolgreich durch die Schwierigkeiten 'durchgemogelt'. Ich will hier eine Übereinkunft vorschlagen, wie man solcherlei Schwierigkeiten überwinden kann, und wie man damit womöglich auch spielen kann.

Erst einmal sind Vampire einzelgängerische Raubtiere. In vielen Artikeln auf dieser Website wird dieser Punkt immer wieder erwähnt. Wichtig ist dabei zu verstehen, dass Vampire nicht nur keine Nähe zu Artgenossen suchen, sondern diese Nähe sogar meiden, wenn immer möglich. Keine Regel ohne Ausnahme, aber die Ausnahmen interessieren an der Stelle nicht.

Intimsphäre


Vampire sind mehr noch als Sterbliche darauf bedacht, dass ihre Intimsphäre (und auch die Privatsphäre) gewahrt bleibt. Das bedeutet, dass Gesten, die Körperkontakt erfordern entweder unter expliziter Aufforderung oder unter starker Formalisierung stattfinden.

Handschlag


Unter letzterem kann man auch den heutzutage üblichen Handschlag verstehen, der als Zeichen von Gleich zu Gleich unter Bürgerlichen seinen Durchbruch fand. Die feinen Nuancen des Handschlags unter Sterblichen finden unter Vampiren ebenfalls ihre Anwendung und werden dort sicher noch weiter ergänzt. Vampirgesellschaften sind aber klein genug, dass sich lokale Eigenheiten in den weiteren Details niederschlagen dürfen. Vereinfacht ausgedrückt, geht das Angebot zum Handschlag immer vom Höhergestellten aus, der damit dem Untergebenen für den Augenblick Legitimation erteilt. Eine Verweigerung des Handschlags ausgehend vom Höhergestellten mag dessen Missbilligung aussprechen, eine Verweigerung des Untergebenen stellt eine Beleidigung dar. Unter (vermeintlich) Gleichgestellten dient der Handschlag als Anerkennung als ebensolche.

Verbeugung und Knicks


In einer Umgebung, die zumindest halbwegs Maskerade unnötig macht, sind Verbeugungen und Knickse gegenüber Höhergestellten sicher die bessere Wahl, damit der höhergestellte Vampir nicht seine Intimsphäre für einen Körperkontakt aufgeben muss.

Vertraulicher Körperkontakt


Entgegen zahlreicher anderslautender Aussagen gibt es unter Vampiren auch durchaus vertrauliche Verhältnisse. Damit sind nicht allein Liebesverhältnisse gemeint, sondern auch enge Freundschaften, wo die Beziehungspartner miteinander umzugehen gelernt haben. Manches mag auch schlicht gestellt sein, um andere im Glauben an eine solche vertrauliche Beziehung zu lassen.

Da gibt es freundliches Schulterklopfen oder in den Arm nehmen. Da gibt es den Handkuss als Zeichen der Bewunderung. Ein echter Handkuss beinhaltet übrigens, dass man die Augen des Bewunderten weiter im Blick behält. Bei einer vertraulichen Beziehung darf es gerne auch ein wirklicher Kuss auf die Hand sein, bei großer Bewunderung und der Bereitschaft des Bewunderten dürfen es auch mehr als nur ein Kuss sein. Davon abgeleitet sind der Handkuss, den man heutzutage nur noch Frauen zuteil kommen lässt, und der Ringkuss, der als Bewunderung vor dem Amt des Ringträgers zu verstehen ist.

Anreden


In der deutschen Sprache (und ähnlich in zahlreichen anderen Sprachen) gibt es die Möglichkeit, über die Anrede das persönliche Verhältnis zueinander auszudrücken. Die meisten Menschen lernen in ihrem familiären Umfeld sicher erst einmal das Du kennen, eine Anrede, die einerseits Nähe, andererseits Gleichheit zwischen den Gesprächspartnern ausdrückt. Später kommt das Sie (Plural) dazu, womit Distanz, aber auch Respekt ausgedrückt wird. Bis ins 19. vll. auch frühe 20. Jahrhundert gab es die Anrede mit Er und Sie (Singular), womit zwar Distanz, aber auch Respektsunwürdigkeit ausgedrückt wurde. In der Ständegesellschaft wurde es von Höhergestellten gegenüber Gemeinen benutzt: "Welch Anliegen beabsichtigt er vorzubringen?"

Mehrzahl bedeutet Respekt, Einzahl drückt aus, dass keine Notwendigkeit für Respekt und Achtung bestand. Analog ist der Wechsel von 2. Person zur 3. Person zu verstehen: 2.Person drückte Nähe und Vertrauen aus, 3. Person Distanz und ein gewisses Maß Misstrauen, zumindest aber, dass keine Basis für Vertrauen vorhanden ist.

Eltern wurden noch bis ins 20. Jahrhundert gesiezt, nachdem das Ihr wohl im 18., vll. auch erst 19. Jahrhundert aus der Mode kam. Es ist davon auszugehen, dass Kinder die Eltern vor dem Sie mit Ihr angesprochen haben: "Herr Papa, Ihr habt nach mir gerufen?" und später eben: "Herr Papa, Sie haben nach mir gerufen?"

Für viele junge Vampire mag das vollkommen unwichtig sein, es sollte aber einen Hinweise darauf geben, welche Verletzung des Egos ältere Vampire auf sich nehmen, wenn sie in der Öffentlichkeit mit Du angesprochen werden müssen.

Vampire sind zeitlos, ewig gefangen in dem Alter, das sie zum Zeitpunkt ihrer Erschaffung hatten. In den allermeisten Fällen ähneln Vampire also Menschen im Alter von 20 bis 40 Jahren. Und in der Öffentlichkeit erwarten die 'Mitmenschen' eben auch Umgang, der dieser Altersgruppe entspricht. Wenn sich einzelne Vampire also Duzen, dann legt das den modus operandi für die ganze Gruppe fest. Vampire, die sonst auf Distanz Wert legen, müssen jetzt auf einmal sprachliche Nähe ertragen.

Dazu der Tipp: Handelt es sich um ein angekündigtes Treffen, zu dem man sich trifft, legt der Gastgeber mit seinen ersten Gästen fest, wie einander angesprochen wird. Lädt Neshaid Hakim Al-Assam in ein Café ein, dann ist wohl Duzen angesagt. Lädt Vicomte Antoine Adrien de Gramont in ein Restaurant ein, dann bleibt man beim Sie. Kommt der Gramont auf die Einladung von Hakim, muss er damit leben, dass er geduzt wird. Geht Hakim auf die Einladung vom Gramont, dann respektiert er das Sie als Anrede und benutzt es auch so. Als Sonderfall kann hierbei gelten, dass er seine Ordensschwester weiterhin duzen dürfte -- Ordensregeln erlauben das und sollen sogar die Nähe zueinander ermöglichen. Hakim müsste auf der Einladung also auch Dorothea Bishop als 'Frau Bishop' ansprechen. Das betrifft natürlich alles nur den Kontext, wo man deutlich als Gast im Umfeld des Gastgebers ist. Ist man gerade nur im Umfeld weiterer Gäste, behält man den Modus bei, wenn man mit diesen Gästen auch nur so verkehren würde, oder man kann in das jeweils als angemessener Empfundene wechseln. Unter vier Augen können Hakim und Doro also gerne auf das Du zurückgreifen, oder wenn auch Elisabeth Rust dabei ist. Ist hingegen Arcangelo Diachiami dabei, bleibt man besser beim Sie. Umgekehrt gilt natürlich dasselbe: Der Gramont bleibt beim Du, solange der Gastgeber oder irgendein Uneingeweihter dabei ist, kann aber zum Sie wechseln, wenn er gerade mit Ruben Alexander Carrol allein ist.

Wenn jemand damit nicht klarkommt, dass er entgegen seiner Gewohnheiten angesprochen wird, so sollte er solche Veranstaltungen schlicht meiden. Der Gramont tut also besser daran, das Umfeld eines solchen Treffens selber zu bestimmen, als sich darauf einzulassen, von Untervampiren geduzt zu werden. Schlimm genug, dass er Menschen auf der Straße nicht den Kopf umdrehen darf, wenn sie ihn duzen.

Ist das Treffen ungeplant, also zumeist ein Treffen zwischen zwei Vampiren, dann greift deren normaler Umgang. Ist es eine Gruppe von Vampiren, die einen einzelnen Vampir in der uneingeweihten Öffentlichkeit trifft, dann entscheidet über die Art des Umgangs miteinander, ob der einzelne Vampir beabsichtigen könnte, sich der Gruppe für den Augenblick anzuschließen, und ob die Gruppe dem einzelnen Vampir das Angebot macht, sich ihr anzuschließen.

Duzen sich die Vampire in der Gruppe, dann ist das Angebot des Dus auch gleichzeitig ein Angebot, sich anzuschließen. Siezen sich die Vampire, dann kann man das Sie als Anrede ebenfalls so verstehen, muss aber durch weitere Signale entsprechend interpretiert werden. Siezt sich die Gruppe und der Neuankömmling wird geduzt, dann kann das als Zeichen der Missachtung zu verstehen sein. Duzen sich die Vampire und siezen den Neuen, dann ist das als Zeichen der Distanz zu verstehen -- also auch keine Einladung.

Jede Reaktion des einzelnen Vampirs mit Sie oder Du auf Siezen oder Duzen kann dann als Ablehnung oder Annahme des Angebots verstanden werden. Reaktionen auf die vorauseilende Ablehnung des Neuankömmlings, die nicht Ausdruck des Verständnis sind, also handeln entgegen der Wünsche der anderen Vampire, kann als Unhöflichkeit gelten und ist nicht Thema dieser Arbeit.

Respektsbekundungen


Im öffentlichen Raum können Vampire einander nur schlecht den notwendigen Respekt bekunden. Ist es ein Treffen mit informellen Umgang, dann muss davon ausgegangen werden, dass eventuell anwesende Respektspersonen sich mit den Umständen abgefunden haben. Es ist unter allen Umständen irgendwelches merkwürdiges und maskeradegefährdendes Verhalten zu vermeiden, dass ständige Wechsel der Umgangsformen oder der persönlichen räumlichen Position erfordern. Dann lieber begrüßen in der Reihenfolge, wie man an den Leuten vorbeikommt und ein herzlicheres Lächeln bei Respektspersonen aufsetzen und ein wenig mehr Zeit für einen Wortwechsel einplanen.

Geschlechterverhältnis


In gehobeneren Kreisen, wo noch immer mehr Wert auf formalisierte Umgangsformen gelegt wird, wird auch das Verhältnis von Mann und Frau stärker beachtet. Bei der oben erwähnten Einladung des Gramont würden Frauen also eine etwas andere Behandlung erfahren als bei der Einladung von Al-Assam, wo das Benehmen der Männer gegenüber den Frauen individuell unterschiedlich ausfallen kann, ebenso die Erwartungen der Frauen an die Männer. Bei der Einladung des Gramont hätten sich Frauen aber auch entsprechend darauf einzustellen, gesellschaftlich die Rolle der Frau einzunehmen, also den Stuhl zurechtgerückt zu bekommen, aus dem Mantel geholfen werden usw. Als Gast sollte man sich dessen bewusst und entsprechend vorbereitet sein. Wer das nicht will, dem steht es frei, diese Einladung auszuschlagen. Ebenso kann man einer lockereren Einladung fernbleiben, wenn man damit rechnen muss, dass der respektvoll-bewundernde Umgang mit Frauen ausbleibt -- mancher Dame mag das ein Ausschlusskriterium sein.

Fazit


Einladungen im öffentlichen Raum erhalten maßgeblich durch den Gastgeber den Rahmen, in dem sich die Gäste bewegen müssen. Es wäre als Gast unhöflich, diesen Rahmen nach unten oder nach oben entgegen der Absichten des Gastgebers zu durchbrechen. Wer sich mit dem gesteckten Rahmen nicht zufriedengeben kann --aus welchen Gründen auch immer--, dem steht es frei, solcherlei Einladungen auszuschlagen. Besuch einer solchen Einladung stellt das stillschweigende Einverständnis dar, sich dem gesteckten Rahmen zu unterwerfen.

Unter Vampiren


Vampire sind einzelgängerische und untote Raubtiere, einzelgängerischer als jedes lebende Raubtier -- sie brauchen keinen Geschlechtspartner zur Vermehrung. Vampire sind untereinander alle potentielle Konkurrenten und potentielle Verbündete. Wenn Vampire untereinander in Kontakt treten, dann spielt das Geschlecht keine Rolle. Es liegt aber nahe, im Sinne der Maskerade, nicht von den Umgangsformen abzuweichen, die man unter Sterblichen den Vertretern der jeweiligen Geschlechter zuteilkommen lässt. Auf diese Weise ist man auf der sicheren Seite, kommt es zufälligerweise zu sterblicher Intervention, und der Charakter neigt auch nicht dazu, sich in seinem modus operandi zu vertun. Das gilt in vielerlei Hinsicht auch für andere Verhaltensweisen: Maskerade bedeutet nicht, die Maske willkürlich an- und abzulegen, sondern sie ständig zu tragen. Es ist, als müsste man aus dem Tiefschlaf und einem realistischen Traum erwachend, sofort die Maske aufgesetzt haben und keinen Moment der Nachlässigkeit zeigen.

So zumindest die Theorie. In der Praxis machen sich Vampire die Fehlbarkeit von Mitmenschen und -vampiren zunutze, um ihre Nachlässigkeiten zu übertünschen. Zu offensives Propagieren der Unterschiedlichkeit gegenüber sterblichen Menschen kann aber auch sehr schnell als Leugnung der Lehren der Camarilla ausgelegt werden. Es gilt also, die eigene Meinung entsprechend zu verpacken. Aber dies ist Gegenstand eines anderen Artikels.

Unter Vampiren, unter Ausschluss sterblicher Aufmerksamkeit, bestehen Vampire auf den Respektsbekundungen, die ihnen zustehen und auf die sie unter sterblicher Beobachtung zugunsten der Maskerade in Grenzen verzichten. In jedem Augenblick des vampirischen Miteinanders muss klar sein, dass die gesellschaftlichen Stellungen nicht von unten her angezweifelt werden. Wer es an Achtung mangeln lässt, zweifelt damit die gesellschaftliche Stellung an. Indirekt trifft das auch zu, wenn man jemanden mehr Achtung zukommen lässt als einem anderen Vampir, der sich gesellschaftlich höherstehend wähnt.

Doch woher weiß man, wer wo steht?

Die Stände geben erste Hinweise darauf, Ämter ebenso. Aber das Establishment der Vampire funktioniert nicht so schlicht mechanistisch.

Üblicherweise ist der Fürst einer Domäne, ob er sich Großfürst über eine Großdomäne oder Präsident einer Republik schimpft, immer der Vampir mit dem höchsten Stand, solange er seine Position auf sein eigenes Treiben zurückführen kann. Abhängigkeit von der Fürsprache anderer können ihn Ansehen kosten bis zu dem Punkt, wo der nominelle Fürst zum Gespött in der 'eigenen' Domäne geworden ist und nicht mehr Herr im eigenen Hause.

Gesellschaftliches Ansehen wird im Establishment durch Meinungsbildner und Stimmungsmacher bestimmt, die sogenannten Harpyien. Auch wenn es Harpyien geben soll, die Fürsten stürzen konnten, so ist ihr individueller Einfluss üblicherweise eher gering und verstärkt nur sowieso vorhandene Tendenzen -- ein Fürst, der fest im Sattel sitzt, wird von keiner Harpyie gestürzt werden können, wenn diese nicht ein Geheimnis von skandalöser Natur aufdecken kann. Aber Harpyien können Bewegungen in Gang setzen, vorhandene Bewegungen beschleunigen oder ungewünschte Entwicklungen verzögern. Sie folgen sicher ihrer eigenen Agenda, konnten sich aber ihre Position erst dadurch sichern, dass ihre Vorstellungen von der Gestalt des lokalen Establishments bei Mächtigen und Einflussreichen auf Gehör stießen. Diese Struktur zieht sich durch nahezu alle Ebenen der vampirischen Gesellschaft und deckt dabei immer die Beziehungen von lokalen Anführer zu den Angeführten ab.

Harpyien sind kein monolithischer Block. Sie verfolgen jeweils eigene, mitunter abweichende Kriterien, die sie den Mitgliedern ihres Gesellschaftsausschnittes auferlegen. Somit stehen sie in Konkurrenz zueinander, Meinungshoheit zu erreichen. Sie unterliegen aber ebenfalls den Urteilen anderer Harpyien, nämlich dort, wo eine Harpyie sich in Kreisen bewegt, die von anderen Harpyien dominiert werden. Dort müssen sie sich deren Kriterien zueigen machen, und ihre Urteile über die Artgenossen des eigenen Kreises werden dabei durchaus berücksichtigt. Keine Harpyie wird also vollkommen konträr zu anderen Harpyien urteilen.

Warum ist dies so wichtig?

Gesellschaftliches Ansehen spiegelt sich nur mäßig in Ständen und Titeln. Wer gesellschaftlichen Erfolg anstrebt, sollte sich anschauen, welche Urteile Harpyien fällen. Wenn ein Charakter sich einer eigenen Vorstellung von Achtung und Respekt bedient, gefährdet er damit den Einfluss der Harpyien und macht sie sich womöglich zum Feind. Ein zu streng mechanistisches Vorgehen kann ihnen ein Hinweis auf die gesellschaftliche Unbedarftheit des Charakters sein. Abweichungen in der Achtung kann aber auch ein Hinweis auf eigene Pläne und Verbindlichkeiten sein, sich mit anderen Vampiren gut zu stellen.

Mehr zum Thema Stände findet sich im Artikel Camarilla-Status. Überlegungen zu ihrer Bedeutung findet man unter Bedeutung des Status.

Begrüßung


"Ach, übrigens, ich bin Neonate und von Haus und Clan Tremere" -- man darf es ruhig glauben: Wenn ein Vampir erstmal ein paar Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte existiert hat, dann kann er Vertreter einzelner Geblüter durchaus vermittels seiner Beobachtungsgabe bestimmen. Klappt das nicht, hilft vielleicht eine andere Angabe: der Name des Erschaffers. Die Angabe ist nur bei einer Erstvorstellung notwendig. Ältere Vampire haben schon von so vielen Artgenossen gehört, dass sie mit dieser Auskunft den Neuankömmling sicher einschätzen können sollten. Die Vampirgesellschaft ist nicht so groß und unübersichtlich.

Genauso verhält es sich mit dem Status: Ahnen kennen einander oder haben zumindest voneinander gehört. Ahnen brauchen Ihren Stand nicht nennen. Von Ancillae sollte bekannt sein, in wessen Diensten sie stehen. Ansonsten erwähnt man, dass man im Dienste eines Ahnen sei, indem man dessen Namen nennt. Und kennt man jemanden nicht und dient derjenige auch keinem Ahnen, dann ist es wohl ein Neonat. Kinder sollten unter keinen Umständen abseits ihres Erschaffers sein, wenn sie mit irgendjemanden reden oder vorgestellt werden. Am besten Kinder gar nicht erst mit zu einem Treffen des Establishments mitnehmen, wenn man sie nicht freigesprochen haben möchte.

Ein reifer Vampir kann es durchaus als Beleidigung auffassen, wenn man ihn für dumm genug hält, mit dem Namen und dem Namen des Erschaffers nichts anfangen zu können. Eventuell darf man hinzufügen, wessen Untertan man momentan ist -- man möchte ja vielleicht im Falle eines faux pas wissen wollen, welcher Fürst einen solchen gesellschaftlichen Fehlzünder in seiner Domäne duldet.

Gegenüber weniger erfahrenen Vampiren sollte die Auskunft des Standes irrelevant sein: Ist man Neonat, tümmeln sich eh alle beieinander. Ist man Ancilla, verkehrt man auch in anderen Kreisen. Ist man Ahn, dann werden einem die anderen Vampire vorgestellt: "Mein Name ist Hans Kohlhase, Ahnsherr und Fürst" -- sowas hört man einfach nicht.

Zu einer Begrüßung kommt es aber vielleicht gar nicht erst. Es kann als arg unhöflich betrachtet werden, unaufgefordert und unbekannterweise auf eine der Herrschaften zuzutreten und sich vorzustellen. Man maßt sich damit an, über die Zeit und Aufmerksamkeit angesehener Personen verfügen zu können -- ein Privileg, das nur denen zusteht, die bereits mit dem Vampir verkehren, und deren Urteil dieser Vampir vertraut. Wer eine Vorstellung wünscht, wendet sich am besten an jemanden, der den Kontakt ermöglicht. Das gilt auch für eine Vorstellung beim Fürsten, wenn dieser nicht eine Vorstellungsrunde eröffnet.

Reihenfolge


Die Reihenfolge der Begrüßung ist Ausdruck der Anerkennung, die man den Begrüßten zuteilkommen lässt. Es erfordert nicht wenig Phantasie, darin zahlreiche Fallen zu erkennen, in die man treten kann -- gerade nach den obigen Worten. Einfache Regel: Die angesehenste Mitglieder der Gesellschaft zuerst, wobei der Gastgeber alle anderen übertrifft. In dem Sinne ist der Fürst ebenfalls Gastgeber, und zwar in seiner eigenen Domäne. Er ist aber auch selber Gast, wenn die Einladung nicht auf sein Geheiß oder zu seinen Ehren stattfindet.

Wie man aber als unbedarfter Gast nach Gastgeber und Fürst weiter verfährt, erfragt man am besten bei jemanden, der sich damit auskennt. Bei kleineren Treffen mag man das noch selber hinbekommen, bei einer großen Einladung wird man aber auf Hilfe angewiesen sein.

Anrede und Titulierung


[Bezug auf Benbens Anreden einpflegen]

Schriftform


[how to write an einladung or other korrespondenz]
 

Kategorien: Spieltipps
There is one comment on this page. [Display comment]